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Identitätsarbeit, Gedankenhygiene, Sein-Tun-Haben-Formel: Mit diesen Werkzeugen könnt ihr Erfolg trainieren

·Lesedauer: 6 Min.

Wer im Internet nach Beispielen für erfolgreiche Menschen sucht, stößt immer wieder auf die gleichen Gesichter. Meist sind die Menschen, zu denen sie gehören, schwer reich, leiten einen riesigen Konzern oder haben auf andere Weise den Durchbruch geschafft. Apple-Gründer Steve Jobs taucht auf, Buchautor Steven King oder Tesla-Chef Elon Musk. Bei allem, was sie angehen, scheinen sie Erfolg zu haben. Viele wollen sein wie sie: mächtig, mit viel Geld, erfolgreich. Aber wie macht man das?

Als erstes gilt es, Erfolg zu definieren. Denn was auffällt: Im Internet und in den Medien werden vor allem die Karrieren von Männern, die viel Geld haben, als besonders erstrebenswert dargestellt. Hier hilft es, sich kurz eine rhetorische Frage zu stellen, nämlich: Wer war erfolgreicher – Bill Gates oder Mutter Theresa? Ihr werdet merken: Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. Denn Erfolg bedeutet nicht zwangsläufig für jeden Menschen dasselbe. Für die einen heißt Erfolg, Millionen auf dem Konto zu haben, für die anderen zwei eigene Kinder, ein Haus oder die lang ersehnte Selbstständigkeit.

Im Grunde ist Erfolg nichts anderes, als unser ganz persönlich gestecktes Ziel zu erreichen — und wie dieses aussieht, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Während das Leben von Bill Gates als einer der reichsten Menschen der Erde für viele von uns besonders erstrebenswert erscheint, ist Mutter Theresa als bettelarme Frau gestorben – und hat trotzdem ein riesiges Werk hinterlassen.

Fragt man 1000 Menschen in einem Raum, wen sie als Vorbild und als besonders erfolgreich empfinden, bekommt man wahrscheinlich zig verschiedene Antworten. Manch einer wird prominente Menschen wie Bill Gates, Michelle Obama oder Nathalie Portman nennen – eine andere vielleicht ihre Mutter oder ihre Chefin. Wir selbst entscheiden also, welches Leben wir als glücklich und erfolgreich empfinden. Das können wir für uns nutzen – und zwar mit positiver Psychologie.

Die Sozialpsychologin Jackie Sharon Tamblyn beschäftigt sich täglich mit diesem Thema. Als selbstständige Business-Coachin und Gründerin der „All in Acadamy“ hat sie sich darauf spezialisiert, Frauen erfolgreich in die Selbstständigkeit zu begleiten. Zuvor arbeitete sie mehrere Jahre als Personalverantwortliche in verschiedenen Unternehmen. Sie sagt, wer erfolgreich sein will, muss lernen, erfolgreich zu denken.

Arbeitet an eurer Identität

Der erste Schritt ist laut Tamblyn, sich darüber klar zu werden, was Erfolg für euch persönlich überhaupt bedeutet – und dann einmal gründlich im Kopf aufzuräumen. „Menschen fragen sich ständig, was sie tun müssen, damit sie erfolgreich sind“, sagt die Sozialpsychologin. „Viel wichtiger wäre, zu fragen, wer man sein muss, damit man Erfolg hat.“ Erfolgreiches Denken beginnt deshalb mit Identitätsarbeit — also der Frage nach eurer Persönlichkeit und was ihr überhaupt vom Leben wollt.

Das mag einem erst mal sehr philosophisch und theoretisch vorkommen und wenn ihr nicht sofort eine Antwort darauf habt, ist es auch nicht schlimm. Ihr könnt euch Schritt für Schritt vorarbeiten. Überlegt euch: Was ist für euch persönlich ein Erfolg? Wie wollt ihr euch fühlen? Ist euch Freiheit wichtig oder eine steile Karriere? Habt ihr den Wunsch, anderen zu helfen? Wollt ihr ein großzügiger Mensch sein? Wollt ihr jemand sein, der beliebt ist und viele Freunde hat?

