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Handwerk: Neue Corona-Hilfen für Unternehmen sind 'halbherzig'

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BERLIN (dpa-AFX) - Das Handwerk hält den Koalitionsbeschluss zu neuen Steuererleichterungen in der Corona-Krise für halbherzig. Angesichts der riesigen unverschuldeten Liquiditätsprobleme der Betriebe seien die Hilfen "in keiner Weise weitreichend genug", sagte der Präsident des Branchenverbands ZDH, Hans Peter Wollseifer, am Donnerstag. "In der jetzt beschlossenen Form kann das allenfalls marginal dazu beitragen, die in dieser Krisenlage notwendige Liquidität für unsere Betriebe zu schaffen."

Die Spitzen von Union und SPD hatten beschlossen, dass der steuerliche Verlustbeitrag ausgeweitet wird, so dass Unternehmen bei der Steuererklärung mehr Verluste aus 2020 und 2021 mit Gewinnen aus 2019 verrechnen können. Dadurch sollen sie jetzt weniger Steuern zahlen und schnell mehr Geld zur Verfügung haben.

Wollseifer kritisierte, dass lediglich der Höchstbetrag, nicht aber der Rücktragszeitraum geändert wurde. "Das geht an den Bedürfnissen des Mittelstands vorbei", sagte er. "Die Koalition hat eine Chance vertan, Betrieben ganz einfach und zielgenau zu helfen, indem die Verlustverrechnung auf zwei bis drei Jahre ausgeweitet wird." Die öffentlichen Kassen hätte das nach seiner Rechnung kaum belastet, weil das Geld in den Folgejahren über Steuerzahlungen wieder an den Staat zurückgeflossen wäre. "Die Wirkung für die Betriebe jedoch wäre spürbar, weil bei ihnen so schnell Liquidität zufließen würde."