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Fünf Themen des Tages: Süßes ist Saures, theoretisch 1 Kind mehr

·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Chinas Geburtenrate, Süßes also doch ungesund, Aktien im Seitwärtsgang, Luxuswerteboom, Börsenweisheiten. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Aus eins mach drei

China will das Bevölkerungswachstum ankurbeln. Von der ehemaligen Ein-Kind-Politik hatte das bevölkerungsreichste Land der Erde sich bereits 2016 abgewandt, so dass - wer wollte – zwei Kinder haben durfte. Jetzt wir die Grenze auf drei angehoben. Hintergrund ist die demographische Entwicklung – Sozialsysteme und Versorgungskassen funktionieren schlechter, wenn die einzahlende Erwerbsbevölkerung zurückgeht. Das Problem dürfte jedoch bleiben: Schon die Lockerung auf zwei Kinder tat wenig, die Geburtenrate anzuheben. Wenn auch die neue Regelung nichts ändert, müssen andere Maßnahmen her, wie etwa die Verlängerung der Lebensarbeitszeit, die durch eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters ebenfalls länger werden soll. Letztes Jahr wurden in China 12 Million Kinder geboten, die niedrigste Zahl seit 1961. Wohnungen sind teurer geworden und die Ausbildung der Kinder kostet ebenfalls Geld, so dass auch viele Chinesen sich für kleinere Familien entscheiden. Bloomberg Economics schätzt, Chinas Bevölkerung dürfte vor 2025 am Zenith sein und dann schrumpfen.

Gar nicht mal so gesund

Mehr als 60% des Nestle-Angebots an Nahrungsmitteln und Getränken sind ungesund. Die Erkenntnis, über die die Financial Times heute berichtet, mag mit Blick auf Schokoriegel wie KitKat und Maggi-Brühwürfel nicht wirklich überraschen. Schon erstaunlicher ist die Quelle, die die Zeitung zitiert. Der Lebensmittelriese selbst räumt in einer internen Studie ein, einige der Kategorien und Produkte im Konzernportfolio dürften sich einfach niemals in etwas Gesundes verwandeln lassen, egal was man versuche. Nestle erklärte auf FT-Anfrage, das Portfolio, zu neben Smarties und Nesquick auch Mineralwasser wie Vittel und Wagner-Pizza gehört, “noch schmackhafter und gesünder zu machen”. Die Börse zeigte sich, wenig überraschend, vollkommen unbeeindruckt. Die Nestle-Aktie lag am Montagmittag 0,1% über dem Schlussniveau vom Freitag.

Gar nicht mal so viel los

Nachdem weiteren Rekordhoch am Freitag machte der Stoxx Europe 600 am Montag einen Schritt zur Seite, wobei der Reisesektor mit leichten Aufschlägen zu den deutlichsten Gewinnern zählte und Versorger unter mildem Verkaufsdruck standen. Der Dax lag 0,3% im Minus. Impulse waren Mangelware, da in London Bankfeiertag und in den USA Memorial Day ist. Der kommende Monat ist am Aktienmarkt der durchschnittlich schwächste im Kalenderjahr, wie bis zum Jahr 2000 zurück reichende Daten für den Stoxx Europe 600 zeigen. Im Mai hat der Index den vierten Monat in Folge zugelegt angesichts des Optimismus, der mit der Wiederöffnung der Wirtschaft einherging.

Gar nicht mal so billig

Europäische Anbieter von Luxusgütern wie LVMH und Hermes International sonnen sich derzeit in starken Quartalszahlen, Fusionsfantasien (Hugo Boss, Tod’s) und der Erwartung, dass nach Ende der Lockdowns bislang aufgeschobene Käufe das Geschäft nochmals befeuern werden. Doch das Eis wird langsam dünn. Nicht nur viele Kurse sind auf Rekordhochs, auch die Bewertungen lassen Schwindel aufkommen. Das durchschnittliche Kurs/Gewinn-Verhältnis im Sektor liegt derzeit um 29% höher als die technologielastige Nasdaq 100 – definitiv ein Rekord. Doch wer seit anderthalb Jahren nicht mehr unbeschwert in Luxusboutiquen stöbern könnte, mag genug Geld übrig haben und womöglich Entzugserscheinungen nach einer teuren Louis-Vuitton-Tasche, einem Schal von Hermes oder einer Jacke von Chanel. Diese Marken sind “vor Amazon gefeit”, wie es Martyn Hole von der Capital Group ausdrückt, der derzeit Luxusaktien übergewichtet. „Das einzige, was uns Sorgen macht, sind die Bewertungen.“ Der MSCI Europe Apparel and Luxury Goods Index ist seit Jahresbeginn um 20% gestiegen und hat damit den MSCI Europe um 8 Prozentpunkte übertrumpft. Mit dem 35-fachen der 2021 erwarteten Gewinnen liegt das Kurs/Gewinn-Verhältnis inzwischen doppelt so hoch wie der breite Markt. Das gab es noch nie.

‘Sell in May’ 2021 ausgefallen

Die Aktienrally in Europa scheint so unaufhaltsam, dass selbst die alte Börsenweisheit „sell in May and go away” von Anlegern ignoriert wird. Die Volatilität sprang nur kurz an, Zuflüsse in Aktien sind hoch und das makroökonomische Bild hellt sich auf. Der Stoxx 600 dürfte den vierten Monatsgewinn in Folge einstreichen, die längste Gewinnphase seit Ende 2019. Aktienkurse notieren zu beginn der historisch schwächsten Phase des Jahres auf Rekordhoch: Juni, August und September sind normalerweise die schlechtesten Monate für Aktien in Europa, basierend auf Daten zurück bis ins Jahr 2000. “Wir nähern uns dem Hochpunkt des Zyklus, aber noch ist es zu früh, um defensiv zu werden,” so Bank of America Strategen um Sebastian Raedler, die dem Stoxx 600 bis August noch 5% Anstieg zutrauen. Zyklische Aktien preisten das starke Wirtschaftswachstum und das Potenzial basierend auf den Einkaufsmanagerindizes noch nicht ein und dürften daher bis August stärker laufen. In den USA börsennotierte ETFs mit Schwerpunkt Europa könnten für Mai die höchsten Zuflüsse seit 2015 einfahren - bis zum 27. Mai waren es bereits 5,6 Milliarden Dollar, so von Bloomberg analysierte Daten.

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