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Kurse an den Börsen von Doha und Dubai steigen: Ende der Katar-Blockade beflügelt Wirtschaft

Brüggmann, Mathias
·Lesedauer: 3 Min.

Deutsche Unternehmen profitieren von der Wiederannäherung der arabischen Staaten im besonderen Maß. Das gilt auch für ein Handelshaus in London.

Spitzenvertreter aus Katar, Saudi-Arabien und den weiteren Nachbarn am Golf haben ihren mehr als drei Jahre langen Konflikt mit einem Abkommen offiziell beendet. Foto: dpa
Spitzenvertreter aus Katar, Saudi-Arabien und den weiteren Nachbarn am Golf haben ihren mehr als drei Jahre langen Konflikt mit einem Abkommen offiziell beendet. Foto: dpa

Dreieinhalb Jahre nach Verhängung der umfassenden Blockade Katars durch arabische Staaten, werden die Grenzschließungen, Im- und Export-Verbote wieder aufgehoben. Dazu reiste der Emir des kleinen, aber extrem reichen Landes am Dienstag erstmals seit Ausbruch der Krise nach Saudi-Arabien: zu einem Gipfel der Staaten des Golf-Kooperationsrats (GCC).

Scheich Mohammed bin Hamad al Thani wurde dort vom mächtigen saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman öffentlich umarmt – nachdem vor der Blockade heftige Beschimpfungen ausgesprochen worden waren.

Die Aktienkurse an den Börsen von Doha und Dubai zogen merklich an. Nicht zuletzt, weil vor der Weltausstellung Expo2021 in Dubai sowie der Fifa-Klub-WM und der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar eine Aussöhnung der zuletzt zerstrittenen Länder eine große Chance bedeutet. Denn bisher durfte Qatar Airways – einer der weltgrößten Langstreckenanbieter der Fluggesellschaften – den Luftraum der Nachbarländer nicht mehr überfliegen, und Emirates sowie Etihad Airways aus den VAE durften nicht in Doha landen.

Vor allem aber die Sektoren Lebensmittel, Bau und Dienstleistungen dürften von der Grenzöffnung vor allem zum direkten Nachbarn Saudi-Arabien – der größten Volkswirtschaft am Golf – profitieren, meinte Mazen Al-Sudairi, Research-Chef bei Al Rajhi Capital in Riad.

Christof Rühl, früher BP-Chefökonom und derzeit Research Fellow an der Havard Kennedy School sowie an der Columbia University, sagte dem Handelsblatt, die Einigung „stärkt die Energiesicherheit, denn sie befördert die Einheit der Öl- und Gasproduzenten“. Katar ist der weltgrößte Exporteur von verflüssigtem Erdgas (LNG); Saudi-Arabien der global führende Ölförderer.

Die Inlandsnachfrage in Dubai und Doha wird steigen

Einen positiven Nebeneffekt habe die Einigung auch, merkte Rühl an: Das Londoner Edelkaufhaus Harrod’s werde nun wieder deutlich mehr Kunden bekommen. Denn wegen der katarischen Eigentürmer waren Araber aus anderen Staaten aufgefordert, dort nicht mehr einzukaufen.

Die Internetseiten des Kaufhauses wurden in Saudi-Arabien, Bahrain, Ägypten und den VAE gesperrt. Auch Volkswagen und die Deutsche Bank waren wegen ihrer katarischen Anteilseigner in anderen arabischen Ländern kritisch beäugt und teilweise vom Geschäft ausgeschlossen worden.

Auch für in der Region engagierte ausländische Unternehmen wird das Geschäft erleichtert: durch den Wegfall von Reisebeschränkungen und gegenseitigen Investitionshemmnissen. Viele deutsche Firmen betreiben ihr Golf-Engagement von Dubai aus und hatten seither Probleme bei ihren Tätigkeiten in Katar.

Auch die Inlandsnachfrage in Dubai und Doha werde steigen: durch das Ende des Reiseverbots sowie durch die Rückabwicklung von Enteignungen von Wohnungen und Ländereien, von denen katarische Bürger in den Nachbarstaaten betroffen waren.

Die mehrheitlich sunnitisch-islamischen Länder Saudi-Arabien, die VAE, Ägypten und Bahrain hatten Katar Terrorfinanzierung und eine zu große Nähe zum schiitischen Iran sowie zur Türkei vorgeworfen. In der Krise hatte Doha seine wirtschaftlichen Beziehungen zu beiden indes noch gestärkt, um Lieferungen aus den Nachbarländern zu ersetzen, und außerdem die türkische Militärbasis in Katar ausgebaut.

Die Einigung erfolgt zwei Wochen vor Ende der Amtszeit von Donald Trump, der insbesondere die US-Beziehungen zu Saudi-Arabien und den VAE massiv verstärkt hatte, auch durch milliardenschwere Rüstungsdeals. Trumps Nachfolger als US-Präsident, Joe Biden, hat bereits angekündigt, das Verhältnis seines Landes zu Riad überprüfen zu wollen.