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Leute, lernt Marktwirtschaft!

·Lesedauer: 2 Min.

Mieten deckeln und Hausbesitzer drangsalieren? Die Politik sollte lieber den Eigentumserwerb fördern – und Raumplanung endlich ernst nehmen.

 Foto: dpa
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Corona schüttelt den Immobilienmarkt durcheinander – aber anders, als erwartet. Die Preise in den Metropolen wollen einfach nicht fallen. Zur Bekämpfung der Krisenfolgen wurde viel Geld geschöpft, das angelegt werden will. Investoren, die Inflation fürchten, kaufen Aktien, Gold, Bitcoin – vor allem aber innerstädtische Immobilien. Gleichzeitig steigen die Preise im Umland. Homeoffice, Isolation, Bewegungsverbote sind im Haus mit Garten eher noch auszuhalten als in der Stadtwohnung. Deren Vorteile entfallen, wenn Theater und Restaurants geschlossen sind.

Weil die Mehrheit der Wähler zur Miete wohnt, hält die Politik dagegen. Das Problem: Marktinterventionen haben Folgen. Bauherrenmodelle entwickeln sich zu Anlegerfallen. Steuerlich subventionierte Einkaufszentren verfallen. Mietpreisbremsen und Mietendeckel reduzieren das Angebot, weil weniger gebaut wird – und Mietwohnungen in Eigentum umgewandelt werden. Und so gebiert eine Intervention die nächste: Dass Vermieter lieber verkaufen als mit dem Vermieten Verluste zu schreiben, wollen Sozialdemokraten ihnen nicht durchgehen lassen – die Koalition will die Umwandlung jetzt per Gesetz erschweren.

Es ist ein Graus. Zumal die Politik sich gar nicht enthalten, sondern bloß klüger agieren müsste. Statt die Preise zu deckeln und Menschen vorzuschreiben, was sie mit ihren Wohnungen unternehmen dürfen, sollte sie den Eigentumserwerb fördern. Weit weniger als die Hälfte der Haushalte wohnt in der eigenen Immobilie – die angeblich so reichen Deutschen liegen hier in der EU weit hinten.

Auch in Sachen Raumordnung bedarf es einer steuernden Hand. Während der Lockdown den stationären Einzelhandel erledigt, werden neue Lager und Logistikzentren für den boomenden Onlinehandel im Dutzend durchgewinkt: Für 150 Lagerjobs nimmt mancher Kommunalpolitiker die Versiegelung riesiger Flächen und ungebremste Lkw-Verkehre in Kauf.

Auch der Bauboom im Umland der Städte bedarf dringend der politischen Steuerung. Wollen wir wirklich noch mehr seelenlose Hochpreis-Slums, noch mehr schematisch in die Landschaft wuchernde Neubausiedlungen? Städte lebendig erhalten, das Land lebenswert gestalten – es gibt genügend Ansatzpunkte für politischen Ordnungswillen. Dem Markt einen Rahmen verpassen, ihn ansonsten gedeihen lassen, das war und ist das Erfolgsrezept der Marktwirtschaft – schon vergessen?

Mehr zum Thema: Die Bundesregierung will das Umwandeln von Mietwohnungen in Eigentum verbieten. Vermieter sollten handeln, bevor das Verbot greift.