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IT-Job der Zukunft: Sharepoint Consultants gestalten den modernen Arbeitsplatz und verdienen 75.000 Euro im Jahr

·Lesedauer: 7 Min.

Corona bringt uns der Arbeitswelt der Zukunft rasant näher. Wir kollaborieren, zoomen, slacken, skypen – und überschreiten Ländergrenzen im Augenblick vorrangig am Rechner statt im Flieger.

So steigt das Geschäft mit IT-Services, zu dem unter anderem die IT-Beratung gehört, laut einer Prognose des Digitalverbands Bitkom 2021 auf einen Umsatz von 40 Milliarden Euro. Nur an qualifizierten Kräften fehlt es. Sechs von zehn Unternehmen in Deutschland gehen von einem weiter steigenden Fachkräftebedarf im IT-Sektor aus.

Die digitale Zusammenarbeit ganzer Teams ist in Unternehmen längst Realität. Führungskräfte und Teams verwalten und bearbeiten vielfältige Projekte, Aufgaben, Dokumente, setzen Meetings und Diskussionsrunden auf und führen sie durch. Zentral gespeicherte und ständig aktualisierte Dokumente sparen Wege und erleichtern die Zusammenarbeit. Erst recht, seit mobiles Arbeiten gängiger geworden ist: 38 Prozent der Beschäftigten in Deutschland waren Ende Januar 2021 gelegentlich, überwiegend oder ausschließlich von zu Hause aus tätig, ergab eine Befragung der Hans-Böckler-Stiftung.

Der moderne Arbeitsplatz: Ohne Teamwork und die dafür nötige IT-Strukturen undenkbar

Je moderner also die Arbeitsumgebung ist, desto zukunftsfähiger. Vom kleinen Unternehmen bis zum großen Konzern kommen in der Regel Produkte von Microsoft zur Anwendung. Zu denen beraten zum Beispiel Sharepoint Consultants. Die Berater gestalten Arbeitsumgebungen in und für Unternehmen entlang der Software Sharepoint von Microsoft. Viele Betriebe sind umfassend darauf angewiesen: für ihr Informations- und Dokumenten-Management, für den Schutz ihrer Daten, für Prozesse und Strukturen der Arbeit – etwa die Kooperation mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Wer sich auf diesen Job bewirbt, kann mit einem Jahreslohn von im Schnitt 75.000 Euro rechnen – und hat kaum Mitbewerber. Das ergab eine Analyse der Online-Stellenbörse Indeed. Sie analysierte 30 Berufe mit einem jährlichen Gehalt von über 75.000 Euro, für die sich im Vergleich zu den durchschnittlichen Aufrufen pro Stellenausschreibung die wenigsten Jobsuchenden interessieren. Das Bewerberaufkommen für den Job des Sharepoint Consultant ist um rund 80 Prozent geringer als bei einem Durchschnittsjob. Wenn sich also im Schnitt 100 Personen für eine bei Indeed gelistete Stelle interessieren, sind es beim Sharepoint Consultant 20.

„Unternehmen, die Microsoft-Produkte nutzen, kommen beim Umgang mit ihren Dokumenten kaum noch ohne Sharepoint aus“, sagt Jonathan Huysmans, Modern Workplace Consultant beim IT-Servicedienstleister Net at Work in Paderborn. Mitte 2017 verfügten laut Microsoft rund 250.000 Organisationen und mehr als 85 Prozent der umsatzstärksten Unternehmen der Welt (Fortune 500) im Rahmen von Office 365 über Sharepoint.

Huysmans unterstützt Kundenunternehmen bei der Einführung von Office 365- und Microsoft 365-Lösungen. „Hier nimmt Sharepoint einen zentralen Stellenwert ein“, sagt der 34-jährige Informatiker, der diese Software ein paar Jahre von der Entwickler-Seite vornahm, ehe er vor zehn Jahren auf die Beraterseite wechselte. „Hier nahm der Bedarf nahm immer mehr zu“, sagt Huysmans. Seit fünfeinhalb Jahren berät er zum modernen IT-Arbeitsplatz. Sharepoint ist ein Teil davon. Zu seinem Arbeitgeber Net at Work kam Huysmans 2017.

Die Beratung zu Microsoft 365 beginnt meist mit strategischen Workshops zur Bedarfsklärung des Kunden. „Manche haben zum Beispiel alle Dokumente, die es im Unternehmen gibt, auf einem zentralen Fileserver gespeichert, wollen aber, dass alle Mitarbeiter darauf zugreifen können – auch vom Home Office oder von unterwegs aus“, schildert Huysmans eine typische Bedarfslage. „Wir legen die nötigen Prozesse fest, die für die Migration der Dokumente in Sharepoint nötig sind.“

Alltag eines Sharepoint-Beraters: Workshops, Analysen, Pilotphasen, technische Begleitung

Damit Informationen schnell wiedergefunden werden und untereinander ausgetauscht werden können, kommen schnell weitere Microsoft Tools wie Microsoft Teams, Cloudspeicher oder Office Apps zum Einsatz – „zur Kooperation, aber auch zur Steuerung und Speicherung der Informationen und des vorhandenen Wissens im Unternehmen“, sagt der IT-Berater.

