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Millionenumsätze mit Pizza, Eistee und Adidas: So macht Rapper Capital Bra neben der Musik Geschäfte

Robin Wille
·Lesedauer: 5 Min.
Rapper Capital Bra
Rapper Capital Bra

Wenn Capital Bra über seine Geschäfte rappt, dann klingt das so: „Ich mach' Profit, roll' im Lambo anthrazit. Ja, der Bra hat Appetit.“ Es geht um Gangster, Knarren unter dem Bett und Schüsse im Block. „Nix zu verlieren, ich werd nie wieder frier'n. Weil sie sehen Capital und woll'n direkt investieren.“

Doch in der Realität hat das Business von Capital Bra kaum etwas mit dem zu tun, wovon er rappt. Neben der Musik hat sich Capital Bra mehrere Standbeine aufgebaut. Sein Gesicht prangt auf einer eigenen Pizza-Marke („Gangstarella“), es gibt einen Eistee („BraTee“) und seit Kurzem auch einen Deal mit Adidas.

Capital Bra ist aktuell der erfolgreichste Musiker in Deutschland. Niemand hat mehr Nummer-eins-Singles (22) als der 26-jährige Rapper. Er ist der meistgestreamte Künstler der Bundesrepublik und steht beim Musik-Giganten „Universal“ unter Vertrag. Der Rapper macht mit seiner Musik Millionen. Wofür braucht es dann Produkte aus der Tiefkühltruhe und dem Kühlschrank, die nur wenig mit dem Gangster-Image zu tun haben?

Business Insider hat sich die zwei Produkte und den Deal genauer angesehen. Und wir haben versucht, mit Capital Bra darüber zu sprechen - weil es uns interessiert, wie die Produkte entwickelt wurden und welche Erfahrungen der Rapper als Geschäftsmann macht. Doch Capital Bra, teilt sein Label mit, arbeite aktuell an neuen Musikprojekten „und steht von daher leider nicht für Interviews zur Verfügung“. Der Musiker, der in seinen Songs so gerne über seine Geschäfte rappt, schweigt im realen Leben darüber.

Gut, dass wir uns zumindest die Produkte einmal genauer ansehen können.

„Gangstarella“ – Die eigene Pizza

Verantwortlich für die „Gangstarella“-Pizza ist nicht, wie man vermuten könnte, Capital Bra, dessen Gesicht zentral auf dem Karton prangt, sondern laut Impressum die Universal Music GmbH – also das Label des Rappers. Dieses teilt mit, der darauf spezialisierte Bereich „Universal Music Group & Brands“ habe im Mai 2020 die Eigenmarke „Gangstarella“ in „Zusammenarbeit mit Capital Bra und der Freiberger Convenience Food Group gelauncht“. Mittlerweile gibt es vier Sorten: Rindersalami, Grillgemüse, Thunfisch und Sucuk. Erhältlich ist sie in den großen Supermärkten, laut der Homepage unter anderem bei Edeka, Rewe und Kaufland.

„Seit dem Launch wurden über 5 Millionen Pizzen verkauft“, teilt Universal mit. Bei dem Preis von 3,99 Euro macht das einen Umsatz von rund 20 Millionen Euro. Unklar bleibt, wie Capital Bra daran konkret verdient, ob er also erfolgsabhängig, an den verkauften Stückzahlen partizipiert oder lediglich seine Markenrechte zur Verfügung gestellt hat.

Unter der Marke „Gangstarella“, das zeigt ein Blick in das Register des Deutschen Patent- und Markenamts, lassen sich weitere Produkte, neben Pizza, verkaufen. Geschützt hat Universal demnach zum Beispiel auch: Speiseeis, Schokoriegel und Fertiggerichte, die vorwiegend Teigwaren enthalten, neben gefrorenen Pizzas unter anderem auch Pastagerichte, Sandwiches, Wraps, gefüllte Sandwiches oder getoastetes Käse-Sandwich.

