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Fünf Themen des Tages: Johnson unter Druck, Amis kaufen Fußball

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(Bloomberg) -- Johnson unter Beschuss, Adler verkauft weiteres Portfolio, europäische Aktien wenig verändert, Gas billiger dank LNG, und Amerikaner kaufen Europas Fußballklubs. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

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Johnson unter Beschuss

Boris Johnson hat sich Luft verschafft, indem er sich gestern für die Teilnahme an einer Party an seinem Amtssitz während des ersten Lockdowns entschuldigte. Die Macht könnte ihm jedoch angesichts zunehmender Unzufriedenheit in seiner Konservativen Partei entgleiten. Sollten Untersuchungen ergeben, dass Johnson das Parlament über weitere Parties getäuscht oder gegen Regeln verstoßen hat, sei er erledigt, sagte ein konservativer Abgeordneter und Ex-Minister, der anonym bleiben wollte. Ein anderer Abgeordneter bezeichnete Johnson privat als “dead man walking”. Letztlich hänge das Überleben des Premierministers aber weniger von den Ergebnissen der Untersuchungen selbst ab, als vielmehr davon, ob seine Partei ihn dann eher als Belastung denn als Zugpferd betrachte. Die Frage ist auch, ob sie eine überzeugende Alternative hat, meint Therese Raphael.

Adler verkauft weiteres Portfolio

Die finanziell angeschlagene Adler Group verkauft ein Immobilienportfolio für rund 600 Millionen Euro an KKR, um die für den Schuldenabbau anvisierten Ziele zu erreichen. Der Erlös aus den rund 14.400 Wohn- und Gewerbeeinheiten, vor allem in Ostdeutschland, werde dazu beitragen, den Beleihungsauslauf unter 50% zu drücken, so das Unternehmen. Die Transaktion bewertet das Portfolio laut Adler mit 1,05 Milliarden Euro, was eine Prämie auf den Buchwert zum 30. September sei. Bloomberg hatte im Oktober erstmals über das Interesse von KKR berichtet. Adler stiegen bis zu 8,9%. Unterdessen werfen Dokumente zu einer Reihe hochkarätiger Londoner Immobiliendeals neue Fragen rund um Adler und die Finanziers des Unternehmens auf. Die Spur führt nach Aserbaidschan.

Europäische Aktien wenig verändert

Nach zwei Tagen mit Gewinnen legen europäische Aktien am Donnerstag eine Erholungspause vor der Berichtssaison ein. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag leicht im Minus, aber von den Tagestiefs erholt. Technologie und Versorger schnitten überdurchschnittlich ab, während die Sektoren Konsumgüter und Gesundheitswesen die größten Nachzügler waren. “Nach einem hektischen Jahresbeginn spüren wir jetzt den Kater dieser starken Bewegungen. Es ist an der Zeit, dass sich der Markt stabilisiert, da die Renditen auf dem aktuellen Niveau bleiben dürften”, so Francisco Simon von Santander Asset Management. “Die Geldpolitik und die Inflation standen im Mittelpunkt des Interesses des Marktes, jetzt ist es an der Zeit, sich den Gewinnen zuzuwenden. Wir sehen Raum für positive Überraschungen, da die Schätzungen sehr zurückhaltend sind.” In Deutschland fielen Südzucker nach Bekanntgabe von Unternehmenszahlen. SMA sackten nach Halbierung der Gewinnprognose ab.

Gas billiger dank LNG

Die europäischen Erdgaspreise sind zum fünften Mal in Folge gefallen und haben den Anstieg seit Jahresbeginn damit fast wieder zunichte gemacht. Reichliche Lieferungen von Flüssiggas (LNG) und die Aussicht auf milderes Wetter brachten Linderung. Angesichts der Ukraine-Krise ist es für Entwarnung jedoch noch zu früh. “Ein kalter Winter könnte zu einer zusätzlichen Gasnachfrage von bis zu 10 Milliarden Kubikmetern führen und die Lagerbestände bis Ende März auf Null drücken”, heißt es im Research von Wood Mackenzie. “Und die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 könnte gänzlich gestoppt werden, wenn die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine eskalieren”. Im US-Kongress werden neue, harte Sanktionen gegen die Pipeline vorbereitet, die die Biden-Administration als kontraproduktiv für ihre Bemühungen ansieht, Russland seine Grenzen aufzuzeigen.

Amerikaner kaufen Europas Fußballvereine

Die Eigentumsverhältnisse im europäischen Fußball werden zunehmend in Florida ausgehandelt. Sonnenschein und die wirtschaftsfreundliche Politik des US-Staats haben auch Finanziers angezogen, die Geld in den beliebtesten Sport der Welt stecken. Darunter John Textor, der sich 80% des belgischen Klubs RWD Molenbeek gesichert hat, sowie Paul Conway und Chien Lee, Gründer der Pacific Media Group. “Fußball ist eine attraktive und gute Anlageklasse”, sagte Lee in einem Interview. Conway, Lee und Textor sind Verfechter des klubübergreifenden Eigentumsmodells, das sich zunehmender Beliebtheit erfreut, da es die Entwicklung von Fußballstars ermöglicht, ohne dass hohe Ablösesummen gezahlt werden müssen. “Amerikaner werden immer mehr vom europäischen Fußball besitzen”, so Conway. “Viele werden über ein Multiclub-Arrangement gehen, bei dem anderen einem Club helfen können, wenn er Schwierigkeiten hat.”

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