Die Webanwendung Sharepoint gibt es in zwei Versionen: cloud-basiert als Sharepoint Online und die individuell an Unternehmen angepasste lokale Variante, Sharepoint On-Premises. Sie kann nur unter großen Schwierigkeiten auf die etwa 14-täglich erscheinenden Updates angepasst werden. Daher steigen immer mehr Unternehmen auf die cloud-basierte Version um. Auch zu dieser Migration berät Huysmans.

In seinem Berateralltag folgt auf den Workshop und die Ausarbeitung eines Konzepts die Pilotphase, in der Kunden Sharepoint testen. „Damit ist viel organisatorische Arbeit verbunden“, so Huysmans. „Auch die Mitarbeiter müssen eingebunden werden.“ Die reine Migration sei unkompliziert. Die gesamte Implementierung aber nehmen die Unternehmen daher unter Hilfestellung der Berater selbst vor.

Beratungsschwerpunkte für Huysmans sind sogenannte Governance-Fragen, aber auch Fragen rund um die Nutzung der Cloud. „Governance-Fragen drehen sich zum Beispiel darum, wer Seiten in Sharepoint erstellen und steuern darf, also Berechtigungen erhält – intern oder extern durch Personen, die nicht im Unternehmen arbeiten“, sagt er.

Datenschutz und Datenklassifizierung seien weitere Themen. „Wir beraten unsere Kunden auch hinsichtlich der besten Art, mit gespeicherten Daten umzugehen. Welche Daten sollten in Sharepoint gespeichert werden, welche nicht? Um Kapazitäten und Kosten zu schonen, raten wir zum Beispiel, nur die Dokumente in der Software zu speichern, an denen aktiv gearbeitet wird. Sonst muss Speicherplatz nachgekauft werden.“

„Die Jobbezeichnung Sharepoint Consultant ändert sich gerade“

IT-Personalberater Marcus Alexander Vogler sieht im Job des Sharepoint Consultant den IT-Beruf der Zukunft. „Was wir 2020 am meisten vermittelt haben, sind Experten, die sich mit dem modernen Arbeitsplatz auskennen: mit Office 365, Teams, Power BI und Sharepoint“, umreißt er den Fachkräftebedarf. Da sich Wirtschaftslage, Arbeitsstrukturen und Arbeitsumgebungen in Unternehmen ständig ändern, ebbe der Beratungsbedarf hier nie ab. „Aktuell sind allein 664 Stellen für Sharepoint Consultants beim Social Network Xing ausgeschrieben“, sagt Vogler.

Als Senior Teamleiter IT Projektgeschäft vermittelt er bei der Personalberatung Computer Futures in Hamburg IT-Spezialisten in den Bereichen Infrastruktur, Cloud, Devops, BI und SAP an Unternehmen. Sharepoint Consultants vermittelt Vogler seit acht Jahren. Früher sei dieser Job als Sharepoint-Administrator bekannt gewesen, sagt Vogler. "Heute ändert sich die Bezeichnung analog zum weiten Anwendungsfeld der Software immer weiter.“

Vogler sieht einen enormen Bedarf an Fachkräften für dieses Feld. „2020 haben wir am meisten IT Consultants an Unternehmen vermittelt, die sich mit dem modernen Arbeitsplatz auskennen: mit Office 365, Teams, Power BI und Sharepoint", sagt er.

Hinter allen Microsoft-Anwendungen steckt technisch Sharepoint

„Seit alle in die Cloud rennen, spielt diese Software eine ganz große – und zugleich eine untergeordnete Rolle.“ Gut zu wissen: Sharepoint steckt technisch hinter allen Microsoft-Anwendungen. „Die Software steht als Plattform hinter Microsoft Teams, Office 365, Microsoft 365 und Power BI – hier werden die Daten gespeichert“, erklärt Vogler.

Die Jobbezeichnung Sharepoint Consultant als solche werde es nicht mehr lange geben. „Dafür den Digital Workplace Manager zum Beispiel. Die Firmen sind sehr kreativ da draußen“, sagt Vogler. „Es geht um nichts anderes als um den modernen Arbeitsplatz. Und der beinhaltet Sharepoint nur als einen Teil.“

Wer als IT-Berater hier andocken will, bringe im Idealfall ein Studium mit, sagt Vogler. „IT, Chemie, Physik, zumindest Wirtschaftsinformatik sind gerade bei größeren Mittelständlern und Konzernen gefragt.“

Den von Indeed ermittelten Jahres-Durchschnittslohn von 75.000 Euro sieht Vogler eher als Untergrenze. „Viele unserer Consultants erhalten ab 80.000 bis 90.000 Euro Jahresgehalt, freiberufliche Experten 100 bis 120 Euro Stundensatz.“

Den meisten Bedarf, ermittelte Vogler über Linkedin, gebe es bei Softwareunternehmen, Managementberatungen, in der Automobilindustrie, bei Finanzdienstleistern, Telekommunikation und Banken. „Hierher vermitteln wir einen Großteil der Sharepoint Consultants“, sagt der Personalberater.

Ein befreundeter IT-Experte, mit dem Vogler sich gern austauscht, hat noch mehr Varianten als künftige Jobtitel im Angebot: „Er glaubt, dass der Sharepoint Consultant demnächst Office 365 Architekt, Office 365 Solution Expert oder Office 365 Development Expert heißen wird – oder Modern Workplace Consultant.“ So oder so: Es ist ein IT-Job mit Zukunft. Jonathan Huysmans hat also auf den richtigen Bereich gesetzt.

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