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Mecklenburg-Vorpommern erwägt bei Gaststättenöffnung eigenständigen Weg

SCHWERIN (dpa-AFX) - Im Ringen um eine Wiederbelebung von Gastronomie und Tourismus schließt Mecklenburg-Vorpommern nach den Worten von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) einen Sonderweg nicht mehr aus. In den beiden Telefonkonferenzen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 30. April und am 6. Mai wolle sie sich für ein bundesweites Signal für die Öffnung der Gastronomie einsetzen. "Wenn das aber nicht möglich ist, weil andere Länder noch nicht so weit sind, können wir regional auch einen eigenständigen Weg gehen", sagte Schwesig am Mittwoch in Schwerin.

Eine Öffnung von Gaststätten setze aber voraus, dass die Entwicklung der Infektionszahlen im Land auch in der nächsten Woche weiterhin positiv verlaufe, betonte die SPD-Politikerin. Alles deute jedoch bislang darauf hin. In Mecklenburg-Vorpommern hatte es in den zurückliegenden Tagen nur noch wenige Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus gegeben. Mit zuletzt etwa 43 Infizierten pro 100 000 Einwohner weist der Nordosten bundesweit weiterhin die geringste Infektionsquote auf.

Die Landesregierung hatte in der Vorwoche einen Fünf-Stufen-Plan beschlossen, allerdings zum Leidwesen der Branche kaum konkrete Daten genannt. Demnach dürfen als erstes vom 1. Mai an auch wieder auswärtige Besitzer von Ferienwohnungen nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Zudem können Dauercamper auf die Campingplätze zurückkehren. Sollten die Zahlen nach den ersten Lockerungen für Handel und Sportstätten niedrig bleiben, soll als Schritt zwei eine vorsichtige Wiedereröffnung der Gastronomie folgen. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte dafür am Dienstag überraschend schon den 11. Mai ins Gespräch gebracht und damit innerhalb des Kabinetts für Verwunderung gesorgt.

Schwesig (SPD) will sich erst nach den Bund-Länder-Gesprächen festlegen. Am 6. Mai seien auch die Auswirkungen der Ladenöffnung auf das Infektionsgeschehen erkennbar, sagte sie zur Begründung. Laut Stufenplan sollen später in einem dritten Schritt Übernachtungen für Urlauber aus Mecklenburg-Vorpommern im Land möglich werden. Unter strengen Auflagen könne in einem vierten Schritt dann Urlaub für alle Bundesbürger im Nordosten erlaubt werden, ehe in Schritt fünf auch Tagestourismus wieder ermöglicht werden soll und auch ausländische Gäste wieder kommen dürfen, hieß es. Die Tourismuswirtschaft im Nordosten dringt auf rasche Lockerungen.

Glawe begrüßte am Mittwoch Bestrebungen anderer Bundesländer zur Wiederbelebung touristischer Angebote ausdrücklich. "Unser Bundesland ist mit dem Phasen-Plan für den Tourismus bundesweit voran marschiert. Wir sind Ideengeber und in enger Abstimmung mit den Ländern", sagte er.

Glawe reagierte damit auf die gemeinsame Ankündigung seiner Amtskollegen aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen, Tourismus und Gastgewerbe schrittweise wieder hochfahren zu wollen. Sie legten einen Drei-Stufen-Plan zur Aufhebung der coronabedingten Einschränkungen vor. Demnach sollen die Lockerungen ab Anfang Mai beginnen. Medienberichten zufolge könnten Zoos und Freizeitparks vom 7. Mai an wieder öffnen. In der zweite Phase folgten am 11. Mai Restaurants und mit eingeschränkter Nutzung Ferienwohnungen und Hotels und am 25. Mai dann Übernachtungstourismus ohne Restriktionen.