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LBBW warnt vor Gewinnrückgang in 2020, Bankensektor belastet

David Verbeek und Stephan Kahl

(Bloomberg) -- Die Landesbank Baden-Württemberg stellt für 2020 einen Rückgang beim Vorsteuerergebnis in Aussicht, nachdem sie im vergangenen Jahr einen Gewinnsprung geschafft hat.

Für das laufende Jahr sieht die LBBW ein “noch herausfordernderes” Umfeld und verweist auf die Folgen des Coronavirus, die zum Niedrigzinsumfeld, der hohen Wettbewerbsintensität und der schwachen Konjunktur hinzukämen. Für 2020 geht die Bank darum von einem Vorsteuerergebnis unter Vorjahr und im “mittleren dreistelligen Millionenbereich” aus.

Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, kletterte der Überschuss vor Steuern im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 612 Millionen Euro, ein Plus von 11,4% gegenüber 2018. Der Zinsüberschuss stieg um 7,5%, der Provisionsüberschuss legte 8,7% zu. Die harte Kernkapitalquote lag bei 14,6%, verglichen mit 15,1% ein Jahr zuvor.

“Die Auswirkungen des Corona-Virus werden im Jahr 2020 die deutsche Wirtschaft insgesamt stark belasten und damit auch den Bankensektor”, sagte LBBW-Chef Rainer Neske. Die LBBW sei jedoch “aufgrund der sehr soliden Entwicklung in den vergangenen Jahren, ihrer starken Kapitalbasis und ihrem konservativen Risikoprofil” gut gerüstet.

Die Risikovorsorge stieg um 10 Millionen Euro auf 151 Millionen Euro. Die Quote der notleidenden Kredite lag bei 0,6%.

Angesichts der Strukturumbrüche in der Autoindustrie hin zum Elektromotor und der weltweiten Handelskonflikte hatte die LBBW zuletzt das Kreditportfolio in der Automobilbranche relativ zurückgefahren.

Der Anteil am Gesamt-Kreditportfolio der Bank sei von 17% Ende 2018 wohl auf rund 15% Ende 2019 gesunken, erklärte Neske Ende Januar bei einer Veranstaltung in Frankfurt. “Es wird einen massiven Umbau in der Automobilindustrie geben. Das heißt, es wird einzelne geben, die das nicht durchstehen werden”, sagte er damals. Die Autobranche werde aber immer ein sehr bedeutender Sektor für die Bank bleiben.

Mit der Vorsicht gegenüber der Branche ist die LBBW nicht alleine. So erklärte beispielsweise die Helaba unlängst gegenüber Bloomberg News, sie schaue bei Krediten an den Sektor “genauer hin”.

Gleichzeitig machte Neske im Januar deutlich, dass er kaum Gründe sieht, sein Institut in das geplante Spitzeninstitut der Sparkassen-Gruppe einzubringen. Er stellte Logik, potenzielle Synergien und bessere Renditen aus einer Fusion für sein Haus in Frage. Derzeit verhandeln bereits Helaba und DekaBank über einen Zusammenschluss, welcher die Grundlage für eine Sparkassen-Zentralbank sein könnte und anderen Landesbanken offensteht.

Kontakt Reporter: David Verbeek in Frankfurt dverbeek1@bloomberg.net;Stephan Kahl in Frankfurt skahl@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Ingo Kolf

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