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Göring-Eckardt stimmt Schäuble in Debatte um Leben zu

BERLIN (dpa-AFX) - Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat sich hinter die Aussage von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) gestellt, dass es in der Corona-Krise nicht nur darum gehe, Leben zu erhalten. "Es geht auch darum, dass man ein Leben lebt", sagte Göring-Eckardt der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag). "Das gehört für mich zu der Würde des Menschen, die nach Artikel 1 des Grundgesetzes unantastbar ist."

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bezeichnete Schäubles Aussage zwar als wahr. Doch sie sei "heute nicht hilfreich, weil der Eindruck entsteht, als wären wir schon zu weit gegangen", sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). Ähnlich äußerte sich Sachsen-Anhalts ehemaliger Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU), ebenfalls gegenüber dem RND: "Ich halte Schäubles Satz nicht für falsch." Aber er relativiere die von der Bundesregierung getroffenen Maßnahmen. Damit müsse man vorsichtig sein. Denn die Maßnahmen seien "verhältnismäßig, notwendig und richtig", sagte Böhmer, der von 2002 bis 2011 Ministerpräsident war.

Schäuble hatte dem "Tagesspiegel" unlängst mit Blick auf die Einschränkungen in der Corona-Krise gesagt, die Aussage, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, sei "in dieser Absolutheit nicht richtig". Grundrechte beschränkten sich gegenseitig. "Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gibt, dann ist das die Würde des Menschen. Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen."