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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Blaue Welle bricht an rotem Fels, BMW dämpft Auto-Optimismus, europäische Aktien wenig verändert, Bonds legen weltweit zu, und deutsche Corona-Reproduktionsrate fällt unter eins. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Blaue Welle bricht an rotem Fels

US-Präsident Donald Trump hat sich zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt. Das ist zwar etwas verfrüht, weil die Ergebnisse wichtiger Bundesstaaten noch gar nicht vorliegen, aber klar ist zumindest, dass es weder den vielfach prognostizierten erdrutschartigen Sieg für Biden geben wird, noch die Blaue Welle, die den Demokraten das Durchregieren in Kongress und Weißem Haus erlauben würde. Für die Finanzmärkte bedeute dies, dass es keine große Wende hin zur Fiskalpolitik und weg von der Dominanz der Geldpolitik geben werde, schreibt Bloomberg-Kolumnist John Authers. Der Wahlausgang entscheidet sich in den Rust-Belt-Staaten Wisconsin und Michigan, die ihre Ergebnisse frühestens im Tagesverlauf bekannt geben werden, und Pennsylvania, wo es bis Freitag dauern könnte. Trump holte 2016 alle drei Staaten.

BMW dämpft Auto-Optimismus

BMW hat ein hoffnungsvolles Quartal für die europäischen Autohersteller mit der Warnung abgeschlossen, dass die rasch wiederauflebende Coronavirus-Pandemie eine durch die China-Nachfrage angetriebene Erholung zunichte machen könnte. BMW bekräftigte seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr vor dem Hintergrund steigender Absatzzahlen in China. Allerdings drohten beträchtliche Risiken insbesondere auf der Nachfrageseite, sollte sich die Ausbreitung der Pandemie beschleunigen und Lockdowns die Wirtschaft lähmen. BMW lag nach Ansicht von Analysten vor allem bei der Ergebnisqualität über den Erwartungen. Laut Jefferies lag das Auto-Ebit über dem Konsens, Citi sieht eine “deutliche Verbesserung” der Rentabilität im 3. Quartal. Für das Schlussquartal wird allgemein eine Abschwächung erwartet.

Europäische Aktien wenig verändert

Die europäischen Aktien machten im Verlauf des Vormittags zunächst ihre Verluste vom Beginn der Sitzung wieder wett, konnten ihre Gewinne allerdings wegen der Unsicherheit hinsichtlich des US-Wahlausgangs nicht halten. Der Stoxx Europe 600 Index war gegen Mittag nahezu unverändert. Innerhalb der Sektoren stiegen Aktien des Gesundheitswesens, während zyklische Sektoren wie Banken, Bergbau und Energie am stärksten fielen. In Deutschland stiegen Hugo Boss nach Optimismus der Analysten im Nachgang zu den Quartalszahlen. Zalando gewannen nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalsergebnissen.

Bonds legen weltweit zu

Staatsanleihen haben am Mittwoch angesichts der abgesagten Machtübernahme der US-Demokraten weltweit zugelegt. Die Rendite der 10-jährigen Bunds fiel um 3 Basispunkte, die vergleichbarer US-Treasuries gar um 10. Auch die Bonds der europäischen Peripherieländer bekommen Rückenwind, angeführt von Spanien. Portugals 10-jährige Staatsanleihen testen Allzeittiefs. Unterstützung erhalten die Kurse vom Vertrauen der Investoren, dass eine Aufstockung des PEPP-Ankaufprogramms im Dezember durch die EZB eine ausgemachte Sache ist. Bunds sollten nach Ansicht von Markets-Live-Reporter Ven Ram eine Outperformance gegenüber US-Staatsanleihen zeigen, sobald das Wahlergebnis endgültig feststeht. Die Inflationsentwicklung in der Eurozone und in den USA divergiere, wie ein Vergleich von Inflationsswaps zeige.

Deutsche Corona-Reproduktionsrate fällt unter eins

Die deutsche Ansteckungsrate des Coronavirus ist unter eine kritische Marke gefallen. Die 4-Tage-Reproduktionszahl lag jüngst bei 0,94 und damit unter 1,0. Dieses Reproduktionsniveau würde auf Dauer dabei helfen, eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte. Die Zahl der Neuinfektionen fiel laut Johns Hopkins Universität gleichzeitig auf 7.533 von 17.538. Mit 48 weiteren Todesfällen im Zusammenhang mit Corona stieg die Gesamtzahl auf 10.717. Italiens Regierung will ab Donnerstag besonders betroffene Corona-Gebiete abriegeln, wie aus einem Verordnungsentwurf hervorgeht, der Bloomberg vorliegt. In den Niederlanden steht eine Verschärfung und Verlängerung des bestehenden Teil-Lockdowns bevor. Die Pandemie bringt New Yorker und Londoner dazu, in die Vororte umzusiedeln.

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