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Das sind die größten Startups in Europa

·Lesedauer: 3 Min.
Hat Klarna vor 16 Jahren gegründet: CEO Sebastian Siemiatkowski.
Hat Klarna vor 16 Jahren gegründet: CEO Sebastian Siemiatkowski.

Es ist derzeit nicht einfach, Buch zu führen. 18 Decacorns gebe es mittlerweile in Europa, schreiben die M&A-Berater von G. P. Bullhound in ihrem gerade erschienenen „Titans of Tech“-Report. Schaut man sich die entsprechende Grafik an, fällt aber schnell ins Auge: Celonis fehlt. Vor wenigen Wochen erst war das Münchener Softwareunternehmen zum ersten deutschen Startup geworden, das mit einem zweistelligen Milliardenbetrag bewertet wird.

Bei den Einhörnern ist es noch schwieriger. 52 der einst so fabelhaften, heute aber schon eher häufig vorzufindenden Milliardenunternehmen gibt es nach Zählweise der Studienautoren derzeit in Europa. Stichtag für die Erhebung war Mitte Mai dieses Jahres, damit dürfte das Fintech Scalable Capital zum Beispiel noch hinzukommen, das Anfang Juni eine entsprechende Bewertung vermeldete.

In weniger als einem Jahr zum Bewertungs-Einhorn

Nun muss man aber gar nicht so pingelig sein, wenn man aufs große Ganze schaut. Denn klar ist, dass die Bewertungen in den letzten Monaten regelrecht explodiert sind. Mehr als 800 Milliarden US-Dollar seien die Uni- und Decacorns zusammen wert, heißt es in der Studie. Das ist rund doppelt so viel wie im Vorjahr – da waren es insgesamt 32 Firmen mit Gesamtbewertung von 419 Milliarden Dollar – und gleich mehr als das Zweieinhalbfache des Werts von 2019. Damals gab es 22 Firmen oberhalb einer Bewertung von einer Milliarde Dollar, die insgesamt 305 Milliarden Dollar wert waren.

Firmen wie der Lieferdienst Gorillas oder das Videostartup Hopin haben nur wenige Monate nach dem Start bereits eine Milliardenbewertung erreicht.

Kurz vor Veröffentlichung des Titans-Report wurde das Münchener Softwarestartup Celonis mit einer Bewertung von 11 Milliarden Dollar zum ersten deutschen Decacorn.
Kurz vor Veröffentlichung des Titans-Report wurde das Münchener Softwarestartup Celonis mit einer Bewertung von 11 Milliarden Dollar zum ersten deutschen Decacorn.

Bei den börsengehandelten Tech-Unternehmen geht es noch weiter nach oben. Spitzenreiter in diesem Segment ist das niederländische Adtech-Unternehmen Adyen. Dieses wird derzeit mit rund 60 Milliarden Dollar bewertet – und ist damit laut Studie der erste europäische „Titan“. So haben die Analysten Firmen getauft, die ein „Fünffach-Decacorn“ sind.

Nach Einhörnern und Decacorns: Kommen jetzt die „Titanen“?

Wer jetzt denkt, mit Firmen wie Sennder, Personio, Mambu oder Signavio gehe es in Deutschland besonders steil nach oben, der irrt. In Israel und Großbritannien ist die Zahl der neuen Einhörner noch schneller angestiegen. Was dabei auffällig ist: Deutlicher als bei der Zahl der Unicorns ist der Unterschied in der aufaddierten Bewertung. Die ist nämlich gleich doppelt so hoch wie hierzulande. Mitte Mai waren die zwölf neuen Einhörner in Israel mit insgesamt gut 20 Milliarden Dollar bewertet, genau wie die neun Milliardenfirmen jenseits des Ärmelkanals. Zum Vergleich: Die sieben neuen deutschen Einhörner aus 2021 brachten es auf rund neun Milliarden Dollar.

In welchem Bereich man derzeit gründen sollte? Insgesamt am größten bei den Milliardenbewertungen bleibt weiterhin Enterprise Software. Am meisten Wachstum gab es zuletzt allerdings woanders, in den Bereichen Fintech (plus 72 Prozent) und E-Commerce (plus 67 Prozent). Ein sehr konkretes Segment hat währenddessen alle anderen übertroffen: das der On-Demand-Lieferdienste mit Firmen wie Gorillas, Getir, Flink, Wolt oder Deliveroo. Allein im ersten Quartal 2021 ist mit 14 Milliarden Dollar mehr Kapital in solche Unternehmen geflossen als im Gesamtjahr 2020.

Und was kommt noch?

Während Firmen wie Adyen bereits die Grenze zum „Titan“ überschritten haben, machen die Studienautoren eine ganze Reihe an Anwärtern aus: den Musikdienst Spotify zum Beispiel mit einer Bewertung von 43,1 Milliarden Dollar, die rumänische Softwarefirma UIPath mit 37,5 Milliarden, das schwedische Evolution mit 36,2 Milliarden oder auch Delivery Hero aus Berlin mit 32,1 Milliarden Dollar.

Und wer könnten die nächsten Einhörner sein? Die Bankplattform Tink aus Großbritannien steht bei den Analysten von G.P. Bullhound ganz oben auf der Liste. Die französische Neobank Qonto, die sich speziell an kleinere Unternehmen und Freiberufler richtet, habe ebenfalls gute Chancen. Genauso wie das Personalverwaltungsstartup Jobandtalent aus Spanien. Allerdings wird es angesichts der Frequenz bei den Unicorn-Meldungen wohl auch in den nächsten Wochen und Monaten schwer werden, die Statistiken auf dem Laufenden zu halten.

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