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JPMorgan rechnet damit, Büros nach Öffnung halbleer zu lassen

Michelle Davis

(Bloomberg) -- Wenn Mitarbeiter von JPMorgan Chase & Co. wieder ins Büro zurückkehren, werden sie ihre Kaffeetassen und die Fotos ihrer Kinder wahrscheinlich nicht mehr da vorfinden, wo sie zuletzt noch waren.

Die Bank hat die persönlichen Gegenstände der Angestellten in Kartons versiegelt, wie aus einer internen Mitteilung der US-Bank hervorgeht, die Bloomberg vorliegt. Damit sollen die Schreibtische für den allgemeinen Gebrauch vorbereitet werden, sobald die Lockdowns im Zuge der Coronavirus-Pandemie wieder gelockert werden.

Auch die Kollegen werden schwieriger zu finden sein: Die Bank geht dem Memo zufolge davon aus, dass ihre Büros auf “absehbare Zeit“ höchstens halbvoll sein werden. Die Kapazitäten variieren je nach Standort, erklärte eine mit den Plänen vertraute Person.

Flexible Arbeitsplätze

“Während wir uns auf diesen Umfang an flexiblen Arbeitsplätzen vorbereiten und Richtlinien für alle Bereiche zusammenstellen, die effektiv gereinigt und desinfiziert werden sollen, haben wir begonnen, alle Schreibtischoberflächen und Bodenbereiche von persönlichen und geschäftsbezogenen Elementen zu befreien“, so JPMorgan in dem Schreiben. “Wir wissen, wie wichtig Ihnen diese Gegenstände sind, und werden weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um sie mit Sorgfalt zu behandeln.”

Die größten Banken der Welt feilen an Plänen, wie ihre Mitarbeiter am besten wieder sicher ins Büro zurückgebracht werden können, wenn die Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus aufgehoben werden. Dabei wird auch geprüft, wie Lobbys, Aufzüge und Arbeitsbereiche neu organisiert werden könnten, um eine Ansteckung zu verhindern. Zudem müssen die Mitarbeiter weit genug voneinander entfernt arbeiten, um die Richtlinien der sozialen Distanzierung zu erfüllen.

Bei JPMorgan bedeutet dies, dass einige Mitarbeiter künftig an anderen Schreibtischen und in einigen Fällen auf anderen Etagen sitzen werden. Das geht aus einem Memo hervor, das am Mittwoch an die Angestellten in Europa, dem Nahen Osten und Afrika gesendet wurde. Ähnliche Mitteilungen erhielten auch die US-Arbeitnehmer, die nicht in Filialen arbeiten, sagte eine Person die namentlich nicht genannt werden wollte, weil die Anweisungen nicht öffentlich bekannt gegeben wurden.

Und nicht jeder wird zur gleichen Zeit oder sogar an den gleichen Ort zurückkehren, an dem er früher gearbeitet hat. Der Prozess wird dem Memo zufolge langsam und “in Wellen” erfolgen.

Aufzugskapazität

JPMorgan hat noch keinen Zeitplan erarbeitet, wann die Mitarbeiter wieder in die seit März überwiegend leer stehenden Gebäude zurückgeholt werden sollen.

Die Bank arbeitet auch daran, die Empfangsbereiche umzugestalten, um sie für die dort arbeitenden Mitarbeiter sicherer zu machen. Möbel in der Lobby sollen entfernt und die Anzahl der Personen pro Aufzug begrenzt werden.

Derzeit wird bei der Bank eine Studie über den Bewegungsmustern in großen Büros durchgeführt. Andere Unternehmen erwägen, Laufwege durch das Büro festzulegen, bei denen die Richtung - quasi als Einbahnstraße - über Pfeile am Boden und an den Wänden vorgegeben wird.

“Wir wissen, dass das Büro, in das Sie zurückkehren, sich von dem unterscheidet, das Sie verlassen haben”, schrieb die Task Force für die Bürorückkehr der Bank in dem Memo. “Wir werden uns alle auf unterschiedliche Weise an diese ‘neue Normalität’ anpassen, aber denken Sie daran, wir stehen das gemeinsam durch.”

Überschrift des Artikels im Original:JPMorgan Expects to Keep Offices Half Full After Lockdown Ends

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