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Hoffnung in der Talsohle: Wichtiges Signal für die Konjunktur springt auf Grün, und sogar die Chemie steigert die Produktion

Die Zeichen, dass die Konjunktur die Talsohle erreicht hat, mehren sich. PCK-Raffinerie in Schwedt.  - Copyright: Picture Alliance
Die Zeichen, dass die Konjunktur die Talsohle erreicht hat, mehren sich. PCK-Raffinerie in Schwedt. - Copyright: Picture Alliance

Die deutsche Wirtschaft steckt in einem tiefen Tal, dort aber wächst allmählich die Hoffnung auf bessere Zeiten. Das signalisieren die ZEW-Konjunkturerwartungen, ein wichtiger Frühindikator für die deutsche Wirtschaft in den kommenden sechs Monaten. Der Index stieg im November zum vierten Mal in Folge, sogar kräftig von minus 1,1 auf plus 9,8 Punkte. Das Signal für die Konjunktur sprang damit erstmals seit April wieder auf Grün.

Hat die Konjunktur die Talsohle nun erreicht?

„Es erhärtet sich somit der Eindruck, dass die Talsohle der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland erreicht ist“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die gestiegenen Konjunkturerwartungen werden begleitet von deutlich optimistischeren Aussichten für den deutschen Industriesektor sowie die in- und ausländischen Aktienmärkte. Auch bei der Inflation sowie den kurz- und langfristigen Zinsen scheinen Wendepunkte bei den Erwartungen erreicht.“

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Die Einschätzung der gegenwärtigen konjunkturellen Lage hat sich hingegen kaum verändert. Sie steigt um 0,1 Punkte und liegt aktuell bei minus 79,8 Punkten.

Den ZEW-Konjunkturerwartungen liegt eine monatliche Umfrage des Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim bei Finanzexperten in Unternehmen zugrunde. Das ZEW errechnet daraus Werte für die Beurteilung der Lage sowie der Erwartung für die kommenden sechs Monate. Ähnlich wie das Ifo-Geschäftsklima bilden die ZEW-Konjunkturerwartungen also keine harten Daten aus der Vergangenheit ab, sondern die Stimmung und Erwartungen in der Wirtschaft für die nahe Zukunft.

Ähnliche Töne wie vom ZEW kamen auch aus der angeschlagenen deutschen Chemieindustrie. Erstmals seit eineinhalb Jahren konnte die Chemie- und Pharmabranche ihre Produktion im Sommerquartal leicht um 0,1 Prozent zum Vorquartal steigern, teilte ihr Verband VCI mit. Ohne Pharma gab es sogar ein Plus von 1,7 Prozent. Die Produktion lag damit immer noch um 6,1 Prozent unter dem Vorjahr, der Umsatz sogar um 13,5 Prozent. Aber: „Die Talsohle scheint erreicht“, hofft auch der VCI. Auch der Auftragseingang stabilisiere sich.

Eine Trendwende sei das aber noch nicht. Die Branche trete auf der Stelle. „Hohe Energie- und Rohstoffpreise und der Auftragsmangel werden die Geschäfte weiterhin belasten“, sagte VCI-Präsident Markus Steilemann.

Die Chemie- und Pharmabranche mit rund 477 000 Beschäftigten in Deutschland ist Lieferant etwa für die Auto-, Konsumgüter- und Baubranche und damit konjunkturabhängig. Umgekehrt gilt sie als Indikator für die gesamte Wirtschaft. Die energieintensive Chemiebranche leidet besonders unter den gestiegenen Energiepreisen. So kündigte Branchenprimus BASF den Abbau Tausender Jobs und die Schließung energieintensiver Anlagen an.

Das Regierungspaket für niedrigere Strompreise werde nicht ausreichen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen deutlich zu verbessern, kritisierte Steilemann. Der VCI hatte sich für einen staatlich subventionierten Industriestrompreis eingesetzt, wie ihn Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gefordert hatte. Stattdessen will die Ampel unter anderem die Stromsteuer für alle Unternehmen deutlich senken und Konzerne, die besonders unter hohen Strompreisen leiden, besonders fördern. Allein 2023 soll das Paket bis zu zwölf Milliarden Euro kosten.

Mit Material von dpa.