Betreibt Gedankenhygiene

Sind diese Fragen geklärt, rät Tamblyn, eine Art Gedankenhygiene zu betreiben. Das heißt: funktionale von dysfunktionalen Gedanken unterscheiden. Werdet euch bewusst drüber, welche Überlegungen euch den ganzen Tag über im Kopf herumschwirren und welche davon für eure Ziele dienlich sind. Wer zum Beispiel ein großzügiger Mensch sein will, der braucht nicht darauf zu warten, dass irgendwann sein Kontostand hoch genug ist, um anderen etwas abzugeben. „Es braucht nicht unbedingt Geld dafür“, sagt Tamblyn. „Menschen können auch mit Worten oder Hilfe großzügig sein.“

Das bedeutet, selbst wenn die endgültigen Resultate dessen, was wir als Erfolg empfinden, noch nicht komplett erreicht sind, können wir schon die Identität eines erfolgreichen Menschen annehmen. „Viele denken, sie können Y erst erreichen, wenn sie X schon haben“, sagt Tamblyn. Das entspricht laut der Sozialpsychologin aber selten der Wahrheit. „Diese gedanklichen Bedingungen führen dazu, dass wir ständig Gründe suchen, warum es nicht geht, Y zu erreichen – anstatt in die offene Frage zu gehen, wie Y auch ohne X erreichbar wäre“, so die Sozialpsychologin. „Das zwingt uns, kreativ zu werden und vorgefertigte Denkmuster zu verlassen.“ So bedeutet Freiheit beispielsweise nicht finanzielle Unabhängigkeit oder eine Reise um die Welt. Freiheit ist vielmehr ein Gefühl, ein Resultat der eigenen Gedanken und nicht äußerer Umstände.

Vermeidet „ich bin eh zu ...“ oder „ich kann nicht“

Bei Gedanken, die mit „Ich bin eh zu ...“ oder „Ich kann nicht“ beginnen, sollten eure Alarmglocken schellen. Wer sich zum Beispiel auf eine bestimmte Position bewirbt, dem hilft es bestimmt nicht, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzten, indem er sich immer wieder sagt: „Ich bin eh zu schlecht. Die anderen sind bestimmt besser als ich.“ Wenn solche Gedanken kommen, ist es hilfreich, diese auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen – und sich zu überlegen, ob es wirklich dienlich ist, sich zum Beispiel selbst immer als Superchaotin zu empfinden, obwohl man eigentlich eine erfolgreiche Businesslady sein möchte.

Im Grunde gehe es darum, zu erkennen, warum wir bestimmte Dinge überhaupt tun, erklärt Tamblyn. „Die Blindspots sichtbar zu machen, ist schon 80 Prozent der ganzen Arbeit.“ Wer das geschafft hat, der könne sich auf die Gefühlsebene bewegen – und damit beginnen, sich die positiven Gefühle, die der gewünschte Zielzustand hat, vorzustellen und sie anzunehmen. Klappt das nicht, ist die Bewusstseinsarbeit noch nicht abgeschlossen.

„Unser Unterbewusstsein ist immer stärker als unser Bewusstsein“, sagt die Business Coachin. Wir können uns zwar den ganzen Tag sagen, dass wir eine bestimmte Herausforderung schaffen, sobald unser Gefühl aber etwas anderes ausdrückt, gewinnt das Gefühl. Dann ist es laut Tamblyn nötig, weiter an unserer Identität zu arbeiten – indem wir zum Beispiel unsere Glaubenssätze noch mal überdenken oder uns überlegen, wie wir auf Erfolg konditioniert wurden.

Sein + Tun = Haben

„Können ist immer die Folge einer Entscheidung“, sagt Tamblyn. Eine Frage des Wollens – nicht des Schaffens. Entscheidend sei, in welche Richtung jemand denkt: Ist es die Richtung der Möglichkeiten oder die der Hindernisse? Gelinge es, unsere persönlichen Ziele in unserem Unterbewusstsein zu verankern und die feste Entschlossenheit dafür jeden Tag zu fühlen, dann sehen wir auf einmal deutlich mehr Chancen als Blockaden – und haben auch keine Angst mehr davor, zu scheitern. „Die funktionale oder dysfunktionale Energie geht dahin, wo der Fokus liegt“, sagt Tamblyn. Nämlich auf der Angst oder dem Erfolg. Erfolgreiche Menschen haben auch Ängste. Sie lassen sich von ihnen aber nicht aufhalten. „Nur wenn wir das Sein mit dem Tun verbinden, kommen wir zum Haben“, sagt Tamblyn.

Wer nach ein paar Absagen auf der Suche nach einem neuen Job sofort aufgibt und in seiner alten, ungeliebten Stelle verharrt, der weiß nie, was passiert wäre, wenn er drangeblieben wäre. Vielleicht hätte er für den Job seine Strategie ändern müssen, an seinen Fähigkeiten arbeiten oder sich erstmal auf eine andere Stelle bewerben. Wenn wir ein bestimmtes Ziel aber unbedingt erreichen wollen, dann schaffen wir das auch, glaubt die Sozialpsychologin. Das bedeute nicht, dass es nicht auch mal Rückschläge gibt. Sie stellen laut Tamblyn dann aber nicht das prinzipielle Ziel in Frage – sondern sind vielmehr ein Hindernis, das einen dann zwingt, drumherum zu gehen, um einen neuen Weg zu finden.

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