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Mastercard, Visa und Ebay steigen aus Facebooks Kryptowährung aus

Die Firmen wollen sich Libra doch nicht anschließen. Zwei US-Senatoren hatten zuvor mit strengeren Kontrollen durch Regulierungsbehörden gedroht.

Facebooks Kryptowährung Libra verliert weitere Mitglieder. Der Zahlungsdienstleister Stripe, die Kreditkartenunternehmen Mastercard und Visa sowie der Marktplatz Ebay kündeten am Freitag ihren Rückzug an. Libra war maßgeblich von Facebook konzipiert worden. Die digitale Währung sollte jedoch von der sogenannten Libra Association gesteuert werden, einem Verein in Genf, dem sich bei der Vorstellung des Projektes im Juni 28 Unternehmen angeschlossen haben.

Für Montag ist eine Sitzung der Libra-Mitglieder in Genf geplant, bei dem die Satzung ratifiziert und ein verantwortlicher Managing Director bestimmt werden soll, damit der Verein offiziell die Arbeit aufnehmen kann. Die Mitglieder, darunter auch der Fahrdienstleister Uber und Risikokapitalgeber wie Union Square Ventures, hatten im Juni jedoch lediglich eine Absichtserklärung unterzeichnet. Erst nachdem sich die Association offiziell gründet, müssen sie die zehn Milliarden Dollar Startgebühr überweisen, die Facebook vorgeschrieben hat.

Das Projekt stieß von Beginn an auf starken Widerstand in der Politik und bei Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt. Der Zahlungsdienstleister Paypal war bereits vor einer Woche aus der Libra Association ausgestiegen.

Vor wenigen Tagen machten zwei Senatoren ungewöhnlich starken Druck auf Mastercard, Visa und Stripe. Sollten die Firmen nicht Abstand von Libra nehmen, dann „müssen Sie mit strengeren Überprüfungen von Regulierungsbehörden rechnen, nicht nur im Bezug auf Libra, sondern für alle Zahlungen“, schrieben die demokratischen Senatoren Sherrod Brown und Brian Schatz.

Der Druck auf Visa und Mastercard „war riesig und das ist noch untertrieben“, erklärte Facebook-Manager David Marcus auf Twitter, der die Kryptosparte für das Soziale Netzwerk leitet. Die Unternehmen bräuchten zunächst Klarheit von den Regulierern, bevor sie Libra offiziell unterstützen könnten. Marcus warnte jedoch davor, voreilige Schlüsse über das Schicksal der digitalen Währung zu ziehen. „Auf kurze Sicht sind das natürlich keine guten Nachrichten, aber es ist auf eine Art auch befreiend“, schreib er. In Kürze werde es weitere Updates geben.

Mehr: In einem Brief wenden sich zwei Demokraten an Visa, Mastercard und Stripe und drängen sie dazu, sich von der digitalen Währung abzuwenden.