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Lösung im Streit über Beiratsbesetzung bei Tengelmann

Müller, Anja
·Lesedauer: 3 Min.

Die zerstrittenen Gesellschafter haben sich auf ein drittes Mitglied im Kontrollgremium verständigt. Von den Anwälten kommen versöhnliche Töne.

Im Gesellschafterstreit bei Tengelmann gibt es für einen der Konfliktpunkte eine Lösung: Der neue Beirat des Handelskonzerns kann zu Beginn des neuen Jahres komplett starten. Tengelmann-Chef Christian Haub und die Familie seines verschollenen Bruders Karl-Erivan Haub haben sich darauf geeinigt, dass der Unternehmer Carl-Thomas Epping als drittes Mitglied in das Kontrollgremium einziehen wird.

Der Beirat wacht über die Gruppe mit mehr als 90.000 Mitarbeitern, acht Milliarden Euro Umsatz sowie Beteiligungen an Firmen wie Obi, Kik, Tedi, Zalando und Delivery Hero. Bereits verständigt hatten sich die Gesellschafter auf Beiersdorf-Vorstand Thomas Ingelfinger als Vorsitzenden und Astrid Hamker, Präsidentin des CDU-Wirtschaftsrats, als Mitglied des Kontrollgremiums.

Beiratschef Ingelfinger teilte dem Handelsblatt mit, er freue sich außerordentlich, „dass die Gesellschafter unter Moderation ihrer erfahrenen Berater Binz und Gauweiler so schnell eine Einigung erzielen konnten“. Damit könne sich der Beirat unter seinem Vorsitz in voller Besetzung und „ohne die bisherigen Querelen den großen Herausforderungen stellen, die mit der Coronakrise, aber auch durch die zunehmende Verlagerung von Einzelhandelsumsätzen ins Internet einhergehen“. Immerhin trüge man ja in der Tengelmann-Holding für fast 100.000 Arbeitsplätze die Verantwortung.

Das dritte Beiratsmitglied Carl-Thomas Epping ist bislang nur selten öffentlich außerhalb von Hamburg in Erscheinung getreten. Der 61-Jährige ist Geschäftsführer der Carl-Th. Epping GmbH. Sie verwaltet die Unternehmen, die Epping im Laufe der vergangenen Jahre gekauft hat. Dabei handelt es sich um mittelständische Unternehmen in der Region Norddeutschland.

Seine berufliche Karriere startete er nach einem Studium in Chicago und St. Gallen bei der Strategieberatung McKinsey. Während des Studiums in St. Gallen entstand auch einst der Kontakt zu Karl-Erivan Haub. Der langjährige Tengelmann-Chef war vor zweieinhalb Jahren von einer Gletschertour am Klein Matterhorn nicht zurückgekehrt und gilt seitdem als vermisst.

Wird der „gordische Knoten“ durchschlagen?

Die Besetzung des dritten Beiratspostens kann man durchaus als gutes Omen werten, dass sich die Parteien auch in weiteren Streitpunkten kompromissbereit zeigen. Die Annäherung gelang offenbar durch den Anwaltswechsel zu Peter Gauweiler.

Katrin Haub, die Ehefrau des verschollenen Karl-Erivan, hatte Gauweiler vor wenigen Wochen engagiert. Der 71-Jährige hat schon den Medienunternehmer Leo Kirch vertreten und die Verfassungsbeschwerden gegen den Anleihekauf der EZB geführt. Der 71-jährige Spezialist für Familienunternehmen Mark Binz vertritt seit Sommer Christian Haub, den Nachfolger seines Bruders als Tengelmann-Chef.

Binz zitierte auf Anfrage des Handelsblatts aus einer gemeinsamen Erklärung der beiden Anwälte: „Wir haben Verhandlungen aufgenommen mit dem Ziel, eine einvernehmliche unternehmerische Lösung für den seit über zwei Jahren schwelenden Gesellschafterkonflikt zu finden.“ Zuvor hatte die „Lebensmittelzeitung“ darüber berichtet.

„Herr Gauweiler und ich haben langjährige Erfahrung in der Streitschlichtung“, sagte Binz. „Ich bin überzeugt, dass es uns kurzfristig gelingen wird, den gordischen Knoten im Tengelmann-Streit zu durchschlagen.“ Katrin Haub hat ihren Mann noch immer nicht für tot erklären lassen, denn dann droht eine Erbschaftsteuerzahlung von mehr als 450 Millionen Euro. Christian Haub hat angeboten, die Anteile der Familie seines vermissten Bruders für 1,1 Milliarden Euro zu übernehmen.