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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Uber könnte Free Now kaufen, Europas grüner Boom fängt gerade erst an, europäische Aktien verlieren, Trump erwägt weitere Iran-Sanktionen, und Deutschland drohen Versammlungsbeschränkungen. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Uber könnte Free Now kaufen

Free Now, der von Daimler und BMW betriebene Mobilitätsdienstleister, könnte an Uber Technologies verkauft werden. Wie zu hören ist, hat der US-Konzern Interesse an dem aus myTaxi hervorgegangenen Unternehmen bekundet, nachdem die Versuche des Joint Ventures, neue Investoren anzulocken, im Zuge der Coronakrise ins Stocken geraten sind. Uber könnte mit einem solchen Deal seinen Marktanteil in Europa und Lateinamerika steigern. Die Pandemie belastet den Fahrdienste-Markt, was den informierten Personen zufolge die Preisfindung erschweren könnte. Daimler hatte seine Hälfte an Free Now per Ende Juni mit 618 Millionen Euro bewertet. Vertreter von Uber und BMW lehnten Stellungnahmen ab. Eine Daimler-Sprecherin erklärte, das Unternehmen äußere sich nicht zu Spekulationen.

Europas grüner Boom fängt gerade erst an

Aktien aus dem Bereich der klimaschonenden Energieerzeugung haben in Europa ein starkes Dreivierteljahr hinter sich, und das könnte erst der Anfang sein. Aktien von Unternehmen, die sich an Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen orientieren, haben 2020 eine Outperformance erzielt. Der Zusammenbruch des Clean-Tech-Booms während der globalen Finanzkrise wird sich laut Analysten nicht wiederholen, da die EU nun Klimaziele in den Mittelpunkt des staatlich finanzierten Konjunkturpakets stellt. Trotz hoher Bewertungen sehen Analysten weiter Chancen. Ole Andreas Krohn von der DNB Bank streicht Industriegase und Düngemittel als Wachstumsbereiche heraus, während Tomas Skeivys von Norne Securities Potenzial in Bereichen wie grüner Stahl, grüner Ammoniak und Wasserstoff für Raffinerien sieht.

Europäische Aktien verlieren

Die jüngste Erholung an den globalen Aktienmärkten hat sich am Dienstag umgekehrt. Die europäischen Aktienrückgänge wurden von Banken und anderen zyklischen Aktien angeführt. S&P-500-Futures rutschten ab, nachdem der US-Index am Montag den größten Anstieg seit mehr als zwei Wochen verzeichnet hatte. “Wir brauchen hier definitiv eine weitere Stimulus-Runde, nicht nur für das Vertrauen der amerikanischen Öffentlichkeit und der Arbeiter, sondern auch für die Märkte”, sagte Michelle Connell von Portia Capital Management auf Bloomberg TV. Börsenneuling Siemens Energy stiegen um bis zu 7,1% nach Empfehlungen bei Commerzbank und Credit Suisse. Hapag-Lloyd profitierten von einer Kaufempfehlung durch Jefferies.

Trump erwägt weitere Iran-Sanktionen

Die Trump-Administration erwägt neue Maßnahmen, um die iranische Wirtschaft von der Außenwelt abzuschneiden, sagten drei informierte Personen. Der gesamte iranische Finanzsektor würde mit Sanktionen belegt und ein gutes Dutzend Banken auf eine schwarze Liste gesetzt. Der Plan werde noch geprüft und sei Präsident Donald Trump noch nicht übermittelt worden, hieß es. Zwei Ziele stehen demnach im Vordergrund: eines der finanziellen Schlupflöcher zu schließen, die es Teheran ermöglichen, Einnahmen zu erzielen, und das Versprechen des Demokraten Joe Biden zu torpedieren, wieder in das Atomabkommen einzutreten, wenn er die Wahlen im November gewinnt. Vor dem Fernsehduell der Kandidaten um 21 Uhr New Yorker Zeit liegt Trump in den Umfragen und in vier der sechs wichtigsten Swing-Staaten zurück.

Deutschland drohen Versammlungsbeschränkungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder könnten auf ihrer heutigen Videokonferenz vorschlagen, die Teilnehmerzahl bei privaten Feiern auf 25 und bei Zusammenkünften im öffentlichen Raum auf 50 zu begrenzen. Dies geht aus einer Beschlussvorlage hervor, die unter bestimmten Bedingungen auch Ausschankverbote für Alkohol in besonders betroffenen Regionen vorsieht. Die Zahl der weltweit gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie hat die Schwelle von einer Million überschritten, tatsächlich an Covid-19 verstorben sind nach Schätzungen von Wissenschaftlern wohl eher 1,8 Millionen Menschen. In Deutschland haben sich jüngst 2.292 Personen neu mit dem Coronavirus angesteckt, gegenüber 1.313 am Vortag. Die 4-Tage-Reproduktionszahl lag bei 1,18 und damit über der kritischen Marke von 1,0.

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