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GFT-Gründer Ulrich Dietz kauft Daimlers Zukunftslabor

·Lesedauer: 2 Min.

Experten schätzen den Kaufpreis auf 100 Millionen Euro. Der Autobauer hatte deutlich mehr in das Projekt investiert, als der IT-Unternehmer nun zahlt.

Der IT-Unternehmer Ulrich Dietz übernimmt von Daimler dessen Zukunftswerkstatt Lab 1886. Der Dax-Konzern will sich im Zuge seiner Restrukturierung auf das Kerngeschäft konzentrieren. Offiziell will der schwäbische Autobauer den Verkauf noch nicht bestätigen.

Ein Daimler-Sprecher erklärte allerdings, der Konzern sei in Gesprächen „mit externen potenziellen Partnern für eine offene Innovationsplattform“. Künftig sollen weiter neue Geschäftsmodelle für Unternehmen entwickelt werden. Auch Dietz hält sich gegenüber dem Handelsblatt bedeckt. Zuerst hatte die „Wirtschaftswoche“ über den Deal berichtet.

Dietz hatte sich den Namen 1886 Ventures Dietz schon im Juni dieses Jahres mit der GmbH-Eintragung im Stuttgarter Handelsregister gesichert. Nach Informationen des Handelsblatts steht die Übernahme fest, nur das übliche rechtliche Closing fehlt noch. Normalerweise ist das bei Übernahmen aber eine juristische Formalie. Der Wert besteht vor allem in Patenten und Markenrechten sowie rund 70 verbliebenen Mitarbeitern.

Käufer Dietz ist Gründer des Stuttgarter IT-Unternehmens GFT und Vizepräsident des Branchenverbands Bitkom. Er hatte sich vor einigen Jahren aus dem operativen Geschäft des Softwaredienstleisters auf den Chefposten im Verwaltungsrat zurückgezogen. Damals erklärte er, sich stärker um die Start-up-Szene kümmern zu wollen.

Seine Investmentgesellschaft RB Capital hält inzwischen sechs Beteiligungen. Lab 1886 dürfte aber der mit Abstand größte Happen des umtriebigen Software-Pioniers sein. Nach Schätzung von Branchenexperten dürfte es einen Wert von 100 Millionen Euro haben.

Enge Verbindungen

Daimler hatte in das vor 13 Jahren gegründete Projekt, das nach dem Gründungsjahr des Konzerns benannt ist, rund 500 Millionen Euro investiert. Bekanntestes Produkt des konzerninternen Inkubators war das Mietautoprojekt Car2Go, das inzwischen mit Drive Now von BMW zusammengelegt wurde.

Lab 1886 fällt nun dem Strategiewechsel von Daimler-Chef Ola Källenius ebenso zum Opfer wie die Kooperationen mit BMW beim autonomen Fahren. Auch das verlustreiche Carsharing-Geschäft in Nordamerika wurde eingestellt. Daimler soll dem Vernehmen nach 90 Prozent der Anteile am Lab 1886 abgeben und nur noch zehn Prozent behalten. Die neue Holdinggesellschaft 1886 Ventures soll weiter als Innovationsplattform für digital basierte Informationstechnologien neue Geschäftsmodelle umsetzen.

Die Mitarbeiter, die nicht mit zum neuen Eigentümer wechseln wollen, haben nach Informationen aus Arbeitnehmerkreisen die Chance, sich auf andere Stellen im Konzern zu bewerben.

Zwischen dem umtriebigen Mittelständler Dietz und Lab 1886 gibt es bereits seit Jahren Verbindungen. Daimler engagierte sich mit Lab 1886 und der vom Konzern mitinitiierten „Start-up-Autobahn“ bei den von Dietz organisierten, international besetzten Start-up-Kongressen „Code N“. Dietz dürfte einige der Daimler-Projekte jetzt vehement vorantreiben.