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Knalleffekt zum Ferragosto für die Banken: Fünf Themen des Tages

(Bloomberg) -- Boris Groendahl über eine Überraschung, die keine sein sollte. — Fünf Themen des Tages ist auch als Gratis-Newsletter erhältlich. Zum Abo bitte hier entlang.

Weitere Artikel von Bloomberg auf Deutsch:

Knalleffekt zum Ferragosto

Kurz vor dem Ferienbeginn Ferragosto hat die italienische Rechts-Regierung den Bankern des Landes noch einmal ein bisschen Arbeit beschert. Die Rekordgewinne der Geldhäuser, von denen diese bereits große Teile für großzügige Ausschüttungen an die Aktionäre verplant haben, sollen sie nun nicht nur mit diesen teilen, sondern auch mit der Staatskasse. Details fehlen noch, aber der stellvertretende Ministerpräsident Matteo Salvini hat einige Pflöcke eingeschlagen: 40% soll die Abgabe betragen (40% wovon ist noch nicht ganz klar), verwendet werden soll sie für Steuersenkungen und Beihilfen für junge Eigenheim-Käufer, und schuld an allem sind die EZB und die Banken.

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Die Regierung der Postfaschistin Giorgia Meloni haut damit in dieselbe Kerbe wie vorher schon der Sozialist Pedro Sanchez in Spanien und zuletzt auch manche Labour-Abgeordnete in Großbritannien. Und wenn etwas überraschen sollte, dann eher die Tatsache, dass ein solcher Eingriff nicht viel öfter gefordert wird.

Denn für ihre aktuellen Rekordgewinne haben die Banken genausowenig geleistet wie vor Jahresfrist die Energieunternehmen — und wie diese gehören auch die Geldhäuser zu den wenigen Gewinnern einer Situation, die für die meisten Normalsterblichen nur höhere Kosten und wirtschaftlichen Druck bedeutet. Von den Wählern wird Meloni daher eher keinen Gegenwind ernten.

Was Marktteilnehmer heute noch bewegen könnte, berichten Ihnen Rainer Bürgin, Alexander Kell und Stephan Kahl: UBS hält manche CS-Top-Banker, Markt misstraut EZB bei Inflation, Immobilien-Rezession, Steuergeld-Spritze für TSMC, und Karriere-Bankerinnen berichten.

UBS hält manche CS-Top-Banker

Die UBS setzt in ihrem Geschäftsbereich Global Banking in Nord- und Südamerika auch auf zwölf Banker der Credit Suisse, um von der Präsenz des ehemaligen Konkurrenten an der Wall Street zu profitieren. Dort hatte die CS mit der Übernahme der First Boston vor mehr als 30 Jahren bedeutenden Einfluss erlangt. Zu den Managern, die in der regionalen Führung des Bereichs Global Banking an Bord bleiben, gehören einem Memo zufolge Emre Gunalp, Amerika-Chef der Global Industries Group, sowie Jason English, Co-Chef des regionalen Bereichs Healthcare. Diron Jebejian wird weiterhin als Co-Chef des amerikanischen Segments Financial Sponsors tätig sein. Zwanzig Banker der Private Fund Group der CS wandern unterdessen zu Jefferies Financial ab, darunter etwa acht als Managing Directors, wie zu hören ist.

Markt misstraut EZB bei Inflation

Marktindikatoren für das Inflationsrisiko in Europa haben Rekordhöhen erreicht, was Zweifel an der Vorstellung weckt, dass die EZB nächsten Monat den Gipfel ihres Straffungszyklus erreicht haben könnte. Eine Messgröße für künftige Inflation schloss am Montag auf dem höchsten Stand seit 2010 und legt ein durchschnittliches Teuerungstempo von 2,7% im Zeitraum 2028-2033 nahe. Solche Indikatoren seien von entscheidender Bedeutung, “und keiner von ihnen deutet auf eine Pause im September hin”, so Danske-Bank-Stratege Piet Christiansen. Allerdings erwarten von der EZB im Juni befragte Verbraucher auf Sicht von zwölf Monaten nur noch eine Teuerung von 3,4%, nach 3,9% im Mai. Die Erwartungen auf Sicht von drei Jahren sanken auf 2,3% von 2,5%. Die Breakeven-Inflationsrate für zehnjährige indexierte Bundesanleihen liegt bei 2,44% und damit nahe am höchsten Stand seit Mitte März.

Immobilien-Rezession

An der Wall Street wächst die Zuversicht, dass es keine Rezession in den USA geben wird. Dennoch gibt es eine Reihe von Managern, die behaupten, dass sich ihre Branchen bereits in einer Rezession befinden. Sektorale Einbrüche sind in verschiedenen Bereichen zu beobachten, wie zum Beispiel bei Wohn- und Gewerbeimmobilien. “Vielleicht befindet sich das Land nicht in einer Rezession, aber der Immobiliensektor schon”, sagte kürzlich Jordan Kaplan, Chef des US-Immobilieninvestors Douglas Emmett.

Steuergeld-Spritze für TSMC

Nun ist es offiziell: TSMC baut mit Milliardenhilfe des deutschen Steuerzahlers ein Halbleiterwerk in Dresden. Der taiwanische Chipkonzern werde bis zu 3,5 Milliarden Dollar in das Werk in der sächsischen Landeshauptstadt stecken, teilte das Unternehmen am Dienstagmittag nach einer Aufsichtsratssitzung mit. TSMC wird das mehr als 10 Milliarden Euro schwere Projekt im Rahmen eines Gemeinschaftsunternehmens betreiben, an dem auch die Partner Bosch, Infineon und der niederländische Chipkonzern NXP beteiligt sind. Die 5 Milliarden Euro, die die öffentliche Hand wohl in das Projekt steckt, sind nach den 10 Milliarden Euro Steuergeld für die Intel-Fabrik in Magdeburg ein weiterer Beleg für die Dringlichkeit, mit der Europa im transatlantischen Subventionsrennen nachzuziehen sucht.

Karriere-Bankerinnen berichten

Dass man Frauen in Führungspositionen deutscher Banken mit der Lupe suchen muss, ist kein Geheimnis — Ausnahmen bestätigen die Regel. Ganz oben, auf Vorstandsebene, sind bei den 100 größten Banken in Deutschland aktuell fast neun von 10 Posten mit Männern besetzt. Wie Frauen in diesem Umfeld dennoch Karriere machen können, zeigen Laura Janssens von Berenberg, Petra Sandner von der Helaba, Madeleine Sander von Hauck Aufhäuser Lampe und Kira Verena Rempel-Samol von der DZ Bank. In Gesprächen mit Bloomberg News haben sie sich geöffnet und verraten unter anderem, wie sie Karriere und Familie unter einen Hut bringen. Hier sind drei ihrer Tipps. Erstens: Kinder möglichst früh bekommen. Zweitens: Die Außenseiterrolle in vielen Situationen zum eigenen Vorteil nutzen. Drittens: Nicht so streng mit sich selbst sein — eine schnelle Pizza mit den Kindern ist auch mal okay.

Was sonst noch so passiert ist

  • KI-Schmiede Palantir

  • Chinas Handel schrumpft

  • Moody’s stuft US-Banken ab

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