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Musk nennt Apples Autopläne „seltsam“ und berichtet von Verkaufsabsichten

Jahn, Thomas Möthe, Alexander
·Lesedauer: 3 Min.

Der Tesla-Chef wollte sein Unternehmen 2018 an Apple veräußern, Tim Cook ließ ihn abblitzen. Apples Vorstoß in den Automarkt sieht Musk nun skeptisch.

Die Nachricht trieb den Aktienkurs von Apple nach oben und den von Tesla nach unten: Apple will 2024 ein „Apple-Car“ auf den Markt bringen. Doch Elon Musk äußert Zweifel an dem Vorhaben, bezeichnet es auf dem Kurznachrichtendienst Twitter als „seltsam, wenn es stimmt“.

Apple ist berühmt für seine Geheimhaltung. Aber kaum jemand außerhalb des Konzerns dürfte so viel über dessen Autovorhaben wissen wie Musk. Zahlreiche Tesla-Mitarbeiter wechselten zu Apples „Projekt Titan“, einschließlich dessen Chef Doug Field, der zuvor Chefingenieur der Autoentwicklung bei Tesla war.

Wie ernst meint es Apple mit dem Einstieg in den Automarkt? Vor ungefähr zwei Jahren war es daran nicht interessiert – zumindest via Akquisition von Tesla. „Während der dunkelsten Stunden unseres Model-3-Programms habe ich versucht, Tim Cook zu kontaktieren, um die Möglichkeit zu besprechen, dass Apple Tesla übernimmt“, twitterte Musk.

Der Chef des Technologiekonzerns lehnte jedoch laut Musk ein Treffen ab. Eine Entscheidung, die Cook im Nachhinein ärgern könnte. Zu der Zeit verfügte Tesla über eine deutlich niedrigere Börsenbewertung, laut Musk lag sie bei 60 Milliarden Dollar – damit entgingen Apple rein rechnerisch 540 Milliarden Dollar.

Im Zentrum von Apples Vorstoß in den Automarkt soll vor allem eine neue Batterietechnik stehen. Für ein Fahrzeug arbeite der Konzern laut Reuters an einer „Monozelle“, was eine revolutionäre Entwicklung wäre. Dabei wird die Aufteilung der Batterie in verschiedene Module und Zellen reduziert oder gar aufgehoben. Das spart Material und erhöht die Reichweite. Die Batterie soll auf Basis von Lithium-Eisenphosphat arbeiten.

„Eine Monozelle ist elektrochemisch unmöglich, da die maximale Spannung ungefähr 100-fach zu niedrig ist“, schrieb Musk in der Nacht auf Mittwoch auf dem Kurznachrichtendienst. Branchenexperte Brett Winton, auf dessen Beitrag Musk reagierte, unterstellte Apple derweil, bei Teslas „Battery Day“ gut aufgepasst zu haben – und die entsprechenden Notizen dann als eigenes Konzept an die Nachrichtenagentur Reuters geleitet zu haben.

Musk und Tesla kennen Lithium-Eisenphosphat-Batterien, nutzen sie in Schanghai für das für die Mittelstrecke hergestellte Model 3.

Schon lange Konkurrenten

Apple und Tesla – die beiden Konzerne kommen sich immer mehr ins Gehege, seitdem Apple seine Autopläne 2014 mit dem Start des Projekts Titan konkretisierte. In einem Interview mit „Bloomberg Businessweek“ beschwerte sich Musk 2015 über die Abwerbungsversuche von Apple, das mit Gehaltserhöhungen von 60 Prozent und einer Wechselprämie von 250.000 Dollar lockte.

Im Interview mit dem Handelsblatt sagte Musk damals: „Es ist gut, dass Apple sich in diese Richtung bewegt und investiert. Aber Autos sind viel komplexer als Telefone oder Smartwatches.“ Man könne nicht einfach zu einem Zulieferer wie Foxconn gehen und sagen: „Bau mir ein Auto!"

Das Interesse von Apple am Automarkt lässt sich leicht begründen. Das Unternehmen wird im laufenden Geschäftsjahr 315 Milliarden Dollar Umsatz erzielen. Bei der Größenordnung braucht es neue und lukrative Geschäftsfelder. Der globale Automarkt besitzt ein Umsatzpotenzial von rund zwei Billionen Dollar.

„Das Auto ist sicher für Apple der nächste logische Schritt, um endlich mal wieder eine richtungsweisende Innovation anzubieten“, sagte Musk zum Handelsblatt vor fünf Jahren. „Ein neuer Kugelschreiber oder ein größeres iPad allein wären nicht relevant genug.“