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Immofinanz-Fusionsdruck wird von Hedgefonds neu angefacht

Matthias Wabl
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Wiener Immobiliengesellschaft Immofinanz AG wird von einem Hedgefonds gedrängt, die Pläne zur Fusion mit dem Konkurrenten S Immo AG wieder aufzugreifen. Dass diese fallengelassen wurde, habe Aktionärswert vernichtet.

Ein Zusammengehen mit S Immo würde die Kosten senken und die Finanzmarkt-Positionierung verbessern, sagte der Chef des Hedgefonds Petrus Advisers, Klaus Umek, im Gespräch mit Bloomberg News. Immofinanz-Chef Ronny Pecik sei Untätigkeit und offensichtliche Management-Inkompetenz anzulasten.

“Schlechte Unternehmensführung, Interessenkonflikte, Corona und Unternehmen mit Überkreuz-Beteiligungen haben eine Kaskade der Wertvernichtung ausgelöst”, sagte Umek. Die Auswirkungen zeigten sich “sowohl bei S-Immo als auch, und noch verheerender, bei Immofinanz”.

Immofinanz und S Immo haben ihren jüngsten Fusionsversuch vor etwa einem Jahr gestoppt. Beide Unternehmen räumten dabei ein, dass ein Zusammengehen im Prinzip sinnvoll wäre. Sie kündigten an, die Gespräche beim Abflauen der Pandemie möglicherweise wieder aufzunehmen. Zum potenziellen Zeitrahmen äußerten sie sich dabei nicht.

Im Zuge der Corona-Krise ging es für beide Unternehmen an der Börse drastisch abwärts. Die S-Immo-Aktie fiel 37%, der Kurs von Immofinanz 48%.

Pecik ist im Hinblick auf ein Fusionsvorhaben die Schlüsselperson. Sowohl an Immofinanz als auch an S Immo ist er mit rund 10% beteiligt. Zudem hat hat er als Immofinanz-Chef die Kontrolle über die 26,5% der S-Immo-Aktien, die das Unternehmen besitzt.

Immofinanz erklärte, Pecik sei an Managemententscheidungen in Bezug auf das S-Immo-Aktienpaket nicht beteiligt. Pecik wollte sich nicht unmittelbar zur Erklärung von Petrus Advisers äußern.

Der Anteil des Hedgefonds an Immofinanz liegt derzeit unter 3%. Petrus Advisers kauft und verkauft Anteile an S Immo je nach Einschätzung der Marktlage. Zum bisherigen aktivistischen Engagement Umeks zählen Beteiligungen an der Comdirect Bank AG, der Flughafen Wien AG und der Wienerberger AG.

“Wir brauchen einen Zeitrahmen und einen Plan”, sagte Umek und fügte hinzu, dass Pecik seine Beteiligung an beiden Unternehmen reduzieren und stattdessen Ernst Vejdovszky, dem derzeitigen CEO von S Immo, “eine umfassendere Rolle” einräumen sollte.

Eine Immofinanz-Sprecherin sagte, die Position des Unternehmens zu einer möglichen Fusion habe sich nicht geändert. Dabei verwies sie auf die Vorstandsposition zur Bewältigung der Corona-Krise.

Mit einem gegenwärtigen Barmittel-Bestand von mehr als 1 Milliarde Euro könnte sich Immofinanz eine vollständige Übernahme von S Immo leisten. Die Marktkapitalisierung von S Immo liegt nach dem diesjährigen Börsenrutsch bei 1 Milliarde Euro. Der Börsenwert von Immofinanz beträgt 1,54 Milliarden Euro.

Überschrift des Artikels im Original:Immofinanz Should Merge to Stop ‘Destruction,’ Hedge Fund Says

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