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Millenial hat heimlich 2 Jobs, um mit 50 in Rente zu gehen – doch er sagt, es sei den Stress nicht wert

Ein Millennial aus Kalifornien sagt, dass er heimlich zwei Fernarbeitsplätze hatte, um für seinen Vorruhestand zu sparen — aber dass er froh ist, dass er wieder nur einen Job hat.  - Copyright: Ascent/ PKS Media Inc./Getty Images
Ein Millennial aus Kalifornien sagt, dass er heimlich zwei Fernarbeitsplätze hatte, um für seinen Vorruhestand zu sparen — aber dass er froh ist, dass er wieder nur einen Job hat. - Copyright: Ascent/ PKS Media Inc./Getty Images

Adrian, ein in Kalifornien ansässiger Datenanalyst in seinen 30ern, begann im Juli 2023 heimlich mehrere Fernarbeitsplätze zu besetzen. Sein Ziel war es, mit 50 Jahren in Rente zu gehen. Eine Zeit lang hat es sich gelohnt.

Im vergangenen Jahr verdiente er laut Dokumenten, die Business Insider einsehen konnte, etwa 110.000 US-Dollar (102.854 Euro) mit seinen beiden Jobs. Dank dieser Überbeschäftigung glaubte er, dass er in den nächsten fünf bis zehn Jahren finanziell in der Lage sein werde, in Rente zu gehen. Adrian will ins Ausland ziehen, an einen Ort, wo die Lebenshaltungskosten niedriger seien als in den USA.

Doch als Adrians Vertrag für seinen zweiten Job im März auslief, war er größtenteils erleichtert, sagte er. Denn er habe wenig Lust auf die viele Arbeit.

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"Ich habe viel mehr Geld verdient als jemals zuvor, ich denke, es war eine kluge Idee, und es hat Spaß gemacht, Freunden davon zu erzählen — aber das Leben ist jetzt besser", sagte Adrian. Seine Identität ist BI bekannt, aber er bat darum, ein Pseudonym zu verwenden, weil er berufliche Konsequenzen fürchtet.

Adrian gehört zu den Amerikanern, die — oft im Geheimen — mehrere Jobs angenommen haben, um ihr Einkommen aufzubessern. BI hat etwa 20 dieser Jobjongleure befragt. Von denen arbeiten viele in der IT- und Tech-Branche. Sie nutzen das zusätzliche Geld, um Studienschulden abzubezahlen, für die Rente zu sparen und sich Urlaube und Medikamente zur Gewichtsreduzierung zu leisten. Manche Unternehmen haben kein Problem damit, dass ihre Mitarbeiter einen zweiten Job haben. Doch wenn die Angestellten dies ohne Genehmigung des Arbeitgebers tun, könnte dies negative Folgen haben.

In jüngster Zeit gab es jedoch einen intensiven Wettbewerb um Remote-Arbeitsplätze. Denn immer mehr Arbeitgeber verlangen, dass Angestellte aus dem Home Office ins Büro zurückkehren. Diese Veränderung hat dazu geführt, dass der Lebensstil der Jobjongleure mehr oder minder unhaltbar geworden ist.

Adrian erzählt, wie und warum er überbeschäftigt wurde, was seine besten Ratschläge sind und warum er froh ist, wieder nur einen Job zu haben.

Die Angst vor dem Ruhestand führte zur Überbeschäftigung

Während einige US-Amerikaner Schwierigkeiten haben, für den Ruhestand zu sparen, gehört Adrian zu denen, die Einkommens- und Sparmaßnahmen ergriffen haben, um früher in den Ruhestand zu gehen. Er wollte mit 50 in Rente gehen.

Als ihm vergangenes Jahr ein Personalvermittler auf Linkedin eine Nachricht über eine vertraglich vereinbarte Vollzeit-Fernbeschäftigung zukommen ließ, beschloss er, sich das Angebot anzuhören.

Im Laufe des Vorstellungsgesprächs wurde Adrian klar, dass er beide Aufgaben unter einen Hut bringen könnte. Er fragte nach dem höchsten Gehalt für die neue Stelle: 70 Dollar (65,45 Euro) pro Stunde.

"Wenn ich etwas nebenbei machen würde, wollte ich sicher sein, dass es sich lohnt", erklärte er.

Noch vor ein paar Jahren hätte Adrian niemals eine berufliche Entscheidung getroffen, die so sehr auf die Maximierung seines Einkommens ausgerichtet gewesen wäre.

Er hat immer geglaubt: "Wenn du deinen Job liebst, wirst du nie einen Tag in deinem Leben arbeiten." Adrian hat sich nie große Sorgen um seine finanzielle Zukunft gemacht oder darum, wie viel Geld er verdient, erzählte er uns. Diese Philosophie habe dazu geführt, dass er einen "unglaublich angenehmen" Job ausübte — in einer völlig anderen Branche als seiner jetzigen —, der ihm nach eigenen Angaben weniger als 40.000 Dollar (knapp 37.401 Euro) im Jahr einbrachte.

"Ich habe mich nicht wirklich darum gekümmert, Geld zu verdienen, weil ich nie über den Ruhestand nachgedacht habe", sagte er. "Ich bin einfach davon ausgegangen, dass man arbeitet, bis man alt ist, und dann in den Ruhestand geht, und dass sich das irgendwie von selbst regelt".

