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Geretteter Gasimporteur Uniper verteidigt Sponsoring

Berlin (dpa) - Der mit Steuermilliarden gerettete Gasimporteur Uniper hat seine Sponsoring-Aktivitäten verteidigt. Man gehe mit dem Geld «maximal vorsichtig und bewusst» um, sagte Uniper-Chef Klaus-Dieter Maubach in einem am Samstag veröffentlichten Interview des Nachrichtenportals The Pioneer. «Wir sind uns bei Uniper sehr bewusst darüber, dass wir insolvent wären, wenn uns der deutsche Steuerzahler nicht helfen würde.» Zugleich sagte Maubach, er könne nicht ausschließen, dass sein Unternehmen auch in nächster Zeit Anlass zur Kritik biete.

Hintergrund ist, dass Uniper in diesem Monat als Sponsor des Branchentreffens Gastech in Mailand auftrat. Der Konzern kam auch für ein Gala-Dinner am Rande der Messe auf. Maubach zufolge wurde der Vertrag dafür bereits im vergangenen Jahr beschlossen und bezahlt. Für Uniper sei die Frage gewesen, ob man die Gegenleistung in Anspruch nehme oder nicht. Das Treffen sie die wichtigste Messe, um verflüssigtes Erdgas zu kaufen. Die Teilnahme sei auch ein wichtiges Signal an Geschäftspartner und Mitarbeiter gewesen. Auf die Frage, ob er wieder so entscheiden würde, antwortete Maubach: «Diese Entscheidung: ja.» Es sei aber richtig, von Uniper zu fordern, verantwortungsvoll mit dem Geld der Steuerzahler umzugehen.

Geld auch für Fest in NRW-Landesvertretung

Wie Uniper in Zukunft mit Sponsorings verfahren will, ist noch nicht entschieden, wie das Unternehmen mitteilt. Der Düsseldorfer Konzern war in dieser Woche auch einer der Sponsoren für ein Fest der NRW-Landesvertretung in Berlin. Der Vertretung zufolge sagte Uniper im Frühjahr zu, die Veranstaltung mit 10.000 Euro zu unterstützen. Insgesamt gab es demnach 65 Partner.

Uniper ist der wichtigste deutsche Gasimporteur. Der Konzern ist in Schieflage geraten, weil Russland praktisch kein Gas mehr nach Deutschland pumpt, Uniper seine langfristigen Verträge aber erfüllen muss und sich das fehlende Gas teuer auf dem Markt kauft. Das Pipelinegas aus Russland war vergleichsweise günstig zu haben.

Energie als Waffe

Wegen der ausbleibenden Gaslieferungen wirft der Westen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, Energie als Waffe einzusetzen. Der Kreml hat dies zurückgewiesen.

Maubach geht unterdessen nicht davon aus, mit dem russischen Staatskonzern Gazprom wieder Geschäfte zu machen. «Ich glaube, diese Geschäftsbeziehung ist zerbrochen.» Er kreide sich an, auch nach dem Beginn des Ukrainekrieges Gazprom als zuverlässigen Lieferanten verteidigt zu haben. «Und heute stehen wir da vor den Scherben dieser Geschäftsbeziehung.» Uniper werde mit aller Macht versuchen, die Verträge mit Gazprom vor Schieds- und Zivilgerichten durchzusetzen und sich das Geld zurückzuholen.