Deutsche Märkte öffnen in 6 Stunden 41 Minuten
  • Nikkei 225

    28.812,63
    0,00 (0,00%)
     
  • Dow Jones 30

    34.230,34
    +97,31 (+0,29%)
     
  • BTC-EUR

    47.803,33
    +2.584,85 (+5,72%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.478,05
    +72,74 (+5,18%)
     
  • Nasdaq Compositive

    13.582,42
    -51,08 (-0,37%)
     
  • S&P 500

    4.167,59
    +2,93 (+0,07%)
     

„Als Menschen harmonieren wir sehr gut“: Warum der Glagau-Deal für MyEy trotzdem platzte

Timo Brücken
·Lesedauer: 2 Min.
MyEy-Gründer Chris Geiser bekam bei DHDL ein Investment von Nils Glagau, doch der Deal kam nicht zustande.
MyEy-Gründer Chris Geiser bekam bei DHDL ein Investment von Nils Glagau, doch der Deal kam nicht zustande.

Wer „Die Höhle der Löwen“ guckt, kann schon mal vergessen, dass das in der Show Gezeigte nicht unbedingt dem aktuellen Stand der Dinge entspricht. Zwischen Aufzeichnung und Ausstrahlung liegen mitunter Monate, in denen viel passieren kann. Zum Beispiel der ein oder andere Deal platzen, der doch gerade erst vor der Kamera besiegelt wurde. So wie bei MyEy, dem Startup des Tiroler Konditormeisters Chris Geiser.

Der 50-Jährige Veganer hat einen rein pflanzlichen Ei-Ersatz fürs Kochen und Backen entwickelt. Alles für die Legehennen, die Geiser weltweit „in den Ruhestand schicken will“, wie er in der Sendung erzählt. Sechs Jahre ist er damit zum Stand der Aufzeichnung auf dem Markt, verkauft nach eigenen Angaben rund 22.000 Dosen im Jahr und hat in den vergangenen drei Jahren im Schnitt jeweils 120.000 Euro Umsatz gemacht. Nun hätte er von den Löwen gern 150.000 Euro und ist bereit 15 Prozent der Firmenanteile abzugeben.

Der selbsternannte „vegane Skepiker“ Georg Kofler ist sofort raus, auch Judith Williams sagt schnell ab. Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel machen ein gemeinsames Angebot: 300.000 Euro für 30 Prozent. Doch Nils Glagau, dem anfangs noch das von Geiser frisch zubereitete vegane Spiegelei nicht geschmeckt hat – „matschig-weiche Konsistenz (...) erinnert mich so gar nicht an Ei“ – bekommt am Ende den Zuschlag, zu Geisers Wunschkonditionen. Was MyEy anbiete, sei „eine Nische, aber auch ein Trend, der sich weltweit fortsetzen wird“, sagt der Investor. „Das wird eine ganz schöne, tolle, große Nummer“, flüstert er Geiser bei der Umarmung vor der Kamera zu.

Persönliches Ziel statt neuer Firmenstruktur

Doch der Deal zwischen Orthomol-Chef Nils Glagau und MyEy kam nach der DHDL-Aufzeichnung nicht zustande, wie beide Seiten auf Nachfrage mitteilten. Nach dem Dreh habe sein Team Geiser in Sachen Strategie, Marketing, Vertrieb und Finanzen beraten, so Glagau. „Wir haben schnell gemerkt: Als Menschen harmonieren wir sehr gut, uns verbinden gleiche Ansichten und Werte.“ Chris Geiser lobt den „Spirit“ des Investors und schreibt: „Nils mit seinem kompetenten Team habe ich wirklich als sympathische Menschen kennenlernen dürfen.“

Doch dann habe der MyEy-Gründer entschieden, „sich nicht auf Strukturänderungen seines Unternehmens zu fokussieren, sondern vorerst ein persönliches Ziel zu verfolgen“, heißt es von Glagau. Um welche Umstrukturierungen es sich handelt, darauf gehen beide Seiten nicht ein. Glagau hatte in der Sendung etwa eine größere Produktpalette angeregt, Geiser sich Vertriebsunterstützung in Asien und den USA gewünscht.

Und das persönliche Ziel des Gründers? Ihm sei die Zeit mit seiner Familie sehr wichtig, schreibt der Konditormeister, und er wolle sein Masterstudium abschließen. Die Vertriebsseite seines Startups sei ihm manchmal „eine Nummer zu groß“, hatte Chris Geiser noch bei DHDL gesagt. Jetzt studiert er Handelsmanagement.