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HAUPTSTADTGEFLÜSTER: Merkel geht, die Wahlkämpfer kommen

·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Es war mutmaßlich die letzte Regierungserklärung der Kanzlerin. Aber wer gedacht hatte, dass Angela Merkel nach 16 Jahren an der Macht beim Abschied emotional werden könnte, sah sich getäuscht.

Die Regierungschefin spulte routiniert ihr Programm für den zweitägigen EU-Gipfel herunter, der am Donnerstagnachmittag in Brüssel beginnt. Sie warnte vor zu viel Leichtsinn angesichts der sich ausbreitenden Delta-Variante und forderte eine gemeinsame EU-Strategie gegenüber Putins “Provokationen” und Chinas Expansionsdrang.

Was dann folgte, war allerdings bemerkenswert. Abgesehen von der gewohnt miesepetrigen AfD-Fraktionschefin Alice Weidel nutzten die Hauptredner der Oppositions- wie auch der Regierungsfraktionen die Gelegenheit, um sich bei der Langzeit-Kanzlerin zu bedanken.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock klang dabei zeitweise so, als halte sie eine Bewerbungsrede für Merkels direkte Nachfolge. “Sehr, sehr viele Menschen in diesem Land sind dankbar dafür, dass Sie in Krisensituationen in den letzten 16 Jahren dieses Europa zusammengehalten haben”, würdigte die Grünen-Co-Vorsitzende das Wirken der Kanzlerin.

Der CDU-Mann, der verhindern will, dass Baerbock in Merkels Fußstapfen tritt, war auch da. Armin Laschet ist zwar nicht Mitglied des Bundestages, besitzt dort aber als amtierender nordrhein-westfälischer Ministerpräsident das Rederecht - von dem er an diesem denkwürdigen Tag ausführlich Gebrauch machte.

In ungewohnt emotionaler Manier nutzte Laschet die Chance, um sich den Abgeordneten schon mal als Verwalter des merkelschen Erbes zu präsentieren. Und fügte bei seinem Plädoyer für ein geeintes Europa sogar noch eine Prise Vision hinzu - eine Zutat, die bei der bekennenden Kartoffelsuppenköchin Merkel nur sehr sparsam Verwendung fand.

Laschet sprach sich empathisch gegen jene EU-Regierungschefs aus, “die lange den Taschenrechner als Konzept hatten und nicht die europäische Vision.” Es war eine Wendung, die durchaus auch als Spitze gegen die Kanzlerin zu verstehen war. Oder zumindest gegen jene Kanzlerin, die sich lange gegen die Idee von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für ein gemeinsames EU-Konjunkturpaket sträubte - bis sie schließlich unter dem Eindruck der Corona-Pandemie doch nachgab.

Merkel verfolgte das bunte Wahlkampftreiben im Bundestag schweigend von der Regierungsbank aus. Wahrscheinlich war sie froh, dass die Maske bei so manchem Redebeitrag ihre Mimik verbarg.

(Dieser Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung von Bloomberg LP oder deren Eigentümern wider. Arne Delfs ist Reporter bei Bloomberg News.)

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