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Industrie schwächelt, Dienste laufen: Fünf Themen des Tages

(Bloomberg) -- Aus dem Frankfurter Newsroom meldet sich Alexander Weber mit dem etwas gemischten Ergebnissen der jüngsten Umfrage unter Einkaufsmanagern. Rainer Bürgin aus Berlin und Boris Groendahl aus Wien berichten über fünf Themen, die Märkte und Politik heute bewegen. — Fünf Themen des Tages erscheint ab 5. Juni im neuen Gewand und via E-Mail! Abonnieren Sie hier.

Weitere Artikel von Bloomberg auf Deutsch:

Industrie schwächelt — Dienste laufen: Die Mai-PMI

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Die Woche der großen drei deutschen Wirtschaftsindikatoren startet überraschend positiv mit einem starken Ergebnis beim Einkaufsmanagerindex. Die Umfrage von S&P zeigt an, dass die Wirtschaft im Mai den vierten Monat in Folge wächst, wobei die Expansionsrate den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr erreichte. Getrieben wurde die Expansion jedoch ausschließlich durch den Dienstleistungssektor. “Das produzierende Gewerbe wird vermutlich durch den Einbruch in der chinesischen Industrie nach unten gezogen”, sagt Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank.

Morgen folgt der Ifo-Index, bei dem Volkswirte einen schlechteren Wert erwarten als noch im April — und am Donnerstag die zweite Lesung für das BIP des ersten Quartals. Und hier wird es spannend, denn auch wenn die wirtschaftliche Aktivität nun langsam wieder anzeigt, ist die Frage immer noch offen, ob am Anfang des Jahres die deutsche Wirtschaft nur stagnierte, oder doch in eine Winterrezession gerutscht ist. Für die Zukunft wird die anhaltende Schwäche im verarbeitenden Gewerbe die Frage auf, wie dauerhaft und kräftig die Erholung ist. Laut S&P ist die Stimmung im Sektor zum ersten Mal seit fünf Monaten negativ geworden, ein ominöses Zeichen wie gestern schon die verhaltene Konjunkturumfrage der DIHK. — Alexander Weber, Frankfurt.

Sparmeister Scholz, Schuldengrenzen-Angst, Bär staubt wenig ab, Hüter der Krone unbesorgt, und Inflation rockt Treasuries. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Sparmeister Scholz

Olaf Scholz und Christian Lindner feilen an einem Plan, mit dem im Haushalt 2024 eine Lücke von 20 Milliarden Euro geschlossen werden soll. Alle Ressorts mit Ausnahme des Verteidigungsbereichs stehen damit vor Ausgabenkürzungen — zum Ärger der Grünen, die höhere Steuern wollen. Bundeskanzler und Finanzminister haben sich auf Ausgabenkürzungen in Höhe von 2% bis 3% für fast alle Ministerien geeinigt, ist zu hören. Das reicht aber gerade einmal für die Hälfte der geforderten Einsparungen. Lindner will Kürzungen auch bei den Sozialausgaben, was den Sozialdemokraten sauer aufstößt. Reibereien bei den Staatsfinanzen gibt es auch weiterhin in den USA, wo Präsident Joe Biden und House-Sprecher Kevin McCarthy am Montagabend nach mehr als einer Stunde ohne Einigung zum Schuldenlimit außeinandergingen.

Schuldengrenzen-Angst

Bär staubt wenig ab

Die Krise der Credit Suisse und ihre Notübernahme durch die UBS sollte eigentlich den Boden bereiten für einen Wachstumsschub bei der weniger bekannten Nummer Drei der Schweizer Wealth Manager, der altehrwürdigen Bank Julius Bär. Nach Marktkapitalisierung ist sie schon lange an der Credit Suisse vorbeigezogen, nun hätte eigentlich auch beim verwalteten Vermögen etwas zu sehen sein sollen — und Bankchef Philipp Rickenbacher hatte den Optimismus vor ein paar Monaten auch noch geschürt. Etwas lasch war dann allerdings, was Julius Bär heute für die ersten vier Monate melden konnte: gerade mal 3,5 Milliarden Franken Neugelder und 1% Wachstum beim verwalteten Vermögen. Denn Anlegern war das auch ein bisschen zu wenig — die Aktie wurde abgestraft und verlor zeitweise über 8%. Die Spekulationen von Hedgefonds auf Credit-Suisse-CDS scheinen sich indes nicht auszuzahlen — ihr Antrag auf Auszahlung der Kreditausfall-Swaps wurde gestern erneut abgeweisen.

Hüter der Krone unbesorgt

Die gegenüber dem Euro an der kurzen Leine gehaltene dänische Krone ist derzeit “gut positioniert” und ihr Wechselkurs gibt dem Chef-Währungshüter des skandinavischen Landes keinen Anlass zur Sorge. Im Interview zeigte sich Christian Kettel Thomsen gelassen, obwohl die Krone über dem Mittelwert des Wechselkursbandes zum Euro gehandelt wird. Sie sei dort “in einer komfortablen Position” und nicht weit von der zentralen Parität entfernt. Einen spekulativen Angriff erlitt die Währung zuletzt 2015. Unterdessen zeigt sich der Dollar unbeeindruckt vom Theaterdonner des US-Budgetstreits und bewegt sich in der Nähe eines Zweimonatshochs. Der türkischen Lira droht laut BI auf längere Sicht eine ungeordnete Abwertung, wenn Präsident Recep Tayyip Erdogan die Stichwahl gewinnt und dies als Auftrag zum “Weiter so” begreift.

Inflation rockt Treasuries

US-Bonds sollten eigentlich ein Stabilitätsanker sein. Doch ihre jüngsten heftigen Schwankungen sind nach Ansicht der größten Anleihefondsmanager der Welt nur der Beginn einer neuen Ära der Turbulenzen, die so lange anhalten wird, bis die Währungshüter die Inflation nachhaltig unter Kontrolle bringen. Der Volatilitätsindex für den größten Bondmarkt der Welt ist bereits auf ein Niveau gestiegen, das zuletzt während der großen Finanzkrise beobachtet wurde. BlackRock, Pimco und Vanguard sehen dies als neue Realität an. Der ehemalige Fed-Vorsitzende Ben Bernanke und Olivier Blanchard, Ex-Chefökonom des IWF, weisen auf die politische Dimension hin: der Einfluss eines “sehr engen” Arbeitsmarktes auf die Inflation nehme zu und zwinge die Notenbank, diesen abzukühlen, schreiben sie in einem Papier.

Was sonst noch so passiert ist

  • Ablesespezialist Techem könnte schon wieder Eigentümer wechseln

  • Alle reden von der Immokrise — die BayernLB nicht

  • Aareal-Übernahme in trockenen Tüchern

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