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Geywitz warnt vor Schwarzmalerei am Bau - Förderung verbessern

BERLIN (dpa-AFX) -Bundesbauministerin Klara Geywitz hat Warnungen vor einem Zusammenbruch der Bauwirtschaft zurückgewiesen. "Ich sehe keinen Niedergang auf den Bau zukommen", sagte die SPD-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Es gebe "eine kurze konjunkturelle Herausforderung". Das kommende Jahr werde schwer werden, doch dafür komme staatliche Unterstützung. Zudem seien die Zinsen nicht historisch hoch, und für 2025 erwarteten quasi alle Experten eine Gewöhnung des Marktes an das neue Zinsniveau.

Handwerkspräsident Jörg Dittrich hatte jüngst vor einem Kollaps gewarnt. "Wir fahren beim Bau mit hohem Tempo auf eine Mauer zu, und die Bundesregierung schafft es einfach nicht, auf die Bremse zu treten", hatte Dittrich der "Bild am Sonntag" gesagt. "Das Baugewerbe mit seinen 2,33 Millionen Beschäftigten ist eine Schlüsselbranche für das Handwerk. Und dieser Sektor droht gerade komplett einzubrechen."

Geywitz warnte vor Schwarzmalerei: "Es macht mir Sorge, dass wir die Lage schlechter reden, als sie tatsächlich ist." Die Ministerin stellte eine Erhöhung des Baugeldes für Familien in Aussicht. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Wohneigentumsförderung für junge Familien zu verbessern", sagte Geywitz der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Sie verwies auf das laufende, aber wenig genutzte Programm für Familien mit einem Jahreseinkommen bis 60 000 Euro. "Diese Grenze sollte angehoben werden. Zudem könnten die Kredithöhen steigen." Sie sei zuversichtlich, dass die verbesserten Konditionen in wenigen Wochen stehen.

Hohe Baupreise und gestiegene Zinsen belasten seit Monaten die Nachfrage auf dem Bau. Vor allem der Wohnungsbau stockt. Der Handwerkspräsident hatte betont, noch würden Projekte abgearbeitet, die vor mehreren Jahren beschlossen und finanziert worden seien. Die Baufinanzierungen für künftige Projekte seien eingebrochen. "Wenn die Politik nicht gegensteuert, wird sich das im Abbau von Kapazitäten niederschlagen", sagte Dittrich. Davor hatte auch das Münchner Ifo-Institut vergangene Woche gewarnt. Schrumpften die Kapazitäten, würde das zum Hemmnis für eine künftige Wiederbelebung.

Dazu sagte Geywitz, es müsse mit aller Kraft verhindert werden, dass Fachkräfte der Branche den Rücken kehrten. "Ein Kapazitätsabbau könnte sich fatal auswirken."