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Lästern, Mobbing, Beleidigen: Narzissten sind nicht nur von sich selbst überzeugt — sie neigen auch zu Aggressivität

·Lesedauer: 3 Min.

Es ist ein schmaler Grat zwischen Selbstbewusstsein und Selbstliebe – und Narzissmus. Auch wenn das Wort gern so verwendet wird: Die Welt zerfällt nicht in Narzissten und nicht-Narzissten. Vielmehr, sagen Psychologen, ist Narzissmus eine Persönlichkeitseigenschaft wie viele andere auch, und manche haben von ihr eben etwas mehr abbekommen als andere. Davon abgegrenzt wird in der Forschung der "pathologische Narzissmus", also ein Narzissmus, der so ausgeprägt ist, dass er für Experten Krankheitswert hat. Das betrifft aber nur die wenigsten.

Die, bei denen Narzissmus etwas ausgeprägter ist als bei anderen Menschen, erkennt man nicht unbedingt sofort. Sie mögen etwas einnehmender sein, eine etwas höhere Anspruchshaltung an andere haben, sich selbst mehr in den Mittelpunkt stellen, als andere es tun würden. Oft erkennen Mitmenschen erst mit der Zeit eine übersteigerte Selbstzentrierung und Selbstbewunderung bei diesen Menschen, die auf. Kosten anderer geht. Sie finden sich wichtiger und wertvoller, können sich nicht gut in andere einfühlen und nehmen weniger Rücksicht auf die Menschen in ihrem Umfeld.

Für eine Analyse darüber, welche Zusammenhänge zwischen Narzissmus und bestimmten Verhaltensmustern bestehen, haben die Psychologen Brad Bushman und Sophie Kjaervik von der Ohio State University kürzlich insgesamt 437 Studien über Narzissmus ausgewertet. In einem Beitrag für "The Conversation" haben sie ihre Analysen und Auswertungen dazu zusammengefasst.

Ihre Studie ist ein sogenanntes meta-analytisches Verfahren: Sie kombiniert dafür Daten aus diversen Studien, die alle das gleiche Thema untersuchen. Das hilft dabei, eine bessere Schlussfolgerung aus den Daten ziehen zu können, die aufgrund der größeren Anzahl von Teilnehmern statistisch aussagekräftiger wird. Eine Metaanalyse kann daher Muster und Zusammenhänge aufdecken, die in einer einzelnen Studie nicht offensichtlich werden.

Narzisstische Menschen neigen eher zu Aggressionen

Mit insgesamt über 123.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern kam das Forscher-Duo zu dem Ergebnis, dass Narzissmus mit einer 21-prozentigen Zunahme von Aggression und einer 18-prozentigen Zunahme von Gewalt in Zusammenhang steht. Aggression wird dabei als jedes Verhalten definiert, das darauf abzielt, einer anderen Person zu schaden, die nicht geschädigt werden will. Darunter fällt sowohl physische Gewalt als auch verbale Gewalt oder Mobbing. Gewalt wird hingegen als Aggression definiert, die extremen körperlichen Schaden wie Verletzungen oder sogar Tod beinhaltet.

Die Untersuchung der beiden ergab: Menschen mit besonders ausgeprägten narzisstischen Zügen werden vor allem dann aggressiv, wenn sie sich provoziert fühlen – was den Psychologen zufolge sehr schnell passiert, das narzisstische Menschen recht "dünnhäutig" seien. Sie verhalten sich aber auch aggressiv, wenn sie nicht provoziert werden.

Studienteilnehmer mit einem hohen Grad an Narzissmus, betonen die Forscher, zeigten eine stärkere Bereitschaft zu jeder Form der Aggression. Sie waren eher gewillt, Klatsch und Tratsch zu verbreiten, andere Menschen zu schikanieren und ihre Aggressionen an Unschuldigen auszulassen. Wutausbrüche und Schikane gegenüber anderen kamen oft vor – sowohl als unüberlegte hitzköpfige Aktionen wie auch als bedachte und rücksichtslose Taten. Diesen Zusammenhang zwischen Narzissmus und Aggressionen fanden die Forscher bei Männern und Frauen aller Altersgruppen, auch die Herkunft und der Kulturkreis der Menschen spielte keine Rolle.

Menschen, die sich für überlegen halten, scheinen also überall auf der Welt keine Skrupel zu haben, andere Personen anzugreifen. Je höher das Niveau des Narzissmus ist, desto größer ist auch das Aggressionspotenzial. Das macht sie vor allem langfristig zu eher schlechten Partnern in Beziehungen, seien es romantische Beziehungen oder Beziehungen zu Kollegen oder Mitarbeitern im Job. Die Anzeichen zu erkennen und zu lernen, mit ihnen umzugehen, ist daher für jeden wichtig – schon allein aus Selbstschutz.

fj/jk

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