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Hunderte Produkte weniger bei Ikea: Warum Händler jetzt so große Lieferschwierigkeiten haben

·Lesedauer: 3 Min.
Arbeiter bedienen automatisierte Krananlagen, um Container am Außenhandelsterminal des SIP Jiujiang Port zu be- und entladen.
Arbeiter bedienen automatisierte Krananlagen, um Container am Außenhandelsterminal des SIP Jiujiang Port zu be- und entladen.

Auf Verbraucher in Deutschland kommen nach Einschätzung des Ökonomen Gabriel Felbermayr kräftige Preiserhöhungen bei Produkten aus Asien zu. Grund seien die Containerkrise im südchinesischen Meer und Chaos in den globalen Lieferketten. "Wenn es in Asien Lieferprobleme gibt, spüren wir das auch im Preis", sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), dem Portal t-online.de. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass viele Produkte aus Fernost in den kommenden Monaten deutlich teurer werden", meinte Felbermayr.

Wie sehr die Preise im Durchschnitt steigen, sei schwer zu sagen, so der Ökonom. "Aber bei Gütern und Geschenken, die stark nachgefragt werden, Elektronikgeräte wie Fernseher oder Spielkonsolen, werden wir sicherlich einen Preisanstieg von bis zu 20 Prozent sehen."

Beim schwedischen Möbelhändler könnten bald 600 Produkte in den Regalen fehlen

Manche Produkte werden die Deutschen in den kommenden Monaten vermutlich vergebens in den Regalen suchen, denn um lieferfähig zu bleiben, will zum Beispiel Ikea im kommenden Geschäftsjahr weniger Produkte anbieten. Das berichtet die Wirtschaftswoche. Geplant ist „eine Reduzierung des gesamten Sortimentsvolumens in Europa um rund fünf Prozent und in Nordamerika um rund vier Prozent“, sagt eine Sprecherin des Möbelhändlers. Circa 600 Produkte würden aus dem Sortiment fallen.

Derzeit stammen rund 70 Prozent der in Europa verkauften Ikea-Möbel auch aus Europa. Der Rest dürfte allerdings aus Asien importiert werden und ist damit besonders stark von den Seefrachtproblemen betroffen. Die Schiffe sind überbucht und verspätet, die Häfen überlastet. Weil die Nachfrage die Kapazität übersteigt, können derzeit nicht alle Waren verschifft werden.

Das Coronavirus wütete unter den Arbeitern in chinesischen Frachthäfen

Zuletzt hatte ein Stau im Containerschiffsverkehr im südchinesischen Hafen Yantian, ausgelöst von einem Corona-Ausbruch unter Arbeitern, die globalen Güterströme stark behindert. Der Stau galt in der Schifffahrtsbranche als größeres Problem als die tagelange Sperrung des Suezkanals Ende März nach der Havarie des Frachters "Ever Given".

Die Störungen im Container-Schiffsverkehr sind eine der Ursachen für die Materialengpässe in Europa. Zudem lässt die anziehende Konjunktur in den USA und China viele Güter knapp und teuer werden. Grundsätzlich leide die Weltwirtschaft sehr unter der Lieferkrise, so der IfW-Chef. "Was in China passiert, ist dramatisch. Das sind schmerzhafte Einschnitte für die Weltwirtschaft", sagte Felbermayr.

Die Angebotsblätter der Discounter könnten leerer werden

Neben Ikea kämpfen auch viele andere Händler mit Logistikproblemen. Beim Möbel- und Dekoanbieter Butlers befürchtet man, dass einzelne Produkte zeitweise ausverkauft sein werden, Aldi rechnet mit Lieferschwierigkeiten für die Aktionsprodukte und auch der Schuhhändler Deichmann klagt über Lieferprobleme und immens hohe Transportpreise.

Das Lieferkettenchaos könne sich auch auf das Weihnachtgeschäft auswirken, das sich wegen langer Vorlaufzeiten schon anbahne, glaubt Felbermayr. "China ist für den Gabentisch in deutschen Wohnzimmern der wichtigste Lieferant. Wegen der Lieferengpässe dürften im Dezember die Regale in vielen Geschäften leerer sein als sonst."

cri/dpa

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