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FDP fordert Rückkehr zum Nachholfaktor bei Rentenberechnung

BERLIN (dpa-AFX) - Die FDP verlangt, den 2018 von der großen Koalition ausgesetzten sogenannten Nachholfaktor in der Rentenberechnung zu reaktivieren. Dieser dämpft den Rentenanstieg nach Krisenzeiten mit schlechter Lohnentwicklung. Seine Reaktivierung sei eine Frage der Generationengerechtigkeit, sagte der arbeits- und rentenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Johannes Vogel, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Einen entsprechenden Antrag hat die FDP für diese Woche in den Bundestag eingebracht.

Die jährliche Rentenerhöhung bemisst sich an der Lohnentwicklung des Vorjahres. Da es 2019 sehr deutliche Lohnerhöhungen gab, steigen zum 1. Juli die Renten in Westdeutschland um 3,45 Prozent und in Ostdeutschland um 4,20 Prozent. Für Zeiten wie jetzt in der Corona-Krise, in denen das Lohnniveau einbricht, gilt, dass es keine Rentenkürzungen gibt. Der Nachholfaktor legte aber fest, dass bei wieder steigenden Löhnen die Rentenerhöhungen niedriger ausfallen als nach der Rentenanpassungsformel eigentlich vorgesehen - so lange, bis die unterbliebene Rentenkürzung wieder ausgeglichen ist. Diese Regelung wurde von der großen Koalition bis 2025 ausgesetzt.

"Die Rentensteigerung in der kommenden Woche ist richtig, da die Löhne im vergangenen Jahr gestiegen sind", sagte der FDP-Rentenexperte Vogel. Löhne und Renten sollten sich immer im Gleichklang entwickeln. "Auf diesen Grundsatz müssen sich die Rentnerinnen und Rentner verlassen können. Auf diesen Grundsatz muss sich aber eben auch die junge Generation verlassen können. Nur so bleiben die Generationengerechtigkeit im Gleichgewicht und auch die Rentenfinanzen stabil."