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Nahles: Fachkräfte aus dem Ausland nicht nur holen - auch halten

NÜRNBERG (dpa-AFX) -Die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit hat in der Debatte um den Mangel an Fachkräften größere Anstrengungen gefordert, um ausländische Arbeitnehmer in Deutschland zu halten. Bei im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommenen 1,14 Millionen Menschen seien 750 000 auf der anderen Seite wieder abgewandert, sagte Andrea Nahles der Deutschen Presse-Agentur. "Die Frage ist: Schaffen wir es, dass die Fachkräfte bleiben", betonte sie.

Einer der Hauptgründe dafür, dass in Deutschland angekommene Menschen dem Land wieder den Rücken kehrten, sei die mangelnde Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Viele Ausländer müssten in Deutschland unter ihrem Qualifikationsniveau arbeiten, weil die Anerkennung zu lange brauche und die Verfahren viel zu komplex seien.

"Da machen andere Länder einfach bessere Angebote", sagte Nahles. Den Zuzüglern müssten flexible Treppen gebaut werden, um schrittweise das Anspruchsniveau zu erreichen. Außerdem müsse Deutschland bei Sprachkenntnissen großzügiger werden - auch weil die Bundesrepublik mit Einwanderungsländern wie USA und Kanada in starkem Wettbewerb stehe. "Wenn wir schon diese Hürde der deutschen Sprache haben, sollten wir ein bisschen besser damit umgehen."

Ein weiterer Grund seien zu dürftige Angebote für den Nachzug von Familien. "Es kommen ja nicht nur Fachkräfte, es kommen Menschen", sagte die BA-Vorstandsvorsitzende. Der Nachzug von Familienangehörigen bedeute in Deutschland häufig eine Riesenhürde. Die Fachkräfte aus dem Ausland müssten aber hierzulande eine Heimat finden - nicht nur einen Arbeitsplatz.

Die Bundesagentur für Arbeit geht auf der Grundlage demografischer Forschungen davon aus, dass der deutsche Arbeitsmarkt jährlich 400 000 Zuwanderer aus Drittstaaten braucht, um das Defizit durch den bevorstehenden Ruhestand der geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge auszugleichen. In den vergangenen Jahren wurde diese Zahl zum Teil deutlich verfehlt.

Neben Zuwanderung und dem Halten ausländischer Arbeitskräfte müsse es auch verstärkt gelingen, das inländische Arbeitskräftepotenzial besser auszuschöpfen - etwa bei der Neu-Integration von Ruheständlern ins Arbeitsleben oder bei der Erhöhung der Zahl der Wochenstunden bei berufstätigen Frauen, heißt es.