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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Alexander Kell

(Bloomberg) -- Nike enttäuscht, Wirecard verändert, Warren B. hält sich zurück, Nahles geht an Bord, Börse zieht an. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Wenn schon Corona selbst Nike so zusetzt...

Die Quartalsergebnisse von Nike dürften im Bekleidungssektor für Schrecken sorgen. Angesichts der Corona-Krise ist der Umsatz des amerikanischen Sportartikelriesen um 38% abgesackt. Statt der von Analysten erwarteten 10 US-Cent je Aktie an Gewinn stand ein Verlust von 51 Cents zu Buche. Bedenkt man die Stärke der Marke Nike rund um die Welt, verheißen die Zahlen für Akteure, die schon vor Corona zu kämpfen hatten, nicht Gutes. Für Nike ging es am Donnerstag im nachbörslichen Wall-Street-Handel bis zu 4,6% bergab. Die deutschen Wettbewerber hielten sich heute deutlich stabiler. Puma grenzten einen vorbörslichen Kursrückgang bis zum Xetra-Mittagshandel auf lediglich 0,6% ein. Adidas bauten ein Xetra-Minus von bis zu 1,5% bis zum Mittagshandel fast komplett ab. Am Mittwoch übrigens wechselten laut Bloomberg-Daten auch zehn Aktien der neuen Gerry Weber AG den Besitzer.

Wirecard-Fiasko dürfte Branche verändern

Die Wirecard-Aktie fällt und fällt. Inzwischen hat die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger Strafanzeige gegen die Wirtschaftsprüfer des Unternehmens von Ernst & Young gestellt. Die Frage indessen ist, ob im gleichen Tempo wie die bisherigen Aktionäre auch die Geschäftspartner das Weite suchen. “Welcher Kunde will sich mit so einer Firma noch einlassen?”, fragt Wirecard-Leerverkäufer Chris Hohn im Handelsblatt-Interview und verweist darauf, dass der Zahlungsdienstleister für 2016 bis 2018 nicht in der Lage gewesen sei, KPMG im Third-Party-Acquiring-Geschäft eine Liste der Endkunden vorzulegen. Der Hedgefondsmanager hält den einstigen Börsenstar für nicht zu retten, er sei zu einem “schwarzes Loch” geworden. Kunden dürften künftig kleinere, schwächer kapitalisierte Anbieter meiden und auf größere, etablierte Firmen mit guter Compliance setzen.

Was orakelt derzeit eigentlich Omaha?

Warren Buffett hat Jahre auf attraktivere Börsenbewertungen gewartet. Den Kursrutsch mit der Corona-Krise nutzte seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway nicht für Investments. Mit dem Druck der Pandemie auf die US-Konjunktur baute Buffett den Cashbestand seiner Holding stattdessen per Ende März auf den Rekordwert von 137 Milliarden Dollar aus. Im Monat darauf wuchs der Barmittelberg nach Unternehmensangaben noch weiter. Berkshire stieß im April Aktien im Volumen von über 6 Milliarden Dollar ab. Ob dies als Altersvorsicht oder Altersweitsicht zu interpretieren ist, analysiert Katherine Chiglinsky in ihrem Beitrag für Bloomberg Businessweek.

Neues von Nahles

Nach dem historisch schlechten Ergebnis der Sozialdemokraten bei der Europawahl 2019 kündigte Andrea Nahles an, den Partei- und Fraktionsvorsitz der SPD aufzugeben und ihr Bundestagsmandat gleich mit. Nun bricht sie zu neuen Ufern auf, laut Handelsblatt in Sachen Post. Die Eiflerin, die vergangenen Samstag ihren 50. Geburtstag feierte, ist den Angaben zufolge neue Präsidentin der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation. Die Unterbehörde des Finanzministeriums hat rund 1.400 Beschäftigte. Das Einstiegsgehalt ist aber nicht schlecht: Zu Beginn soll es bei rund 180.000 Euro im Jahr liegen und nach einigen Amtsjahren auf rund 200.000 Euro steigen. Dann aber ist auch schon wieder Schluss. Der Posten ist auf fünf Jahre befristet.

Börse legt zu

Die Börse hat am letzten Handelstag der Woche angezogen. Im Mittagshandel lag der DAX 1,1% im Plus, der Euro-Stoxx-50 gewann 1,4%. Anleger scheinen darauf zu setzen, dass auch ein wieder zunehmendes Corona-Problem die Rally nicht verpuffen lassen wird, da Politik und Notenbanken schon mit weiteren Stützungmaßnahmen in die Bresche springen werden. Lufthansa sanken nach der 7%-Erleichterungsrally am Donnerstag nun um 2%. Die Aktie von Air-France KLM rückte knapp 3% vor, da die Niederlande weitere Hilfen zusagten. Für den DAX-Problemwert Wirecard ging es um weitere 50% abwärts, womit die Titel unter 2 Euro fielen. Verbleibender Börsenwert 228 Millionen Euro. Erst einmal.

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