Der Zweitjob klang nach dem perfekten Spar-Weg

Doch vor ein paar Jahren erlebte Adrian eine persönliche "Veränderung", die ihn dazu brachte, seine finanzielle Gesundheit und Zukunft in den Vordergrund zu stellen.

"Ich würde nie in der Lage sein, mit meinem alten Job in den Ruhestand zu gehen", sagte er. "Aber ich habe nie wirklich darüber nachgedacht und ich liebte das Leben, das ich führte."

Zunächst suchte er nach einem anderen Karriereweg. Er besuchte eine Graduiertenschule und nach einer etwa einjährigen Arbeitssuche, die fast seine gesamten Ersparnisse aufbrauchte, fand er die Stelle, die er heute noch hat.

Dann begann er zu sparen, wo er nur konnte. Er und seine Frau arbeiteten ein Jahr lang als Haus- und Haustiersitter, was es ihm seiner Meinung nach ermöglichte, keine Miete zu zahlen, da sie jeden Monat von einer Wohnung zur nächsten zogen. Er begann auch in kostengünstige Indexfonds zu investieren und zu versuchen, in Gegenden mit niedrigen Lebenshaltungskosten zu leben, während er seine "Gehälter in Gegenden mit hohen Lebenshaltungskosten" beibehielt.

Als sich ihm vergangenes Jahr die Möglichkeit bot, mehrere Jobs anzunehmen, war das für ihn nur eine weitere Gelegenheit, seine Finanzen zu verbessern.

Worauf man bei einem Zweitjob achten sollte – und warum er froh ist, nicht mehr überbeschäftigt zu sein

Adrian sagte, sein zweiter Arbeitgeber wisse, dass er eine Hauptbeschäftigung habe. Aber es sei ihm "egal" gewesen, zum Teil, weil er mit der Qualität seiner Arbeit zufrieden war. Seinem ersten Arbeitgeber hat er nie gesagt, dass er einen zweiten Job angenommen hat. Er glaubt nicht, dass es ihn interessiert hätte, da er ein "Top-Leistungsträger" war.

Grundsätzlich dürft ihr in auch Deutschland mehreren Tätigkeiten nachgehen – wobei zwei Vollzeitjobs aufgrund des Arbeitszeitgesetzes praktisch nicht möglich sind. Andere Jobs gehen aber, sofern euer Arbeitgeber informiert und einverstanden ist. Beim zweiten Job in Anstellung erhaltet ihr allerdings automatisch Lohnsteuerklasse 6, sofern ihr mehr als 538 Euro im Monat verdient. Und die Besteuerung ist sehr hoch.

Der US-Amerikaner Adrian sagte, dass man sich grundsätzlich in seiner Haupttätigkeit "sehr wohl" fühlen sollte, bevor man einen zweiten Job annimmt. "Man muss sich in seinem ersten Job so wohlfühlen, dass man das Gefühl hat, dass man noch Zeit für andere Aufgaben hat", sagte er. Er fügte hinzu, dass es hilfreich sei, wenn beide Jobs flexibel und unabhängig sind und nicht viele Besprechungen stattfinden.

Wichtig ist auch, dass ihr darauf vorbereitet seid, dass euer Privatleben durch die zusätzliche Arbeitsbelastung beeinträchtigt wird. Das ist vielleicht der größte Teil des Jobjonglierens, auf den er nicht vollständig vorbereitet war. Der Grund, warum er sich seit dem Ende seines Vertrags im März nicht um einen Ersatz für seinen zweiten Job bemüht hat.

Für Adrian ist die Rente mit 50 "nicht wert", zwei Jobs zu machen

Obwohl sein Arbeitspensum variierte, sagte Adrian, dass er oft mehr als 40 Stunden pro Woche in den beiden Jobs gearbeitet habe — auch an manchen Abenden und Wochenenden. Es sei überschaubar gewesen, habe aber Opfer von ihm abverlangt.

"Zu stressig, zu viel Zeit ohne meine Partnerin, keine Möglichkeit, nach draußen zu gehen oder Yoga zu machen — das ist es nicht wert", sagte er über seine Überbeschäftigung. 2024 will ich mein Einkommen nicht maximieren, ich habe im vergangenen Jahr eine Menge Geld verdient.

Jetzt ist es nicht mehr Adrians Ziel, auf eine Rente mit 50 hinzuarbeiten. Stattdessen will Adrian seine Gesundheit, soziale Bindungen, seine Partnerin und "Spaß haben" in den Vordergrund stellen. Obwohl er sich immer noch viel mehr auf seine Finanzen konzentriert als früher, sagte er, dass er mit einem zweiten Job zu weit gegangen sei.

Auch ohne das zusätzliche Einkommen sei er in der Lage, vor dem 50. Lebensjahr in Rente zu gehen. Er würde nicht ausschließen, dass er eines Tages wieder einen zweiten Job ausüben würde. Aber das Arbeitspensum müsste dann recht gering sein. Im Moment sei er froh, dass er wieder nur einen Job hat.

"Die Verringerung des Stresses und der zeitlichen Verpflichtungen ist es wert", sagt er.

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