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Gruselig: Facebook weiß, wann Frauen zuletzt Sex gehabt haben

Anna Rinderspacher
Freie Journalistin

Was wir zu Abend essen, wohin wir verreisen, welchen Sport wir treiben: All das weiß Facebook längst über uns, denn wir haben es dem sozialen Netzwerk selbst mitgeteilt. Wie ein neuer Bericht nun offenbart, hat Facebook jedoch auch Zugriff aus sehr intime Daten von Frauen – und die kriegen davon noch nicht mal etwas mit.

Was wir unseren Apps verraten, weiß auch Facebook (Symbolbild: Getty Images)

Es gab eine Zeit, da war er nur eine Zukunftsfantasie aus einem Roman: der große Bruder, der alles weiß und alles sieht. Dass der Alptraum vom allwissenden Überwachungsapparat längst Realität geworden ist, sollte uns eigentlich nicht mehr wundern: Soziale Netzwerke wie Facebook speichern alle unsere Daten und Informationen – und nicht nur die, die wir ihnen wissentlich anvertraut haben.

So soll der Social-Media-Gigant auch Zugriff auf hochsensible persönliche Daten seiner weiblichen Nutzer haben: wann ihre letzte Periode war, welche Beschwerden dabei aufgetreten sind und wann die Frauen zuletzt Sex hatten.

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Schuld daran sind offenbar Zyklus-Apps wie MIA Fem und Maya. Laut eines Berichts von “Buzzfeed News“ haben diese Firmen die von ihnen gesammelten Daten ohne Zustimmung der Nutzer an Facebook verkauft.

Zyklus-Apps sind nicht immer eine gute Idee (Symbolbild. Getty Images)

Wofür braucht Facebook diese Daten?

Millionen von Frauen auf der ganzen Welt könnten von diesem Datenklau betroffen sein. Glaubt man den Angaben des Google Play Stores, wurde die App Maya mehr als fünf Millionen Mal heruntergeladen. Der Zyklus-Tracker MIA Fem hat laut “Buzzfeed News“ rund zwei Millionen Nutzer weltweit. Warum aber sind die Daten dieser Apps für Facebook von Interesse?

Wie alle Informationen, die Facebook von seinen Nutzern speichert, werden auch die Zyklus-Daten zur Personalisierung von Werbeanzeigen genutzt. Unter den Nutzerinnen von MIA Fem und Maya sind auch viele Frauen, die schwanger werden wollen und ihren Zyklus überwachen, um ihre Chancen dafür zu steigern. Und mit großer Wahrscheinlichkeit verändert der Wunsch, ein Baby zu bekommen, auch das Einkaufsverhalten der Frauen, jede große Lebensveränderung und sogar jeder Stimmungswechsel tut das.

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Frauen, die nicht schwanger werden wollen, nutzen diese Arten von Apps dagegen, um ihre Verhütung zu optimieren. Dazu geben sie an, welches Verhütungsmittel sie benutzen und wann sie zuletzt Geschlechtsverkehr hatten. Auch diese Daten übermitteln Apps wie MIA FEM und Maya direkt an Facebook, ebenso wie sämtliche Notizen, die Userinnen mit der App machen.

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