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Italiens Regierung gerät wegen hoher Corona-Zahlen unter Druck

·Lesedauer: 2 Min.

ROM (dpa-AFX) - In Italien stehen zum Wochenstart neue Verschärfungen der Corona-Schutzmaßnahmen mit möglichen Teil-Lockdowns an. Angesichts der rasant steigenden Infektionskurven wolle Ministerpräsident Giuseppe Conte am Montag in beiden Kammern des Parlaments in Rom Erklärungen abgeben und anschließend per Dekret neue Restriktionen erlassen, berichteten mehrere Medien am Sonntag.

Vorgesehen seien Maßgaben für regionale Lockdowns in Virus-Hotspots wie in der Lombardei. Auch Metropolen mit hohen Corona-Zahlen wie Neapel oder Genua könnten zu roten Zonen mit Sperren werden. Diskutiert werde, die Reisen zwischen Regionen einzuschränken und den Schulunterricht verstärkt ins Internet zu verlegen.

"Wir haben 48 Stunden, um zu versuchen, die Verschärfung auf den Weg zu bringen", sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza der Zeitung "Corriere della Sera" am Sonntag. "Es sind zu viele Menschen unterwegs." Man müsse die Italiener davon überzeugen, so viel wie möglich zu Hause zu bleiben. Noch stünden die Intensivstationen nicht vor dem Kollaps, aber der Druck steige. Der Regionalpräsident der Lombardei, Attilio Fontana, forderte national einheitlich Vorgaben.

Die Mitte-Links-Regierung hatte im Laufe des Oktobers fast im Wochenrhythmus neue Regeln und Notdekrete erlassen. Bisher wurde trotzdem kein Abschwellen der zweiten Infektionswelle registriert. Im Land gilt seit mehr als drei Wochen eine Maskenpflicht. Theater und Kinos wurden per Erlass vor rund einer Woche geschlossen. Bars und Restaurants dürfen nur noch bis 18.00 Uhr Gäste bedienen. Für den Unterricht an Gymnasien wurde ein teilweiser Online-Unterricht angeordnet. Conte hatte wiederholt gesagt, Rom wolle den nationalen Stillstand auch aus ökonomischen Gründen verhindern.

Der Präsenzunterricht in Schulen ist ein heißes Eisen. Schon beim ersten italienweiten Lockdown im Frühjahr waren viele Eltern wütend, weil die Schulen danach bis Ende des Sommers geschlossen blieben.

Am Sonntag beriet die Regierung mit Vertretern aus den 20 Regionen, Bürgermeistern und Experten. Ein Vorschlag sei, für ältere Menschen ab 70 Jahren die Bewegungsfreiheit einzuschränken, schrieb die Nachrichtenagentur Ansa. Ältere weisen mehr tödliche Covid-19-Verläufe auf als Jüngere. Weitere Runden seien für Montag geplant.

Im Laufe der Woche mehrten sich die Proteste von Verbänden und Bürgern gegen die Verschärfungen. Dabei kam es teilweise zu Krawallen und Auseinandersetzungen mit der Polizei - so am Freitag in Florenz und am Samstag in Rom. Politiker machten Neo-Faschisten, jugendliche Straftäter und linke Extremisten für Übergriffe verantwortlich.

Ministerpräsident Conte verliert in der zweiten Corona-Welle an Popularität bei den Bürgern, wie eine Samstag publizierte Umfrage des Forschungsinstituts Ipsos ergab. In der ersten Corona-Welle und danach, als die Virus-Werte niedrig waren, hatte der Jurist stark an Vertrauen in der Bevölkerung gewonnen. Das 60-Millionen-Einwohner-Land registrierte am Samstag 31 758 Neuinfektionen in 24 Stunden. Außerdem gab es an einem Tag fast 300 neue Todesopfer.