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HAUPTSTADTGEFLÜSTER: Was Baerbocks missratener Start verrät

·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Nach ihrer Nominierung zur Grünen-Kanzlerkandidatin gab es für Annalena Baerbock ein kurzes Umfrage-Hoch und freundliche Presse. Seitdem geht es bergab. Beim Durchleuchten ihres Lebenslaufs fand man Unsauberheiten, in ihren Interviews sachliche Fehler, und nun stehen auch noch Plagiatsvorwürfe im Raum. Herbe Schläge, denn bei allen geht es um ihre Glaubwürdigkeit. Baerbock ist dabei, den Eignungstest als erste grüne Bundeskanzlerin zu verhauen. Ist Deutschland noch nicht bereit für eine grüne Kanzlerin und Baerbock nicht reif für das Amt?

Baerbock und ihre Partei haben seit der Bundestagswahl 2017 einen steilen Aufstieg hinter sich. Vor vier Jahren waren die Grünen eine Oppositionspartei, die als Juniorpartner in die Regierung strebte, um nicht ins politische Abseits zu geraten. Baerbock war allenfalls eine Randerscheinung in der Partei. Der jüngste Hype begann erst im laufenden Jahr, spülte die Grünen in den Umfragen nach oben und machte Baerbock zur Galionsfigur der Erneuerung - getrieben nicht zuletzt auch von Lockdown-Frust und CDU-Maskenskandal.

Der plötzliche Aufstieg hat offenbar Baerbock, aber auch die Grünen überrumpelt. Fast ein Jahrzehnt war die Partei damit beschäftigt, sich als Opposition zu definieren, nun war man plötzlich in der Position, einen Führungsanspruch stellen zu können, auf den man nicht vorbereitet ist. Von Baerbock werden fehlerlose Führungsqualitäten erwartet, die sie nicht haben kann, weil sie nie eine namhafte Führungspositionen inne hatte. Als Partei sind die Grünen nicht so aufgestellt, dass sie ihre Spitzenkandidatin wirksam vor Fehltritten bewahren und gegen Kampagnen abschirmen können. Was als Opposition noch tolerabel war, führt jetzt zur politischen Totalhavarie.

Baerbock und die Grünen sind nicht die ersten, die nach einem Medienhype erstmal einen Niedergang verkraften müssen. Wie gut es ihnen gelingt, dagegenzuhalten, ist die Bewährungsprobe der kommenden Wochen.

(Dieser Kommentar spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung von Bloomberg LP oder deren Eigentümern wider. Birgit Jennen ist Reporterin bei Bloomberg News)

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