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Heftige Kritik an chinesischem "Eisbär-Hotel"

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Einmal einem Eisbären ganz nah kommen: Der Traum vieler Menschen. In China macht ein neu eröffnetes Hotel dieses Erlebnis jetzt möglich, doch die Kritik von Tierschützern wird immer lauter.

Am vergangenen Freitag wurde das "Polar Bear Hotel" in der chinesischen Stadt Harbin eröffnet. Das Besondere: Alle 21 Zimmer haben einen direkten Blick auf Eisbären. Doch die großen Raubtiere leben nicht in der freien Natur, sondern in einem kleinen Gehege, dass von den Hotelzimmern umgeben ist. Diese Art der Haltung aber ruft harsche Kritik von Tierschutzorganisationen hervor.

"Eisbären gehören nicht in Hotels"

Harbin in der Provinz Heilongjiang liegt etwa 1.200 Kilometer nordöstlich von Peking und hat durchaus Temperaturen, bei denen Eisbären sich wohl fühlen. Die Stadt trägt den Beinamen "Ice City" und ist berühmt für ihr alljährliches Eis-Skulpturen-Festival. Allerdings auch dafür, regelmäßig Pinguine zu verkleiden und vorzuführen.

Freier Blick auf die Raubtiere. Mit artgerechter Haltung hat das Konzept des "Eisbär-Hotels" allerdings wenig zu tun. (Bild: cnsphoto via REUTERS)
Freier Blick auf die Raubtiere. Mit artgerechter Haltung hat das Konzept des "Eisbär-Hotels" allerdings wenig zu tun. (Bild: cnsphoto via REUTERS)

Eisbären, die im Zuge des Klimawandels zum weltweiten Symbol der Umweltkatastrophe geworden sind, bewegen sich normalerweise in freier Wildbahn in einem Umkreis von mindestens 150 Kilometern, um zu jagen. Ihr Bewegungsradius kann sich tausende Kilometer weit ausdehnen. In ihrem natürlichen Lebensraum sind sie zum Teil bis zu 18 Stunden am Tag aktiv. Sperrt man die Einzelgänger unter ständiger Beobachtung auf kleiner Fläche ein, beraubt man sie ihres natürlichen Verhaltens, was bei den Tieren zu hoher Belastung und bleibenden Schäden führen kann. So ist es kein Wunder, dass Tierschützer von dem Iglu-förmigen Hotel nicht begeistert sind.

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Die Tierschutzorganisation "PETA" gehörte zu den schärfsten Kritikern. Der für Asien zuständige Vizepräsident Jason Baker sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: "Eisbären gehören in die Arktis, nicht in Zoos oder Glaskästen und Aquarien - und ganz bestimmt nicht in Hotels."

Einmal von Angesicht zu Angesicht mit einem Eisbären: Dieses chinesische Kind ist fasziniert, der Bär eher weniger. (Bild: cnsphoto via REUTERS)
Einmal von Angesicht zu Angesicht mit einem Eisbären: Dieses chinesische Kind ist fasziniert, der Bär eher weniger. (Bild: cnsphoto via REUTERS)

Eine Sprecherin des Betreibers "Harbin Polarland" verteidigte die Unterbringung als artgerecht und gab gegenüber Reuters an, dass die Bären auch über ein zusätzliches Auslaufgehege verfügten und Luft und Temperatur ständig überprüft würden. Dass das Hotel aber mit einem 24-stündigen Zugang zu den Eisbären um Besucher wirbt, bestritt die Sprecherin nicht.

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In China gibt es immer wieder Proteste gegen den Umgang mit Wildtieren, auch viele der chinesischen Zoos und Tierparks entsprechen nicht den Mindestansprüchen artgerechter Haltung. Tierschützer fordern nun von Besuchern, das "Eisbär Hotel" zu boykottieren. Für die Testphase sind die Zimmer allerdings bereits restlos ausgebucht.

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