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Mieterbund: Mieter von höheren Heizkosten durch CO2-Preis ausnehmen

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BERLIN (dpa-AFX) - Der Mieterbund hat das Vorhaben dreier SPD-Ministerien begrüßt, Vermieter mit der Einführung des neuen CO2-Preises an den zusätzlichen Heizkosten zu beteiligen - fordert aber mehr. Die Bundesministerien für Umwelt, Justiz und Finanzen hatten vorgeschlagen, dass Vermieter höchstens die Hälfte der Zusatzkosten, die künftig beim Heizen mit Öl oder Erdgas entstehen, auf die Miete aufschlagen dürfen. Man begrüße die Stoßrichtung, teilte Mieterbund-Direktorin Melanie Weber-Moritz am Dienstag mit. "Allerdings fordern wir nach wie vor die hundertprozentige Ausklammerung der Mieterinnen und Mieter von der CO2-Bepreisung. Denn nur so kann die gewünschte Lenkungswirkung erreicht werden."

Mieter könnten nicht auf klimaschonende Heizsysteme umstellen oder energetische Sanierungen initiieren, argumentierte der Mieterbund. "Müssen Vermieter die hundertprozentigen Kosten der CO2-Bepreisung zahlen, würden zusätzliche Anreize für Investitionen in klimaschonende Heizungssysteme oder energetische Sanierungen entstehen." Schon jetzt seien die Heizkosten in einem energetisch schlechteren Haus im Schnitt mehr als doppelt so hoch wie in einem sanierten Haus. Die CO2-Bepreisung vergrößere diese Schere - es sei mit Mehrkosten zwischen 25 und 125 Euro pro Haushalt zu rechnen.

Der CO2-Preis verteuert ab 2021 sowohl Benzin und Diesel als auch Heizöl und Erdgas - erst nur ganz wenig, dann Jahr für Jahr bis 2025 etwas mehr. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Ziel ist, fossile Brenn- und Kraftstoffe weniger attraktiv zu machen und zum Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen anzuregen.