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Ich habe sechs Jahre lang auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet – diese zehn Dinge solltet ihr wissen, bevor ihr bucht

·Lesedauer: 6 Min.

Blaues Gewässer um euch herum, All You Can Eat am Buffet, unzählige Unterhaltungsangebote und Freizeitaktivitäten. Für viele Personen dürfte das nach einem Traumurlaub klingen. In jedem Fall ist eine Kreuzfahrt ein einzigartiges Erlebnis, eine Auszeit vom Alltag.

Für die US-amerikanische Autorin Erica DePascale war das über sechs Jahre lang Alltag. Während ihrer Zeit als Angestellte auf einem Kreuzfahrtschiff hat sie viele Erfahrungen gesammelt. Dabei sind ihr immer wieder verschiedene Situationen und Überraschungen aufgefallen.

Hier sind zehn Dinge, die ihr laut Erica DePascale wissen solltet, bevor ihr eine Kreuzfahrt bucht.

1. Nicht alles ist im Standardpreis enthalten

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass eine Kreuzfahrt eine All-Inclusive-Buchung ist. Bei den meisten Kreuzfahrt-Veranstaltern sind die Unterbringung im Zimmer und unbegrenztes Essen am Buffet und im Speisesaal inbegriffen. Allerdings gibt es auch einige Dinge, für die zusätzlich Kosten anfallen.

So sind beispielsweise alkoholische Getränke in der Regel nicht im Preis enthalten. In den meisten Fällen könnt ihr vor Ort ein Pauschalangebot kaufen oder die Getränke à la carte bestellen. Aber Achtung! Das könnte eurem Urlaub teuer zu stehen kommen.

Neben den alkoholischen Getränken fallen auch für weitere Angebote wie eine WLAN-Verbindung, Landausflüge, Spezialrestaurants und Fotos zusätzliche Kosten an. Ihr solltet euch also vorab über die Preise informieren und euch gut überlegen, was ihr zu eurem Urlaubserlebnis hinzufügen möchtet.

2. Zu bestimmten Zeiten im Jahr sind die Gewässer unruhig

Im Winter können die Wellen im Atlantik unruhiger sein.
Im Winter können die Wellen im Atlantik unruhiger sein.

Bei großen Schiffen merkt man fast nie, dass man sich auf einem Schiff befindet. Das gilt grob gesagt für alle Schiffe, die länger sind als der Eiffelturm hoch ist. Weder die Bewegung noch der Wellengang sind spürbar. Doch das ist nicht immer so. Zeiten wie die Hurrikan-Saison in der Karibik oder der Winter auf dem Atlantik sind dafür bekannt, dass die See rauer und unruhiger ist. Solltet ihr also zu Seekrankheit neigen, ist es ratsam, die Jahreszeit für eure Kreuzfahrt mit Bedacht zu wählen.

3. Für Kinder gibt es in der Regel eine Ausgangssperre

Wenn ihr plant, am Abend zu feiern und eure Kinder auf dem Schiffsgelände herumspielen zu lassen, solltet ihr einplanen, rechtzeitig fertig zu werden, um die Sperrstunde für Kinder einzuhalten. Aber keine Sorge: Die Sperrstunde ist oft später als erwartet. In der Regel müssen Kinder um ein Uhr morgens in ihren Kabinen sein. So haben auch sie noch genügend Zeit, sich am Mitternachtsbuffet zu bedienen.

Viele Jugenddiscos an Bord sind bis zum späten Abend kostenlos. Danach müsst ihr eine geringe Stundengebühr bezahlen, damit eure Kinder bis zur Schließung bleiben dürfen. Denkt aber daran, dass diese Regelungen und Richtlinien von Schiff zu Schiff unterschiedlich sein können.

4. Manche Landaufenthalte sind kürzer, als die Gäste erwarten

Obwohl die Länge der meisten Zwischenstopps acht Stunden beträgt, sind manche Aufenthalte deutlich kürzer.
Obwohl die Länge der meisten Zwischenstopps acht Stunden beträgt, sind manche Aufenthalte deutlich kürzer.

Kreuzfahrten sind eine großartige Möglichkeit, mehrere Länder und Orte auf einer Reise zu erkunden, ohne permanent einen Reisestress zu verspüren. Für gewöhnlich legen die Schiffe während einer Tour an mehreren Häfen an. Für einige Stunden können die Gäste dann das Schiff verlassen und den jeweiligen Ort erkunden.

Normalerweise beträgt die Aufenthaltsdauer an Land etwa acht Stunden. Allerdings gibt es einige wenige Fälle, in denen die Schiffe nur einen halben Tag bleiben. Der Grund dafür besteht in den meisten Fällen in den Hafenregeln oder am festgelegten Reiseplan. In jedem Fall solltet ihr euch vor der Buchung einer Kreuzfahrt über die genauen Fahrtzeiten informieren. Ist euch daran gelegen, an einem bestimmten Ort länger zu bleiben, könnt ihr eure Buchung unter anderem von den Landaufenthalten abhängig machen.