„BraTee“ – Der eigene Eistee

Oberkörperfrei, am Pool in der Sonne liegend, dazu ein Grinsen: So bewirbt Capital Bra auf Instagram seinen Eistee, den „BraTee“. Vier Sorten gibt es: Wassermelone, Granatapfel, Pfirsich und Zitrone. Preis: 1,49 Euro. Doch auch hier zeigt das Impressum der Homepage, dass nicht Capital Bra für den „BraTee“ verantwortlich ist, sondern die „UniBev GmbH“ aus Stuttgart. Laut eigenen Angaben im Jahr 2020 „als Spin-off der Erwin Dietz GmbH“ entstanden, „aus dem Gedanken, verschiedene Kompetenzen aus der Getränkebranche zu vereinen und Getränkemarken universelle Lösungen anbieten zu können“.

https://www.instagram.com/p/CKEo_-whpRa/?utm_source=ig_web_copy_link

Business Insider hat versucht, mit den Geschäftsführern von „UniBev“ ins Gespräch zu kommen, um über das Produkt und die Zusammenarbeit mit Capital Bra zu sprechen. Doch diese stehen, wie einer der Geschäftsführer mitteilt, „derzeit nicht für Interviews zu Verfügung“. Einen detaillierten Fragenkatalog ließ er unbeantwortet.

Doch auch hier gibt ein Blick in das Register des Deutschen Patent- und Markenamts einen interessanten Einblick: Demnach ist der Inhaber der Marke „BraTee“ weder Capital Bra noch die „UniBev GmbH“, sondern die „BraTee GmbH“, hinter der wiederum die Geschäftsführer von „UniBev“ stecken. Dass es bei „BraTee“ nicht nur bei Eistee bleiben könnte, zeigt das Waren- und Dienstleistungsverzeichnis. Demnach wurde die Marke nicht nur für Eistees eingetragen, sondern unter anderem auch für Milchgetränke, Limonaden oder alkoholische kohlensäurehaltige Getränke.

Weitere Waren der Marke „BraTee“ befinden sich gerade im Prüfungsverfahren, wie Recherchen von Business Insider zeigen. Eine weitere Anmeldung der „BraTee GmbH“ ist auf den 15. April 2021 datiert. So wurden im Waren- und Dienstleistungsverzeichnis weitere Waren angegeben. Unter anderem: Getränkehalter für Fahrzeuge, Armbänder, Schlüsselanhänger, Handtücher, Polohemden, Badeschuhe oder Feuerzeuge.

Der Influencer-Deal mit Adidas

Im März hieß der Sportartikelhersteller Adidas Capital Bra auf Instagram willkommen. Dazu ein Video mit dem Rapper im Adidas-Jogginganzug in einer alten Fabrikhalle: „Adidas lebt, du weißt Bescheid“, sagt er in die Kamera. In einem anderen Video, das kurz darauf erschien, wirbt Capital Bra für das neue Auswärtstrikot der deutschen Fußballnationalmannschaft.

Auf Anfrage von Business Insider teilt Adidas mit, das Unternehmen kooperiere bereits seit Jahren mit Markenbotschafterinnen und Botschaftern. „Der Fokus liegt dabei auf einer glaubwürdigen Partnerschaft. Capital Bra wird als vielseitiger und richtungsweisender Künstler aktiv in die Markenkommunikation von Adidas integriert.“ Es handele sich um eine langfristige Partnerschaft, die Zusammenarbeit mit Influencerinnen und Influencern sei Teil des Marketing-Mixes bei Adidas.

Auf die Frage, was sich Adidas von der Kooperation mit Capital Bra erhofft, teilt das Unternehmen mit: „Rapper wie Capital Bra kreieren Hypes und haben eine hohe Reichweite sowie eine Affinität für Streetwear. Damit tragen sie dazu bei, unsere Markenbotschaften innerhalb der jungen Zielgruppe authentisch zu platzieren.“ Die Partnerschaft werde sich „in der kommenden Saison durch eine Reihe kollaborativer Projekte auszeichnen“. Zu „monetären Beträgen“ könne Adidas keine Auskunft geben.

Es kann festgehalten werden: Capital Bra weiß, wie er sich vermarkten kann und hat sich neben der Musik ein lukratives Nebengeschäft aufgebaut. Auch wenn das wenig mit dem Gangster-Image zu tun hat und zwischen den Tiefkühlregalen für gewöhnlich keine Schüsse fallen. Aber egal: „Was Mille im Monat, ich will Mille am Tag“, rappt er in „Es geht ums Geschäft“.