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Kremlkritiker Nawalny aus Charité entlassen

·Lesedauer: 3 Min.

Der russische Oppositionspolitiker braucht keine akutmedizinische Behandlung mehr. Der Kreml erklärte, man sei „erfreut“ über die Genesung Nawalnys.

Der Kremlkritiker wurde in der Charité behandelt. Foto: dpa
Der Kremlkritiker wurde in der Charité behandelt. Foto: dpa

Nach 32-tägiger Behandlung ist der vergiftete russische Kremlkritiker Alexej Nawalny aus der Berliner Charité entlassen worden. Das teilte das Krankenhaus am Mittwochmorgen mit. Der Patient sei am Dienstag aus der stationären Behandlung entlassen worden. Der Gesundheitszustand Nawalnys habe sich „soweit gebessert, dass die akutmedizinische Behandlung beendet werden konnte“.

Die behandelnden Ärzte halten „auf Grund des bisherigen Verlaufs und des aktuellen Zustandes des Patienten eine vollständige Genesung für möglich“, erklärte die Klinik weiter. „Eventuelle Langzeitfolgen der schweren Vergiftung können aber erst im weiteren Verlauf beurteilt werden. Nawalny hatte nach Klinikangaben 24 Tage auf einer Intensivstation gelegen. Zuletzt hatte sich sein Zustand gebessert.

Alexej Nawalny hält sich seiner Sprecherin zufolge nach der Entlassung aus der Berliner Charité weiter in Deutschland auf. Das sagte seine Vertraute Kira Jarmysch am Mittwoch in einem kurzen Video, das sie auf Twitter veröffentlichte. „Seine Behandlung ist noch nicht abgeschlossen.“

Wo genau er sei, sagte sie nicht. Nawalny hatte zuvor betont, dass er täglich mit Physiotherapeuten und anderen Spezialisten arbeiten werde. Sein Team hatte stets darauf hingewiesen, dass er auf jeden Fall nach Russland zurückkehren werde.

Der 44-Jährige hatte seinen Weg der Genesung zuletzt mit mehreren Instagram-Fotos dokumentiert. Er dankte bereits in einer am Samstag veröffentlichten Nachricht den „brillanten Ärzten“ der Klinik. Noch vor kurzem aber habe er nicht einmal Menschen erkannt und nicht begriffen, wie das Reden geht. „Das hat mich zur Verzweiflung getrieben, weil ich ja im Grunde schon verstanden habe, was der Doktor will, aber ich wusste nicht, woher ich die Worte nehmen soll.“

Nawalny wies dabei auch darauf hin, dass es noch viele Probleme zu lösen gebe. Das Telefon fühle sich in der Hand an wie ein Stein. „Und sich selbst Wasser einschenken, ist eine richtige Attraktion.“

Die Bundesregierung hat sich „sehr erleichtert“ über die Verbesserung des Gesundheitszustands geäußert. „Das ist sehr ermutigend, wir wünschen ihm weiterhin eine vollständige Genesung“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Zum Aufenthaltsort Nawalnys oder seine weiteren Pläne wollte Seibert sich nicht äußern. „Dafür bin ich nicht zuständig.“

Kreml „erfreut“ über Nawalnys Genesung

Nawalny kann nach Angaben des Kreml genau wie jeder andere Russe in sein Heimatland zurückkehren. Man sei erfreut, dass die Genesung des 44-Jährigen voranschreite, sagte Kreml-Sprecher Dmitry Peskow am Mittwoch in Moskau.

Jetzt werde man sehen, ob Nawalny nach seiner Rückkehr mit russischen Sicherheitsbehörden sprechen und Informationen über seinen Fall teilen wolle. Das Umfeld von Präsident Wladimir Putin habe jedenfalls keinen Zugang zu den verbotenen chemischen Kampfstoffen der Nowitschok-Gruppe.

Nach Angaben von Speziallaboren wurde er mit einem international verbotenen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Russland weist bisher alle Vorwürfe zurück, dass auf Nawalny ein Anschlag mit dem Gift verübt worden sein soll.

Der 44-Jährige war am 20. August auf einem Flug von der sibirischen Stadt Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Nach einer Zwischenlandung wegen des Notfalls wurde er in Omsk im Krankenhaus behandelt. Am 22. August war Nawalny auf Drängen seiner Familie nach Deutschland ausgeflogen worden. Wochenlang lag er in einem künstlichen Koma.

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