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Fachkräfte: Unions-Wirtschaftsflügel legt Gegenstrategie vor

BERLIN (dpa-AFX) -Der Wirtschaftsflügel der Union hat einen Gegenentwurf zur Fachkräftestrategie der Bundesregierung vorgelegt. Ein zentraler Punkt ist eine Absage des von der Koalition geplanten Punktesystems bei der Anwerbung ausländischer Fachkräfte, wie aus einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Papier der Mittelstands- und Wirtschaftsunion hervorgeht. Ein solches System würde "Ressourcen verbrauchen und neue Bürokratie schaffen", heißt es. "Ein solches System kann sinnvoll sein, wenn es ein Überangebot an geeigneten Fachkräften gibt und es einer Bestenauslese bedarf. In Deutschland ist das nicht der Fall."

Ein Entwurf aus der Koalition für das geplante neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz sieht unter anderem vor, dass für Personen aus einem Nicht-EU-Staat mit einem ausländischen, mindestens zweijährigen Berufsabschluss zur Arbeitssuche eine Chancenkarte auf Basis eines Punktesystems eingeführt wird. Zu den Auswahlkriterien gehören Sprachkenntnisse, Berufserfahrung, Alter und Deutschlandbezug.

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion sieht bessere Möglichkeiten für eine zielgerichtete Steuerung der Arbeitskräftezuwanderung. Die Bundesvorsitzende Gitta Connemann sagte, derzeit könnten zwei Millionen Stellen in Deutschland nicht besetzt werden. "Es muss also jede Möglichkeit genutzt werden. Dazu gehört auch die Anwerbung von qualifizierten Arbeitskräften aus Drittstaaten." Derzeit scheitere vieles an Behörden. Potentiale müssen besser genutzt werden. "Konsulate können zu öffentlichen Anwerbestellen werden, Goethe-Institute und andere Sprachschulen, die mit Steuergeldern finanziert werden, müssen gezielt für eine Ausbildung in Deutschland werben."

Außerdem müsse die Vergabe der Aufenthaltstitel zentralisiert werden: "Eine Anlaufstelle für alle", so Connemann. Einzelne kommunale Ausländerämter seien überfordert. In dem Papier heißt es, die Vergabe von Aufenthaltstiteln für Ausbildung, Studium und Beschäftigung müsse zentral von einer Bundesbehörde durchgeführt werden.

Weiter fordert der Unions-Wirtschaftsflügel, der Erwerb deutscher Sprachkenntnisse im Ausland müsse stärker gefördert, die Anerkennung von Berufsabschlüssen vereinfacht und beschleunigt werden. "Auch ohne anerkannten Berufsabschluss sollen eine Einwanderung und Beschäftigung möglich sein, wenn der Arbeitgeber eine Bürgschaft für den ausländischen Beschäftigten übernimmt." Das Auswärtige Amt müsse die Visa-Verfahren optimieren. Hochqualifizierte und dringend benötigte Kräfte dürften nicht monatelang auf einen Termin zur Visavergabe warten.