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Wer leidet am stärksten unter Covid-19? Die Folgen der Coronakrise in zwölf Grafiken

Das Zentrum der Lungenkrankheit liegt nun in Europa. Infektionsverläufe und Testdichte, Grenzschließungen und Börsenkurse: Diese Grafiken zeigen, wer wie stark betroffen ist.

Was als neue unbekannte Krankheit Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan begann, hat die Welt in einen beispiellosen Ausnahmezustand versetzt. Europa ist zum neuen Zentrum der Ansteckungen geworden.

Mittlerweile breitet sich das Virus auch in Deutschland rasant aus.

Die Skepsis an den offiziell gemeldeten Zahlen aus einigen Ländern wächst. Doch zeichnet sich derzeit folgendes Bild ab: Europa – und hier vor allem Italien und Spanien, aber auch Deutschland und Frankreich – sowie der Iran und die USA sind derzeit bei den Neuinfektionen besonders stark betroffen.

Die Reaktion sind Grenzschließungen, Ausgangssperren und Rettungspakete.

China meldet indes drastisch gesunkene Zahlen an Neuinfektionen, hebt Beschränkungen auf und öffnet Freizeiteinrichtungen wieder schrittweise.

Die westlichen Finanzmärkte haben klar auf die Verschiebung des Epizentrums reagiert. Die Börsenkurse in den USA und Europa haben massive Kurseinbrüche verzeichnen müssen.

Auch das Einschreiten der Notenbanken in den USA, Großbritannien und dem Euro-Raum konnte daran zunächst nichts ändern. Die Regierungen haben mit mit milliardenschweren Liquiditäts- und Konjunkturhilfen reagiert.

Besonders stark trifft es die Fluglinien. Lufthansa spricht über Staatshilfen. KLM hat den Abbau von 1500 bis 2000 Arbeitsplätzen in den kommenden Monaten angekündigt.

Firmenchef Pieter Elbers spricht von einer „Krise von bisher nicht gekannten Ausmaß“. Auch British Airways kündigt Entlassungen an. Konzernchef Alex Cruz spricht vom „Überleben von British Airways“.


Immer mehr Ökonomen wagen erste konkrete Prognosen, wie das Coronavirus SARS-CoV-2 die Weltwirtschaft belasten wird. Die OECD hat zwei Szenarien aufgestellt, von der sich derzeit das negativere – eine weltweite Ausbreitung des Virus ähnlich wie in China – zu bewahrheiten scheint.

Für diesen Fall rechnen sie mit einer Halbierung des weltweiten Wachstums auf 1,5 Prozent. Für Deutschland sehen sie eine Rezession voraus. Das Institut für Weltwirtschaft rechnet für die deutsche Wirtschaft mit einem Rückgang in den ersten beiden Quartalen.

Im zweiten Quartal dürfte die Wirtschaft danach um ein Prozent schrumpfen – und sich dann wieder erholen. Doch ob es dabei bleibt, stellt mittlerweile der eigene Institutschef schon wieder in Frage.

Längst geht es nicht mehr „nur“ um stillgelegte Fabriken und einen Nachfrageeinbruch in China. Fabriken in Südkorea und Italien stehen still, kleine und große Unternehmen in Europa und den USA kämpfen derzeit gegen Liquiditätsengpässe, die Folgen abgesagter Veranstaltungen und sinkende Nachfrage.

Covid-19 breitet sich exponentiell aus. Ein Vergleich des Infektionsverlaufes zeigt: Japan ist das Land, das es am besten geschafft hat, die Ansteckung zeitlich zu strecken. In Europa und den USA ist das Abflachen der Ansteckungskurve dagegen bisher nicht gelungen.

Im internationalen Vergleich zeigen sich deutliche Unterschiede bei den Fatalitätsraten von Covid-19. In Italien liegt die Sterberate, die sich aus den offiziell gemeldeten Infektions- und Sterbefällen ergibt, derzeit bei 7,94 Prozent, in Südkorea dagegen nur bei 1,00 Prozent (Stand 18.3.).

Das liegt unter anderem daran, dass die Zahl der Infektionen in Italien deutlich höher sein dürfte als es die offiziell gemeldeten Fälle widerspiegeln.

Dies wiederum ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass einzelnen Länder unterschiedlich intensiv auf das Coronavirus testen. In Südkorea wird am intensivsten auf Corona getestet.

In den USA dagegen gerade nicht. Auch hier ist die Vermutung, dass die offizielle Zahl an Infektionen deutlich zu niedrig liegt.

Als Reaktion auf Covid-19 wird der weltweite Austausch heruntergefahren. Italien, Spanien und Frankreich etwa haben Ausgangssperren verhängt.

Um die Ansteckungen einzudämmen, beschränken mittlerweile die meisten Länder die Einreise für Menschen aus bestimmten Staaten. Die EU hat mittlerweile ihre Außengrenzen geschlossen.

Zahlreiche Binnengrenzen wie die zwischen Frankreich und Deutschland sind ebenfalls für normale Passanten zu.

Hier ein Überblick:


Dabei sind schon die Auswirkungen der Coronakrise in China drastisch für die Weltwirtschaft. Denn die zweitgrößte Volkswirtschaft hat sich zum globalen Wachstumsmotor entwickelt.

Der Einbruch auf dem Automarkt ist symptomatisch für die dramatischen Wirtschaftskonsequenzen im Reich der Mitte.


Das Gefährliche am neuen Coronavirus ist, dass es keinen Impfstoff gibt und das Virus hoch ansteckend ist. Die Fatalität steigt mit dem Alter. Anhand der offiziell gemeldeten Zahlen an Infektionen und Todesfällen ergibt sich im Vergleich zu anderen Epidemien folgendes Bild.

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