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Irland gibt nach: Unternehmensteuer steigt auf 15 Prozent

·Lesedauer: 2 Min.

DUBLIN (dpa-AFX) - Irland beugt sich internationalem Druck und erhöht seine Unternehmenssteuer nun doch. Das Kabinett beschloss am Donnerstagabend, den Steuersatz für Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 750 Millionen Euro von 12,5 auf 15 Prozent zu erhöhen. Das EU-Land trägt damit die angestrebte globale Steuerreform mit. Bisher hatte Irland seine Niedrigsteuerpolitik stets verteidigt, die ein wichtiges Geschäftsmodell ist. Allerdings stieg der Druck, nachdem sich die Finanzminister der G20-Gruppe führender Industrie- und Schwellenländer im Juli auf eine Reform der internationalen Steuerregeln im Digitalzeitalter geeinigt hatten.

Dublins Zusage wurde von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vermittelt. Der irische Finanzminister Paschal Donohoe sagte, es handle sich um eine weitreichende Reform des weltweiten Steuerrahmenwerks. "Es ist die richtige Entscheidung. Es ist eine sensible und pragmatische Entscheidung."

In Irland sind Dutzende Unternehmen mit Hunderttausenden Beschäftigten von der Änderung betroffen. Die Regierung schätzt ihre Einbußen aufgrund der Steuererhöhung auf 800 Millionen bis 2 Milliarden Euro pro Jahr. In dem Land haben unter anderem mehrere digitale Großkonzerne wegen der niedrigen Steuern einen Sitz.

Wie die "Financial Times" und der irische Sender RTÉ berichteten, strebt die OECD bei Gesprächen an diesem Freitag in Paris ein Ende der Verhandlungen an. Demnach hat auch Estland dem internationalen Druck nachgegeben. Das baltische EU- und Nato-Mitglied hatte sich wie Irland bisher gegen die Reform gestellt.

Die G20-Finanzminister hatten sich im Juli auf zwei Neuerungen geeinigt: International tätige Firmen sollen unabhängig von ihrem Sitz "mindestens" 15 Prozent Steuern zahlen. Zahlt ein Unternehmen mit seiner Tochterfirma im Ausland weniger Steuern, kann der Heimatstaat die Differenz einkassieren. Das soll verhindern, dass Gewinne in Steueroasen verlagert werden. Außerdem sollen große Unternehmen nicht mehr nur in ihrem Mutterland besteuert werden, sondern auch da, wo sie gute Geschäfte machen.

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