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Lange Warteschlangen & Personalmangel: Schon jetzt herrscht in Spitzenzeiten Chaos an den Flughäfen – so wird der Sommer

Dicht an dich drängten sich die Menschen am Flughafen Düsseldorf am Freitag, 20. Mai 2022.
Dicht an dich drängten sich die Menschen am Flughafen Düsseldorf am Freitag, 20. Mai 2022.

Seit Ostern kommt die Luftfahrt aus der Dauer-Rush-Hour nicht mehr richtig raus. Wer gedacht hat, erst mit Beginn der Sommerferien werden die Flughäfen wieder so richtig voll, der irrt: Mit Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam stehen noch vor dem Sommer gleich drei Feiertage an, an denen es die Deutschen ins Ausland zieht.

Die Folge: Die Passagiere müssen warten. Und mehr Zeit einplanen – denn die Sicherheitskontrollen an den deutschen Flughäfen könnten potenziell jederzeit überlastet sein. Insbesondere in den frühen Morgenstunden und am Abend ist die Gefahr langer Schlangen groß. So war es am vergangenen Wochenende am Flughafen Düsseldorf.

So schlimm habe er es seit fünf Jahren nicht erlebt, sagt uns Özay Tarim, Verdi-Gewerkschaftssekretär in Nordrhein-Westfalen. Verdi habe den Personalmangel bei den Sicherheitskontrollen schon im vergangenen Sommer vorhergesagt, sagt Tarim. "Jetzt gibt es richtig Druck im Kessel – und das bedeutet für unsere Beschäftigten eine enorm hohe Arbeitsbelastung." So fehlten aktuell pro Schicht gut hundert Mitarbeiter.

Auch der Frankfurter Flughafen kündigt lange Wartezeiten im Sommer an

Immerhin diese Baustelle will der Düsseldorfer Flughafen jetzt lösen. Am Mittwoch hat "RP Online" berichtet, dass der am Flughafen Düsseldorf tätige Dienstleister DSW bis spätestens Ende Juni einen weiteren Dienstleister einsetzen wolle, um den Personalmangel aufzufangen.

Aber auch andere deutsche Flughäfen stimmen ihre Kunden auf lange Wartezeiten im Sommer ein. Der Flughafenbetreiber Fraport rechnet mit Problemen bei der Abfertigung der Flugzeuge, da nach wie vor nicht hundert Prozent des Personals zur Verfügung stehe. Der Hochlauf des Flugverkehrs aus der Corona-Flaute laufe sehr schnell, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte am Dienstag bei der Hauptversammlung des MDax-Konzerns.

Die temporäre Lösung dürfte Passagieren nicht immer gefallen: In Abstimmung mit den Airlines sollen Flüge gestrichen werden. Zu Ostern beispielsweise hatte die Lufthansa einige Flüge sicherheitshalber abgesagt, um die Abfertigung nicht vollends zu überlasten. Das waren zwar überwiegend innerdeutsche Flüge etwa nach Berlin oder Hannover, die ohnehin in regelmäßigen Abständen fliegen. Sonderlich zur Freude der betroffenen Passagiere beigetragen haben dürfte das allerdings nicht.

In den Osterferien war jeder fünfte Fluggast von Verspätungen und Ausfällen betroffen

Der Fluggastrechte-Dienstleister "Air Help" hat festgestellt, dass in den diesjährigen Osterferien mehr als 22 Millionen Urlauber von einem europäischen Flughafen gestartet sind. Das sind zwar 16 Millionen mehr als noch im durch Corona geplagten Vorjahr, aber immer noch deutlich weniger als vor der Pandemie. 22 Prozent der Reisenden der diesjährigen Osterferien waren von Verspätungen und Ausfällen betroffen.

Dass es im kommenden Sommer nicht nur beim Flughafen-Personal, sondern auch beim Airline-Personal eng werden könnte, zeigt ein gemeinsamer Brief der Gewerkschaften UFO, Vereinigung Cockpit und Verdi an die Condor-Chefetage. Die Gewerkschaften haben darin gestern vor zu hoher Belastung der Flugbegleiter, Piloten und Bodenmitarbeiter gewarnt.

"Der Sommer wird hart, das zeigt sich jetzt schon in personalmangelbedingten Annullierungen und der Masse an Flugstunden, die sich anhäufen. Viele von uns stehen schon jetzt an der individuellen Belastungsgrenze", heißt es in dem Brief. Außerdem ist die Rede davon, dass die Fatigue-Reporte der letzten Monate "Bände sprechen" würden. Fatigue-Reporte sind Berichte, die Flugbegleiter und Piloten ausfüllen, wenn sie sich zu erschöpft fühlen, um den hohen Sicherheitsanforderungen an ihre Jobs gerecht zu werden.

Auch bei der Koffer-Abfertigung wird es eng

Wenn ihr als Passagiere trotz drohendem Chaos gut durch die Sicherheitskontrolle gekommen seid, wartet gleich die nächste Hürde auf euch: Wird es euer Koffer aufs Gepäckband an eurem Urlaubsort schaffen? Denn auch bei den Bodendienstleistern herrscht Personalmangel. Alleim in vergangenen Jahr ist die Zahl der fehlgeleiteten Koffer weltweit um 24 Prozent gestiegen, lautet es in einem Bericht des IT-Dienstleisters Sita.

Das bedeutet: Pro tausend Passagiere sind 4,35 Koffer nicht am richtigen Ziel angekommen. Der Dienstleister warnt davor, dass die Zahl der fehlgeleiteten Koffer steigen und Werte vor der Pandemie sogar übertreffen könnte, wenn die Branche nicht mit mehr und besser geschultem Personal reagiert.

Am Ende bleibt den Fluggästen nur, möglichst konstruktiv mit dem Chaos umzugehen. „Eine gute Vorbereitung ist das A und O“, schreibt der Flughafen Berlin-Brandenburg auf seiner Website. Dort empfehlen die Flughafen-Mitarbeiter unter anderem, möglichst nur ein Handgepäckstück pro Person mitzunehmen, die Grenzen der Flüssigkeiten im Handgepäck zu beachten, Jacken, Sakkos und Cardigans schon vor Beginn der Kontrolle auszuziehen und in die Wannen zu legen – und elektronische Geräte sowie den Flüssigkeitenbeutel griffbereit zu haben.

Mann steht vor Abflugtafel eines Flughafens.
Mann steht vor Abflugtafel eines Flughafens.
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