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Ich habe Elon Musks Lifehack für mehr Produktivität ausprobiert – es war extrem nervig, aber ich habe tatsächlich viel mehr geschafft

·Lesedauer: 4 Min.

Elon Musk arbeitet laut Presseberichten 80 bis 100 Stunden pro Woche und schläft täglich nicht mehr als sechs Stunden. Musk, der mehrere Konzerne leitet, unternimmt eigenen Angaben zufolge extreme Anstrengungen, um den Überblick zu behalten. Er ist der CEO des Elektroautoherstellers Tesla, des Raumfahrtunternehmens SpaceX und des Neurotechnologie-Unternehmen Neuralink. Außerdem ist er der Gründer von The Boring Company, einem US-amerikanischen Tunnelbau- und Infrastrukturunternehmen.

Musk ist dafür bekannt, dass er seine Zeit genau einteilt, seine Arbeitstage sogar in Fünf-Minuten-Einheiten, um die Arbeitsbelastung in zwischen seinen Unternehmen zu priorisieren. Er soll E-Mails verschicken, während er sich in Meetings befindet oder wenn er Zeit mit seinen Söhnen verbringt. Oft verzichte er auf das Frühstück, verschling sein Mittagessen innerhalb von fünf Minuten und vermeide Telefonate, um nicht abgelenkt zu werden.

Bei einem vorigen Selbsttest für Business Insider USA half mir die E-Mail-Technik von Eric Schmidt dabei, meinen Posteingang in den Griff zu bekommen. Ich dachte, dass Musks Zeitmanagement-Hack eventuell die gleiche Wirkung auf meine Fähigkeit haben könnte, meine Arbeitszeit zu organisieren. Also entschloss ich, Musks Produktivitäts-Lifehack ein paar Tage auszuprobieren.

Für meinen Test habe ich Musks Herangehensweise etwas abgeändert: Weder das Frühstück habe ich ausfallen lassen noch 16-Stunden-Tage eingelegt. Bei den meisten Menschen würde angesichts eines solchen Pensums wahrscheinlich die Produktivität ab- statt zunehmen. Stattdessen habe ich die Fünf-Minuten-Einheiten auf meine üblichen Arbeitszeiten zwischen acht und 17 Uhr angewendet.

Die Technik bedurfte einiger Planung

Viele Produktivitätscoaches schwören auf das Blockieren von Zeiteinheiten für bestimmte Aufgaben. Bei Musk jedoch ist es anders. Bei seiner Strategie befindet sich die Zeitplanung eher auf einem Prüfstand. Um das Konzept für mich anzuwenden, war viel Vorbereitung nötig.

Es ist fast unmöglich, irgendetwas in fünf Minuten zu erledigen, abgesehen von der einen oder anderen E-Mail oder einem Social-Media-Post. Musk hat gegenüber dem Gründerzentrum Y Combinator einmal gesagt, dass er 80 Prozent seiner Zeit mit Technik und Design verbringe. Daher scheint es sehr unwahrscheinlich zu sein, dass er sich tatsächlich darauf beschränkt, alles in fünf Minuten zu erledigen.

Für den Selbsttest habe ich meine Arbeitstage dennoch in Fünf-Minuten-Intervalle eingeteilt. Allerdings habe ich viele der Einheiten zusammengelegt. Ich habe beispielsweise zwölf Fünf-Minuten-Einheiten am Stück für das Schreiben eines Interviews am Mittwoch um neun Uhr vorgesehen. Außerdem habe ich Zeit für Pausen und administrative Aufgaben eingeplant. Zum Ende des Tages habe ich abschließend sechs weitere Slots vorgesehen, um wichtige, aber nicht essenzielle Aufgaben zu erledigen. Darunter fiel unter anderem das Lesen einiger Artikel, auf die ich an diesem Tag gestoßen war.

Ich habe strukturierter gearbeitet und viel mehr geschafft

Ich habe die Angewohnheit, mehr Zeit für Aufgaben aufzuwenden, als nötig wäre. Beispielsweise neige ich oft dazu, Sätze wiederholt umzuschreiben. Das kostet Zeit. Während des Selbsttests habe ich jedoch stärker den Druck verspürt, die Aufgaben schneller zu erledigen. Schließlich wusste ich, dass die zur Verfügung stehende Zeit für eine Aufgabe begrenzt war. Sobald ich mir bewusst war, dass ich nur eine Stunde Zeit für etwas hatte, konnte ich mich deutlich besser konzentrieren und schneller arbeiten.

Darüber hinaus half mir die strikte Zeitplanung dabei, unnötige Ablenkungen auszuschalten, die die Produktivität beeinträchtigen können. So kontrollierte ich nicht permanent meinen E-Mail-Posteingang oder scrollte durch soziale Medien.

Es erforderte eine ständige Anpassung — was nervig war

Des öfteren kann man nicht kontrollieren, wann ein anderes Unternehmen auf eine Anfrage antwortet oder wann Kolleginnen und Kollegen mit einer unerwarteten Aufgabe auf einen zukommen. In einigen Fällen musste ich feststellen, dass ich für bestimmte Tätigkeiten zu wenig Zeit eingeplant hatte. Das hatte zur Folge, dass ich meinen Zeitplan ständig überdenken und ursprünglich eingeplante Angelegenheiten auf den nächsten Tag verschieben musste. Zu oft floss die Zeit dahin, die ich für andere Dinge eingeplant hatte.

Nichtsdestotrotz gehe ich davon aus, dass es einfacher wird, wenn man diese Technik länger verfolgt. Je öfter man mit dieser Methode arbeitet, desto besser lässt sie sich anpassen. Für mich war es anfangs jedoch frustrierend. Als Konsequenz habe ich damit begonnen, in meinem Kalender etwas Platz freizulassen, um mehr Flexibilität zu haben.

Einige Aspekte der Methode werde ich beibehalten

Insgesamt dürfte Musks Tagesplanung für die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer übertrieben sein. Dennoch werde ich einige Ansätze beibehalten. So habe ich gelernt, dass es von Vorteil sein kann, selbst für die kleinsten Aufgaben aktiv Zeit einzuplanen. Es hat mir geholfen, sie zu erledigen und nichts zu vergessen. Am Ende des Tages habe ich mich deutlich organisierter und produktiver gefühlt.

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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