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LVMH: Geschäft mit Luxus zieht wieder leicht an

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Der Branchenführer im Luxussegment kann sich vor allem über eine Erholung des Asiengeschäfts freuen. Teure Güter sind wieder gefragt.

Die Coronakrise hat auch der Luxusbranche und deren Marktführer LVM zugesetzt. Doch der Luxuskonzern, zu dem Champagnerhäuser wie Moët & Chandon, Modehäuser wie Dior und Fendi und Juweliere wie Bulgari gehören, verzeichnete im dritten Quartal erste Anzeichen einer – auf lange Sicht – Erholung.

War die Entwicklung im ersten Halbjahr noch katastrophal, gibt es nun die ersten Lichtblicke. Vor allem der Onlinehandel legt zu, gerade in Asien ging es im dritten Quartal schon wieder aufwärts. Besser als in allen anderen Sparten lief es bei Mode und Lederwaren. Die Nachfrage nach internationalen Reisen ist indes weiter rückläufig.

Im dritten Quartal gingen die Umsätze bei LVMH um sieben Prozent zurück, insgesamt waren es in den ersten neun Monaten des Jahres 21 Prozent – und im ersten Halbjahr noch 28 Prozent. Besonders hart war das zweite Quartal mit minus 38 Prozent. „Wir haben eine Erholung seit Juni gesehen“, hieß es bei der Onlinevorstellung der Zahlen der ersten neun Monate.

Im Bereich Mode und Leder ging es im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr wieder zwölf Prozent aufwärts. Auf Neunmonatssicht beträgt der Einbruch elf Prozent, während es im ersten Halbjahr noch minus 24 Prozent waren. Analysten hatten im dritten Quartal mit einem Minus von einem Prozent gerechnet.

In der Sparte Wein und Spirituosen lief es zumindest nicht schlecht. Im ersten Halbjahr waren es minus 23 Prozent, im dritten Quartal nur noch minus drei Prozent. In den ersten neun Monaten liegt das Minus somit bei 15 Prozent. Vor allem Cognac war gefragt. Weniger gut lief es bei Kosmetika und Parfüms und vor allem bei Uhren und Schmuck, die eindeutig Verlierer der Krise sind.

Vollständige Erholung erst in Jahren erwartet

In Asien verbuchte LVMH im dritten Quartal schon wieder ein Plus von 13 Prozent, der Neunmonatsrückgang beträgt damit minus zwölf Prozent. Auch in den USA ist schon eine Verbesserung zu spüren, während die Talfahrt in Europa nur langsam gebremst wird.

LVMH-Chef Bernard Arnault ist der Ansicht, dass der Konzern sich in einer exzellenten Position befindet, um vom Aufschwung zu profitieren. Er hatte nach dem ersten Halbjahr vorhergesagt, dass es im zweiten Halbjahr schon wieder besser aussieht, und damit recht behalten. Das Unternehmen, das innerhalb von zehn Jahren seinen Umsatz verdreifacht hat, will 2020 seinen Vorsprung auf dem internationalen Luxusmarkt trotz der Coronakrise vergrößern. Zuletzt wurde aber von LVMH die Übernahme des US-Schmuckhändlers Tiffany abgeblasen – eine Schlammschlacht droht.

Luxusexperten rechnen allerdings nur mit einer langsamen Erholung der Branche. Die Spezialisten der Unternehmensberatung Bain & Company gehen 2020 von einem Umsatzminus von 20 bis 35 Prozent aus. Erst 2022 oder 2023 dürfte sich das Segment erholt haben und auf dem Niveau von 2019 liegen.

Die Lust auf Luxus ist aber weiterhin vorhanden, so die Aussicht, der Experten, auch wenn es kurzfristig etwas schlechter läuft. Die großen Marken dürften es besser durch die Krise schaffen, weil sie genug Geld für die Umstellung auf die neue Situation haben. Das zeigte sich schon bei den Zahlen von LVMH für das dritte Quartal.