5. Möglicherweise müsst ihr beim Abendessen mit anderen Gästen zusammensitzen

Diese Praxis ist eigentlich nicht mehr üblich. Heutzutage sitzen die Familien für sich, es sei denn Gruppentische wurden explizit gewünscht. Dennoch kann es gelegentlich dazu kommen, dass ihr beim Abendessen mit anderen Gästen an einem großen Tisch sitzen müsst.

Diese Zuweisung wird euch manchmal vor der Kreuzfahrt mitgeteilt. Solltet ihr kein Interesse daran haben, andere Reisende kennenzulernen, könnt ihr euer Anliegen mit dem Personal absprechen, sobald ihr an Bord seid. In so gut wie allen Fällen werdet ihr dann eine neue Tischzuweisung erhalten.

6. Die auf dem Reiseplan angegebenen Ankunftszeiten der Häfen sind nicht die tatsächlichen Uhrzeiten, an denen ihr das Schiff verlassen könnt

Einige Passagierinnen und Passagiere buchen versehentlich externe Touren zu den angegebenen Hafenankunftszeiten.
Einige Passagierinnen und Passagiere buchen versehentlich externe Touren zu den angegebenen Hafenankunftszeiten.

Ich habe häufig erlebt, dass Passagierinnen und Passagiere ihre Touren bei externen Veranstaltern gebucht haben und maßlos enttäuscht wurden, weil sie sie nicht rechtzeitig erreicht haben. Bei der Buchung sind sie davon ausgegangen, dass die angegebene Ankunftszeit am Hafen der Zeitpunkt ist, an dem sie das Schiff verlassen können.

Doch diese auf dem Reiseplan angegebene Zeit ist lediglich die offizielle Uhrzeit, zu der das Schiff im Hafen anlegt. Das Schiff muss dann von den örtlichen Behörden inspiziert und freigegeben werden, bevor die Gäste das Schiff verlassen können. Das kann zwischen 20 Minuten und einer Stunde dauern. Die geschätzte Zeit für die Freigabe wird in der Regel im Reiseplan aufgeführt.

7. Ihr könnt den in den Häfen gekauften Alkohol nicht auf das Schiff mitnehmen

Euer Plan, mehrere Flaschen Mexikos feinsten Tequilas bei einer Tagestour zu kaufen und später in der Kabine zu trinken, wird höchstwahrscheinlich nicht möglich sein. Jeder an Land gekaufte Alkohol muss beim Boarding des Schiffes durch den Röntgenscanner und wird bis zum Ende der Kreuzfahrt von der Sicherheitskontrolle aufbewahrt. Meistens wird er am letzten Abend in eure Kabine geliefert. Alkoholische Mitbringsel sind also erlaubt, sie dürfen nur nicht während der Tour konsumiert werden.

8. Es kann formelle und thematische Abende geben, also solltet ihr eine entsprechende Garderobe packen

Eine Kleiderordnung ist eigentlich nicht vorgeschrieben. Allerdings erzählt DePascale, sie habe viele Gäste erlebt, die ihr gesagt hätten, sie hätten gerne gewusst, dass es einen formellen Abend oder einen Themenabend gebe. Dann hätten sie entsprechend gepackt, so die Autorin.

Demnach empfiehlt sie, sich die Informationen zum Unterhaltungsprogramm vorher durchzulesen. Diese sind in der Regel vor Beginn der Kreuzfahrt in der App oder auf der Webseite der Reederei zu finden. So könnt ihr euch informieren und entsprechende Kleidung packen.

9. Eure Kabine sieht vielleicht nicht so aus, wie ihr es erwartet

Einige Kabinen sind größer als andere.
Einige Kabinen sind größer als andere.

Die Kabinen auf den Kreuzfahrtschiffen reichen von kleinen, fensterlosen Innenräumen bis hin zu Suiten, die so groß wie Eigentumswohnungen sind. Vergewissert euch, dass ihr vorher Bilder von der Art oder Klasse der Kabine seht, die ihr bucht – vor allem, wenn ihr über ein Reisebüro bucht.

Ihr solltet wissen, was ihr für euer Geld bekommt. Denn euer Urlaubserlebnis wird stark davon abhängen, ob ihr ein Zimmer mit zwei Etagenbetten und ohne Fenster bucht oder eines mit einem malerischen Balkon und Einzelbetten.

10. Trinkgeld wird automatisch für jede Passagierin und jeden Passagier hinzugefügt

Oft überprüfen Gäste ihre Rechnungen erst am letzten Tag ihrer Kreuzfahrt. Dabei geraten sie häufig in Panik, wenn sie sehen, dass unter den Namen der einzelnen Personen Trinkgeld berechnet wurde.

Das Trinkgeld wird automatisch pro Person und Tag für eure Kellnerinnen und Kellner sowie das Haushalts-Team berechnet. Allerdings könnt ihr den Betrag ändern, wenn ihr das wünscht. Dafür müsst ihr euch mit dem Gästeservice in Verbindung setzen. Denkt aber auch daran, dass das Personal in den meisten Fällen sein Bestes tut, um euch einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen.

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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