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Juso-Chef Kühnert: Bin in der GroKo-Frage nicht umgefallen

BERLIN (dpa-AFX) - Juso-Chef Kevin Kühnert hat betont, dass er seine ablehnende Meinung zur großen Koalition in den vergangenen Monaten nicht geändert hat. Er habe in einem Interview lediglich den Hinweis gegeben, dass Delegierte auf einem Parteitag Verantwortung trügen und durchdenken sollten, was nach ihrer Entscheidung passiere, erklärte der 30-Jährige am Mittwoch in einem auf Twitter veröffentlichten Video. Zuvor hatte er der "Rheinischen Post" gesagt: "Wer eine Koalition verlässt, gibt einen Teil der Kontrolle aus der Hand, das ist doch eine ganz nüchterne Feststellung." Das sollten die SPD-Delegierten berücksichtigen, wenn sie über ihre Anforderungen an die Koalition beschließen. "Nicht weil sie Angst bekommen sollen, sondern weil Entscheidungen vom Ende her durchdacht werden müssen."

Das sei kein Votum für oder gegen einen Ausstieg aus der Koalition, betonte Kühnert in seinem Video. "Das relativiert meine Ablehnung zur großen Koalition kein bisschen." Kühnert gilt als einer der Anführer der GroKo-Kritiker in der SPD und bewirbt sich auf dem Parteitag für den Vizevorsitz. Er wolle den Delegierten keine Empfehlungen geben oder sie vor irgendetwas warnen, sagte er. "Und ich hab auch keine Angst, mit der SPD in den nächsten drei Monaten, wenn es sein muss, in einen Bundestagswahlkampf zu gehen. An mir soll's nicht scheitern."