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Millionen neue Arme in Lateinamerika wegen Corona-Krise befürchtet

LIMA (dpa-AFX) - Die grassierende Corona-Pandemie löst in Lateinamerika nach Einschätzung der Nichtregierungsorganisation Aktion gegen den Hunger auch eine wirtschaftliche und soziale Krise aus. Die Pandemie werde in der Region rund 29 Millionen Menschen in die Armut stürzen, teilte die Organisation am Mittwoch mit.

"In einer Gegend, in der bereits vor dem ersten Covid-19-Fall die Versorgung mit Lebensmitteln von einem Drittel der Bevölkerung nicht gesichert war, könnten der prognostizierte Rückgang der Wirtschaftskraft um fünf Prozent und der Anstieg der Arbeitslosigkeit um elf Prozentpunkte die größte Krise des Jahrhunderts auslösen", sagte die Regionalchefin von Aktion gegen den Hunger, Benedetta Lettera.

Wegen der Ausgangssperren und der Schließung von Betrieben und Geschäften können viele Menschen ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Die sozialen Sicherungssysteme in Lateinamerika sind meist unzureichend. Auch die Auslandsüberweisungen beispielsweise von Arbeitsmigranten in den USA an ihre Familien in der Region dürften stark zurückgehen. Viele Menschen, die auf der Suche nach Arbeit in die Großstädte gezogen waren, kehren nun in ihre Dörfer zurück. "An den großen Landstraßen warten Gruppen auf eine Mitfahrgelegenheit. Es wurden bereits Fälle von Minderjährigen gemeldet, die auf dem Weg ums Leben gekommen sind", sagte die Direktorin der Aktion gegen den Hunger in Peru, América Arias.