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Impfstoff für Afrika zum Selbstkostenpreis: Biontech und Pfizer starten Kooperation mit dem südafrikanischem Hersteller Biovac

·Lesedauer: 4 Min.

Biontech und Pfizer gaben heute, am 21. Juli, die Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit der südafrikanischen Firma Biovac aus Kapstadt bekannt. Die Firmen planen, 55 Länder der Afrikanischen Union mit Millionen Dosen ihres Impfstoffs zu versorgen. Das Vakzin wird zum Selbstkostenpreis abgegeben. Angesichts des Vormarschs der Delta-Variante in Afrika ist dies eine gute Nachricht. Denn der Kampf gegen das Coronavirus wird nicht allein in Europa und den westlichen Ländern entschieden, die bereits gut mit Impfstoff versorgt sind.

Biovac erhält den Wirkstoff aus Werken in Europa, füllt ihn vor Ort ab und verteilt die Dosen in Afrika. Der Technologie-Transfer, die Entwicklung des Standorts sowie die Installation der Geräte in Südafrika starten ab sofort. Die Firmen gehen davon aus, dass die Produktionsstätte in Kapstadt ab Ende 2021 die ersten Impfstoffe liefern kann. Die Produktionskapazität soll dann mehr als 100 Millionen Dosen im Jahr betragen. Sämtliche Vakzine werden ausschließlich innerhalb der 55 Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union verteilt.

„Unser Ziel ist es, Menschen auf allen Kontinenten die Herstellung und Auslieferung unseres Impfstoffs zu ermöglichen und gleichzeitig die Qualität der Produktion sowie die der Impfdosen sicherzustellen“, sagt Ugur Sahin, CEO von Biontech. „Wir sind davon überzeugt, dass unsere mRNA-Technologie auch für die Entwicklung von Impfstoffkandidaten gegen andere Krankheiten eingesetzt werden kann. Deshalb werden wir weiterhin nachhaltige Ansätze evaluieren, die die Entwicklung und Produktion von mRNA-Impfstoffen auf dem afrikanischen Kontinent zu unterstützen.“

Diese Aussage ist auch vor dem Hintergrund interessant, dass Biontech und die Bill und Melinda Gates Stiftung im September 2019, noch vor Corona, eine Kooperation zur Entwicklung von Immuntherapien geschlossen haben. Es sollten Behandlungen zum Beispiel gegen HIV und Tuberkulose erforscht werden.

„Ein entscheidender Schritt nach vorne“

Zu der neuen Kooperation mit Afrika sagt der CEO von Pfizer, Albert Bourla: „Vom ersten Tag an war es unser Ziel, allen Menschen weltweit einen fairen und gleichberechtigten Zugang zum Pfizer/Biontech-Covid-19-Impfstoff zu ermöglichen. Unsere jüngste Zusammenarbeit mit Biovac ist ein herausragendes Beispiel für die unermüdliche Arbeit, die in diesem Fall zum Wohle Afrikas geleistet wird. Wir werden weiterhin Möglichkeiten prüfen und umsetzen, um neue Partner in unser Liefernetzwerk aufzunehmen, so auch in Lateinamerika, um den Zugang zu Covid-19-Impfstoffen weiter zu beschleunigen.” Südamerika ist besonders stark von Covid-19 betroffen. Bestimmte Länder wie zum Beispiel Argentinien bieten ihren Bürgern den Sputnik-Impfstoff an. Beliebt bei der Oberschicht aus Buenos Aires sind längere Reisen nach Miami, inklusive der Impfung mit einem mRNA-Vakzin.

„Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit Pfizer und Biontech, um den Covid-19-Impfstoff in Afrika zu produzieren und auszuliefern. Dies ist ein Beleg für die langjährige Beziehung, die wir durch den Impfstoff Prevenar 13 mit Pfizer haben”, sagte Morena Makhoana, CEO von Biovac. „Es ist ein entscheidender Schritt nach vorne, um den nachhaltigen Zugang zu einem Impfstoff im Kampf gegen diese schwerwiegende, weltweite Pandemie zu stärken. Wir sind davon überzeugt, dass uns diese Zusammenarbeit ermöglicht, Impfstoffdosen an Menschen in schwerer zugänglichen Gebieten zu verteilen, insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent.“

Vertriebsnetze in afrikanischen Regionen gibt es schon

Pfizer und Biovac kooperieren seit 2015 bei der sterilen Formulierung, der Abfüllung und Fertiggestellung sowie dem Vertrieb des Impfstoffs Prevenar 13 gegen Lungenentzündung. Das bedeutet, dass dieser Impfstoff bereits genauso hergestellt wird, wie demnächst das Vakzin gegen Covid-19. Nur der Wirkstoff wird angeliefert, den Rest übernimmt Biovac in Kapstadt und kann dabei auf die sechsjährige Erfahrung mit dem Partner Pfizer zurückgreifen. Auch das Vertriebsnetz in zum großen Teil schwer zugängliche Regionen Afrikas gibt es bereits.

Bislang haben Biontech und Pfizer über eine Milliarde Dosen an mehr als 100 Länder weltweit geliefert. Sie arbeiten mit Regierungen zusammen, um 2021 und 2022 je eine Milliarde Dosen für ärmere Länder zur Verfügung zu stellen. Dies ist Inhalt einer Vereinbarung mit der US-Regierung für die Lieferung von 500 Millionen Dosen des Vakzins zu einem gemeinnützigen Preis. Die US-Regierung wird die Vakzine an die Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union sowie an 92 Länder mit geringem und mittlerem Einkommen gemäß der Definition des COVAX-Abkommens spenden. Des Weiteren haben die beiden Unternehmen eine Vereinbarung mit der COVAX-Initiative über 40 Millionen Impfstoffdosen.

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