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Linksfraktion: Corona-Zuschuss für Grundsicherungsempfänger zu gering

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BERLIN (dpa-AFX) - Der Vorsitzende der Linksfraktion, Dietmar Bartsch, hat den vom Koalitionsausschuss beschlossenen Corona-Zuschuss für Grundsicherungsempfänger als zu gering kritisiert. "Eine einmalige, bescheidende Zahlung ist kein Ruhmesblatt für die bisherige Ignoranz", sagte Bartsch der "Rheinischen Post" (Freitag). Die beschlossene Einmalzahlung helfe strukturell und dauerhaft so wenig wie ein weiterer Kinderbonus.

Nach dem Beschluss der Koalitionsspitzen vom Mittwochabend sollen erwachsene Grundsicherungsempfänger einen einmaligen Zuschuss von 150 Euro bekommen. Die Koalitionsspitzen hatten zudem, wie bereits im vergangenen Jahr, einen einmaligen Kinderbonus von 150 Euro für Familien beschlossen.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, kritisierte die Einmalzahlung für Hartz-IV-Empfänger als einen "Tropfen auf den brennend heißen Stein". "Sinnvoller wäre ein monatlicher Zuschuss von 100 Euro gewesen, denn die Pandemie und ihre Kosten werden uns alle noch ein paar Monate begleiten", sagte Bentele der "Rheinischen Post". Auch für Familien forderte sie eine dauerhafte finanzielle Unterstützung. Der beschlossenen Kinderbonus sei nur ein Anfang: "Familien im Grundsicherungsbezug brauchen einen Zuschuss von 100 Euro pro Monat und Person."

Der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, begrüßte die Ergebnisse des Koalitionsausschusses. Er sei positiv überrascht, sagte Hilgers der "Rheinischen Post". "Das wiegt nicht alle Belastungen auf, ist aber ein guter Beitrag". Der Kinderbonus sei eine wichtige Hilfe für alle Familien und auch die Unterstützung von 150 Euro für erwachsene Menschen, die von Grundsicherung leben, sei dringend notwendig.